Erste Antidiskriminierungsstelle in Krefeld eröffnet

Mit dem Ziel, eine inklusive und pluralistische Gesellschaft zu fördern, in der jeder Mensch gleiche Chancen und Rechte hat, öffnet in der Mühlenstraße ab sofort Krefelds erste Antidiskriminierungsstelle.

Krefeld – Die neue Einrichtung ist auf Grundlage eines Konzepts einrichtet worden, das zwischen der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände (AWO Kreisverband Krefeld, Caritasverband für die Region Krefeld, Diakonie Krefeld & Viersen, Deutsches Rotes Kreuz, Paritätischer – Kreisgruppe Krefeld) und dem Fachbereich Migration und Integration der Stadt Krefeld erarbeitet wurde. Betrieben wird die Antidiskriminierungsstelle von der Gatherhof gGmbH. „Die niedrigschwellige Anlaufstelle ist ein schönes Beispiel für die sehr gut funktionierende Zusammenarbeit der Stadt mit den freien Wohlfahrtsverbänden“, sagt Stadtdirektor Markus Schön.

„Die Antidiskriminierungsstelle Krefeld hilft einer offenen und pluralistischen Gesellschaft bei der Bekämpfung von Diskriminierungen, die aus unterschiedlichen Gründen stattfinden. Das friedliche Miteinander, gesellschaftlicher Zusammenhalt und demokratische Grundwerte werden mit der der Antidiskriminierungsstelle in Krefeld gestärkt und gefördert“, sagt Andreas Blinzler, Geschäftsführer der Gatherhof gGmbH und des Paritätischen in Krefeld. Mit der Eröffnung der Antidiskriminierungsstelle werden acht Mitarbeitende aus unterschiedlichen Professionen in Teilzeit beschäftigt sein – insgesamt drei Planstellen sind damit besetzt. „Hier arbeiten eine Kinder- und Jugendpsychiaterin (Dr. Silke Thiesen-Ionescu), zwei Sozialarbeiterinnen (Annabel Prey, Zehra Bal), eine Soziologin (Efthimia Ntzani), eine Rechtsanwältin (Dagmar Steinlein), eine Verwaltungsfachkraft (Monique Ovalioglu), ein EDV-Administrator (Jörn Hoever) und eine Studentin für den Bereich Social-Media (Emily Diaz Eßers)“, berichtet Blinzler.

Die Beratung in der Antidiskriminierungsstelle Krefeld soll jedem Menschen, der sich diskriminiert fühlt, helfen, sich gegen Diskriminierung zu wehren und seine Rechte einzufordern. Menschen, die aus rassistischen Gründen, wegen des Geschlechts, der Religion und Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters, des sozialen Status oder der sexuellen Identität diskriminiert und benachteiligt werden, sollen hier eine Anlaufstelle für ihre Anliegen finden. Die Mitarbeitenden der Antidiskriminierungsstelle Krefeld beraten trägerunabhängig und unter Einhaltung des Wunsches auf Anonymität und Schutz der persönlichen Daten.

Antidiskriminierungsstelle nimmt im Rahmen ihrer Beratung eine Lotsenfunktion ein

„Die Besonderheit der Antidiskriminierungsstelle Krefeld ist es, dass sie sich nicht nur auf einen Themenschwerpunkt beschränkt, sondern jeglicher Form von Diskriminierung entgegentreten will“, sagt Krefelds Integrationsbeauftragte Dr. Silvia Fiebig, die sich als „Brückenbauerin“ zwischen zugewanderten und nicht zugewanderten Menschen versteht. In ihrer Funktion engagiert sie sich ebenfalls für Antidiskriminierung und freut sich auf die zukünftige Zusammenarbeit mit der neuen Beratungsstelle. Als erste Anlaufstelle nimmt die Antidiskriminierungsstelle im Rahmen ihrer Beratung eine Lotsenfunktion ein. Sie vermittelt an die richtigen etablierten und spezialisierten Stellen in Krefeld, zum Beispiel an die Gleichstellungsstelle der Stadt Krefeld als Expertin und Anlaufstelle für alle Fragen rund um Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts und die Förderung der Chancengleichheit der Geschlechter. „Wir erhoffen uns von der neuen Beratungsstelle auch die Weiterentwicklung eines integrierten Monitorings, um einen Blick ‚von oben‘ auf das Thema Antidiskriminierung zu erhalten“, sagt Andreas Pamp, Leiter des Fachbereichs Migration und Integration. Um besser reagieren und auch gegebenenfalls präventiv agieren zu können, sei es wichtig zu wissen, welche akuten Probleme in Krefeld aufkommen.

Als Mitarbeiterin der Antidiskriminierungsstelle sieht Soziologin Efthimia Ntzani die Vernetzung im kommunalen Umfeld als unabdingbar, um das Thema der Benachteiligung, Ausgrenzung und Diskriminierung in den Fokus zu rücken. Ihre Beratungen kann sie neben Deutsch auch in Englisch und Griechisch anbieten. „Wünschenswert wäre es, Menschen zu erreichen, die keine Lobby haben und in den Hilfesystemen aus dem Raster fallen“ sagt sie. „Gerade Hochbetagte und chronisch erkrankte Menschen erleben Benachteiligung und fühlen sich nicht gesehen. Wir schaffen in Krefeld an der Mühlenstrasse 32 einen geschützten Raum, in dem sich Menschen gegen Diskriminierung beraten und begleiten lassen können. Betroffene entscheiden ganz autonom welche Schritte unternommen werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu erreichen. Diskretion hat bei uns oberste Priorität.“ Ihre Kollegin Zehra Bal ergänzt: „Ich möchte behutsame Zugänge schaffen, um das Themenfeld der Antidiskriminierung zu stärken – auch durch kreative Projekte in der Kinder- und Jugendarbeit und mit psychisch erkrankten und vulnerablen Menschen. Dazu bringe ich Vorerfahrung in der Regie und Konzeption von Theaterstücken mit“. Die Sozialpädagogin führt auch Beratungen in der türkischen Sprache durch.

Beratungstermine können ab sofort per Telefon unter 0 21 51 / 89 34 31 0, per E-Mail an mail@antidiskriminierungsstelle-krefeld.de oder im persönlichen Kontakt mit dem Sekretariat vereinbart werden. Die Antidiskriminierungsstelle Krefeld ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr sowie zweimal im Monat, am jeweils ersten und dritten Samstag von 10 bis 13 Uhr, für Beratungen am Telefon geöffnet. Die Beratungen können auch über die regulären Öffnungszeiten hinaus flexibel und mobil in Anspruch genommen werden.

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