Wettbewerb für Areal „Nördlich Kalkumer Schloßallee“

Das Preisgericht hat den Entwurf von Venus Architekten GmbH, Hamburg, mit Greenbox Landschaftsarchitekten, Köln, und BeL Sozietät für Architektur, Köln, ausgewählt.

Düsseldorf – Am Mittwoch, 31. Januar 2024, hat das Preisgericht in großer Übereinstimmung den Entwurf von Venus Architekten GmbH aus Hamburg mit Greenbox Landschaftsarchitekten aus Köln und BeL Sozietät für Architektur aus Köln als besten Entwurf und damit als Grundlage für das sich anschließende Bebauungsplanverfahren für das Areal „Nördlich Kalkumer Schlossallee“ ausgewählt.

Nördlich der Kalkumer Schloßallee in Düsseldorf-Kaiserswerth soll ein zukunftsweisendes Mehrgenerationen-Quartier entstehen. Innovative Wohnformen für alle Generationen, Schul- und Sportflächen, ergänzende Nutzungen sowie eine den Ortsrand abschließende hochwertige freiraumplanerische Gestaltung sollen das Areal zu einer lebendigen Nachbarschaft formen. Die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes erfolgte im Rahmen eines zweiphasigen anonymen städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs.

Seit der Auftaktveranstaltung am 5. September 2023 hatten 13 Teams aus Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüros an ersten Entwürfen gearbeitet. Am 14. November 2023 hat ein Preisgericht bestehend aus Vertretern der Stadtverwaltung, Politik, externen Experten und Beratern vier vielversprechende Ideen für die Vertiefungsphase ausgewählt. Diese wurden am 15. November 2023 in einer öffentlichen Zwischenpräsentation vorgestellt und waren im Anschluss in einer öffentlichen Ausstellung zu besichtigen. Auf Basis der Anregungen aus der Öffentlichkeit sowie den Empfehlungen des Preisgerichts haben die Teams die Entwürfe überarbeitet.

Die Ergebnisse wurden am Dienstag, 30. Januar, in Form eines Planungsmarktes öffentlich präsentiert. Dabei konnten erneut Anregungen zu den Entwürfen abgegeben werden, die dem Preisgericht zur Verfügung gestellt wurden.

Unter dem Vorsitz von Architekt und Stadtplaner Heiner Farwick und unterstützt von fünf Bürgervertretern hat sich das Preisgericht nach eingehender Beratung für die städtebaulich und architektonisch überzeugendste Lösung ausgesprochen.

Ergebnis des Wettbewerbs:
1. Preis: Venus Architekten GmbH, Hamburg, mit Greenbox Landschaftsarchitekten, Köln und BeL Sozietät für Architektur, Köln
2. Preis: Schellenberg + Bäumler Architekten GmbH, Dresden, mit „studio grüngrau“, Düsseldorf und „caspar.“, Köln

Es wurden zwei dritte Plätze vergeben an:
Machleidt, Berlin mit Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten, Berlin, sowie
schneider + schumacher Städtebau, Frankfurt am Main mit GTL Michael Triebswetter Landschaftsarchitekt, Kassel

Das Konzept von Venus Architekten GmbH, Greenbox Landschaftsarchitekten und BeL Sozietät für Architektur hat sich insbesondere mit dem Thema Landschaftsraum und Siedlungsentwicklung auseinandergesetzt und eine ganz eigene Ausprägung für die Generationenquartiere gefunden, die sich vom klassischen Städtebau unterscheiden. Den Freiraum zum zentralen Thema zu machen und die Bebauung clusterartig einzubinden, erhält das Grün bis an die heutigen Siedlungsränder und platziert die Bebauung um Quartiershöfe, die Nachbarschaften und Identifikation für das jeweilige Cluster schaffen. Die vier zunächst kritisierten Fünf-Geschosser in verschiedenen Wohnhöfen, erweisen sich neben der regelhaften zwei-, drei- und viergeschossigen Bebauung als kleine Markanten und sinnvolle Kubaturen für vielfältige Wohnformen. Alle Gebäude haben, anders als in gängigen städtischen Quartieren einen direkten Bezug zur Landschaft, so dass ein gleichberechtigtes Wohnen für alle entstehen kann. Diese visionäre Idee denkt Stadt und Landschaft in dem ländlichen Umfeld adäquat zusammen. Trotz der geringsten Versiegelung im Vergleich aller Entwürfe können bis zu 550 Wohnungen, kleine und große, entstehen. Die Schule und die Sportflächen werden an der Kalkumer Schlossallee entwickelt. Der Lindenhof kann an seinem Standort bleiben. Die Erschließung erfolgt über eine Achse von der Kalkumer Schloßallee und muss weiter ausgearbeitet werden.

Das Preisgericht empfiehlt die Arbeit für die Weiterbearbeitung des städtebaulichen Konzeptes für das anschließende Bebauungsplanverfahren zu nutzen. Für die Einzelcluster sind weitere Qualifizierungsverfahren geplant.

Cornelia Zuschke, Beigeordnete für Planen, Bauen, Wohnen und Grundstückswesen der Landeshauptstadt Düsseldorf, bedankt sich bei einem engagierten Preisgericht und hochkompetenten Vertretern aus der Bürgerschaft: „Die der Jury vorgelagerten Diskussionen zu diesem wertvollen Ort am Rande von Kaiserswerth spiegelt sich im ersten Preis in einer unerwartet zukunftsweisenden Formulierung des Themas Wohnen über alle Generationen im unmittelbaren Dialog mit der Landschaft wider. Der Entwurf fordert uns alle, diese Qualität auch umzusetzen und dafür werden wir detaillierte Qualifizierungsverfahren durchführen und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, mitzuarbeiten, gerne annehmen.“

Der Architekt und Stadtplaner Heiner Farwick, der in allen Phasen des Wettbewerbs den Vorsitz führte, zeigte sich begeistert von der konstruktiven und leidenschaftlichen Interaktion des Preisgerichtes, welches neben Fach- und Sachpreisrichtern, Stadtverwaltung und Politik, hochengagierte Bürgervertreter an Bord hatte. Der Vorsitzende lobte das hohe Niveau aller Arbeiten und betonte den innovativen Charakter des ersten Preises.

Die Entwürfe aller beteiligten 13 Teams können in einer Ausstellung von Montag, 19. Februar, bis Freitag, 1. März, jeweils Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr von interessierten Bürgern besichtigt werden. Die Ausstellung ist im Sitzungssaal 0104 im Erdgeschoss des technischen Rathauses TVG II, Brinckmannstraße 5, zu sehen.

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