Zehn Essener Schulgruppen reisen nach Berlin

Im letzten Jahr hat die Krupp-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadt Essen und dem Jüdischen Museum Berlin ein Programm aufgelegt, um Berthold Beitz, den langjährigen Vorsitzenden der Stiftung zu würdigen.

Essen – Die „Berthold Beitz Schüler:innenfahrten nach Berlin“ ermöglichen Essener Schulklassen im Sinne der deutsch-jüdischen Verständigung eine Fahrt nach Berlin, unter anderem in das Jüdische Museum Berlin.

Im Rahmen eines Aufrufs der Stadt Essen haben Schulklassen engagierte Bewerbungen eingereicht, die eine Auseinandersetzung sowohl mit jüdischer Geschichte als auch dem Leben von Berthold Beitz widerspiegeln. Nun hat die Stadt Essen zehn Klassen der Jahrgangsstufen 9 bis 13 ausgelost, darunter fünf Realschulen, drei Gymnasien, eine Hauptschule und ein Berufskolleg. Die Förderung der Krupp-Stiftung in Höhe von 10.000 Euro pro Schulgruppe umfasst die An- und Abreise, bis zu drei Übernachtungen mit Verpflegung und die Eintrittsgelder sowie Führungen in den ausgewählten Museen und Gedenkstätten.

Ausgeloste Schulen:

  • Bertha Krupp Realschule, Frohnhausen, Klasse 8b
  • Gertrud Bäumer Realschule, Altenessen, Stufe 8
  • Alfred Krupp Gymnasium, Holsterhausen, Stufen 9 bis Q2
  • Johannes Kessels Akademie, Werden, AHR 12 und PIA U1
  • Bertha-von-Suttner Realschule, Rüttenscheid, Klasse 8
  • Hauptschule an der Wächtlerstraße, Südostviertel, Klassen 7b
  • Franz Dinnendahl-Realschule, Kray, Klasse 7d
  • Elsa Brandström Realschule, Bergerhausen, Stufe 9/10
  • UNESCO-Schule Essen, Südostviertel, Stufe Q2
  • Gymnasium an der Wolfskuhle, Steele, Stufe Q1

Berthold Beitz Schüler:innenfahrten nach Berlin

Im Zentrum der Fahrt, die die Klassen im Schuljahr 2024/25 antreten, stehen Führungen sowie Workshops im Jüdischen Museum Berlin. Zudem werden die Klassen mit Informationen zu weiteren Erinnerungsorten wie der Topographie des Terrors, der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz und Orten der historischen Bildung wie dem Deutschen Historischen Museum ausgestattet. Für die Vor- und Nachbereitung der Fahrten ist eine Anbindung an die Alte Synagoge Essen und das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv vorgesehen.

Junge Menschen sind besonders der Gefahr der Desinformation ausgesetzt: Fake News und für politische Zwecke manipulierte Kommunikation im digitalen Raum sind heute ebenso an der Tagesordnung wie aufkommender Rassismus. Dies birgt Gefahren für das Demokratieverständnis ebenso wie für die Entwicklung von Zivilcourage. So soll das Programm dazu beitragen, die historische Urteilskraft der jungen Menschen zu schärfen, ganz im Sinne der Notwendigkeit, sich mit der Vergangenheit zu befassen, um die Zukunft gestalten zu können.

Die Stiftung sieht sich dazu in einer besonderen Verantwortung: Sie trägt den Namen von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach (1907-1967), der 1948 in Nürnberg unter anderem wegen Verbrechen im Zusammenhang mit Zwangsarbeit verurteilt wurde. So sind Aufarbeitung und Bildungsarbeit integraler Bestandteil der Stiftungsarbeit seit ihrer Gründung: Als jüngste Initiative hat die Stiftung 2022 ein unabhängiges Forschungsprojekt ins Leben gerufen, das die Haltung ihres Stifters im Nationalsozialismus aufarbeiten soll.

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