Essen – Gleichzeitig steigt der Bedarf an kühlenden und beschatteten Orten – insbesondere in dicht bebauten Quartieren und in stark genutzten Freiräumen. Mit der Fortsetzung des 1.000-Bäume-Programms setzt die Stadt Essen genau hier an: Nachdem im Jahr 2024 bereits 258 zusätzliche Klimabäume gepflanzt wurden, geht das Programm jetzt in eine neue Runde. Grün und Gruga pflanzt weitere 200 zukunftsfähige Stadtbäume, zusätzlich zu den regulären Nachpflanzungen im Stadtgebiet. Innerhalb von fünf Jahren werden so 1.000 zusätzliche Klimabäume gepflanzt.
„Mit dem 1.000-Bäume-Programm verfolgen wir das Ziel, den städtischen Baumbestand zu stärken, das Stadtklima zu verbessern und die Aufenthalts- und Lebensqualität für die Menschen vor Ort nachhaltig zu erhöhen“, sagt Simone Raskob, Dezernentin der Stadt Essen für Umwelt, Verkehr und Sport.
Wo werden weitere Bäume gepflanzt?
In der zweiten Pflanzphase werden die zusätzlichen Bäume in insgesamt 18 Parkanlagen, Grünflächen und auf Spielplätzen gepflanzt. Zu den Pflanzstandorten zählen unter anderem der Park im Universitätsviertel, der Volksgarten Kray, der Grünzug Hörster Feld und die Grünanlage Werdener Feintuchwerke. Auch Spielplätze beispielsweise am Therbeckenring, an der Friedrich-Lange-Straße oder am Schloss Schellenberg werden gezielt mit neuen Bäumen ausgestattet. Ziel ist es Schatten, Abkühlung und ein angenehmeres Mikroklima zu schaffen.
Welche Bäume werden gepflanzt?
Gepflanzt werden klimaresiliente Baumarten wie Magnolie, Amberbaum, Zelkovie, Schnurbaum, Lederhülsenbaum, Ahorn, Tulpenbaum, Taschentuchbaum, Zierkirsche und Zierbirne. Diese klimafitten Baumarten sind besonders gut an die veränderten Standortbedingungen in der Stadt angepasst und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt.
Wie werden die Standorte ausgewählt?
Verantwortlich für die Auswahl der Standorte sowie die Umsetzung der Pflanzungen ist bei Grün und Gruga die Abteilung Grünflächen. Grundlage sind detaillierte Auswertungen und individuelle Pflanzkonzepte, bei denen neben der vorhandenen Baumdichte auch Nutzungsintensität, Umfeldbedingungen sowie stadtökologische Anforderungen berücksichtigt werden. Grundlagen für diese Auswertung bilden die Klimaanalyse aus 2022 und das 2021 eingeführte Kronenschirmflächenmonitoring, das die Flächen der von oben sichtbaren Baumkronen ermittelt. Neben der Anzahl der bereits vorhandenen Bäume wurden auch deren Vitalität, Altersstruktur und Zukunftsfähigkeit berücksichtigt.
„Gerade in dicht bebauten Stadtquartieren übernehmen Bäume eine unverzichtbare Oasenfunktion“, erklärt Mattis Ricken, Fachbereichsleiter von Grün und Gruga, „Sie kühlen ihre Umgebung, verbessern die Luftqualität und schaffen Orte, an denen sich Menschen gern aufhalten. Mit den neuen Pflanzungen investieren wir ganz bewusst in diese Qualitäten und damit in die Lebensqualität der Stadt.“
Die Pflanzungen erfolgen nach den Vorgaben des Essener Handlungsleitfadens BaumAdapt. Dazu zählen unter anderem ausreichend große Pflanzgruben, eine standortgerechte Bodenvorbereitung sowie eine mehrjährige Pflege in der Anwuchsphase, um den jungen Bäumen dauerhaft gute Entwicklungsbedingungen zu bieten.
Wie wird das Programm finanziert?
Für die Umsetzung der Pflanzungen sind im Haushalt 2025/ 26 jeweils 300.000 Euro vorgesehen. Ergänzend erhält die Stadt Essen Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“. Es ist Teil des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundes und wird aus Mitteln des Klima- und Transformationsfonds (KTF) finanziert.
Das Förderprogramm unterstützt Kommunen bei Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas und zur Förderung der biologischen Vielfalt, unter anderem durch Baumpflanzungen, Entsiegelungsmaßnahmen und naturnahe Pflegekonzepte. Für die Pflanzung der 200 Bäume in der Pflanzperiode 2025/2026 wurden Fördermittel in Höhe von 340.400 Euro bewilligt. Ziel des Programms ist es, durch klimaresiliente Begrünung und nachhaltige Grünflächenentwicklung die Anpassungsfähigkeit der Städte an den Klimawandel zu stärken. Zudem werden die CO2-Bindung erhöht und gleichzeitig Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen.




