Rund 20.000 neue Gehölze für den Düsseldorfer Stadtwald

Die Landeshauptstadt Düsseldorf setzt ein starkes Zeichen für Klimaschutz im Stadtwald.

Düsseldorf – Mit erfolgreichem Abschluss der Pflanzsaison 2025/2026 wurden dort insgesamt 20.272 neue Gehölze gepflanzt – darunter 17.982 Bäume und 2.290 Sträucher. Damit investiert die Stadt gezielt in einen klimaresilienten, artenreichen und zukunftsfähigen Mischwald.

„Dass wir in dieser Pflanzsaison mehr als 20.000 junge Bäume und Sträucher in die Erde bringen konnten, ist ein großartiges Signal für die kommenden Generationen“, betont Umweltdezernent Jochen Kral. „Wir investieren bewusst in Vielfalt und Stabilität. So machen wir unseren Stadtwald fit für die Herausforderungen des Klimawandels – und den Wald zu einem bedeutenden CO₂-Speicher.“

Artenvielfalt für einen gesunden Mischwald

Im Rahmen der Pflanzmaßnahmen setzt die Stadt konsequent auf eine breite Mischung standortgerechter und klimatoleranter Baumarten. Gepflanzt wurden unter anderem 5.950 Stieleichen, 3.440 Traubeneichen, 2.280 Hainbuchen, 1.050 Vogelkirschen und 875 Schwarzerlen. Ergänzt wird der Bestand durch weitere Laubbaumarten wie Winterlinden, Elsbeeren, Esskastanien, Rotbuchen, Feldahorne und Sandbirken.

Auch seltenere und ökologisch wertvolle Arten wie Speierlinge, Holzäpfel, Wildbirnen, Flatterulmen und Feldulmen fanden Berücksichtigung. Feuchtere Standorte wurden gezielt mit Silber- und Bruch-Weiden sowie Erlen bepflanzt.
„Die Forstverwaltung ergänzt den Stadtwald kontinuierlich mit standortgerechten und klimaresistenten Baum- und Straucharten, um den Wald an die sich ändernden Klimabedingungen bestmöglich anzupassen“, erklärt Marius Erley, Abteilungsleiter Forst. „Die klimatoleranteren Eichen – Stiel- und Traubeneichen – bilden künftig in einigen Flächen mit geeigneten Standortbedingungen das stabile Grundgerüst. Gleichzeitig schaffen wir Raum für zahlreiche Mischbaumarten wie Hainbuche, Spitzahorn, Ulme, Linde, Birke oder Vogelkirsche. Diese Vielfalt erhöht die Widerstandskraft des Waldes deutlich.“

Wiederbewaldung einer Windwurffläche

Ein Augenmerk liegt auf der Wiederbewaldung einer Windwurffläche, die im Juli vergangenen Jahres in einem gut 80 Jahre alten Roteichenbestand entstanden war. Hier wurden jetzt gezielt 500 Traubeneichen, 100 Hainbuchen, 20 Eschen, 20 Vogelkirschen und 20 Ulmen gepflanzt.

Ergänzt wird die Fläche durch Straucharten wie Hartriegel, Hundsrose, Weißdorn, Hasel, Schneeball und Pfaffenhütchen mit je zehn Exemplaren. Diese Sträucher fördern die Biodiversität, bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tierarten und tragen zur ökologischen Stabilisierung der Fläche bei.

„Wir begreifen Flächen wie diese als Chance“, erklärt Doris Törkel, Leiterin des Düsseldorfer Garten-, Friedhofs- und Forstamtes. „Denn wir können hier gezielt artenreiche und klimastabile Mischbestände entwickeln. Dass die Landeshauptstadt diese Investitionen tätigt, ist ein starkes Bekenntnis zu einem nachhaltigen und lebenswerten Stadtwald – als aktiver Klimaschützer, der mit jedem gepflanzten Baum ein Stück stärker wird.“

Lebendiges Zukunftsprojekt

Die Maßnahmen setzen die Ziele aus dem „Klimawandelcheck für den Düsseldorfer Stadtwald“ aus dem Jahr 2022 konsequent um: Der Fokus liegt darauf, geschädigte Waldflächen zu erneuern, die Artenvielfalt zu erhöhen und langfristig einen stabilen, klimaangepassten Mischwald zu etablieren. Angesichts steigender Temperaturen, längerer Trockenphasen in der Vegetationszeit und sich verschiebender Standortbedingungen („Standortsdrift“) wird hierbei die gezielte Baumartenwahl immer wichtiger. Denn die breite Mischung unterschiedlicher Baum- und Straucharten trägt dazu bei, die vielfältigen ökologischen Funktionen des Waldes auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen dauerhaft zu gewährleisten. Dazu gehören die CO₂-Bindung ebenso wie die Verbesserung des Kleinklimas, Wasserregulierung und Bodenstabilisierung.

Die tiefgründigen Böden und die hohe Baumartenvielfalt machen den Düsseldorfer Stadtwald schon heute vergleichsweise resilient. Dennoch zeigt sich insbesondere in älteren Beständen ein deutlicher Wandel, da alte Bäume sich nur begrenzt an veränderte Umweltbedingungen anpassen können.

25 Jahre zertifizierte Nachhaltigkeit

Der Stadtwald wird seit mehr als 60 Jahren naturnah und nachhaltig bewirtschaftet. Bereits im Jahr 2000 wurde er als einer der ersten Kommunalwälder bundesweit nach den strengen Kriterien von Naturland und FSC (Forest Stewardship Council) zertifiziert. Im vergangenen Jahr feierte die Stadt das 25-jährige Jubiläum dieser Auszeichnung. Das international anerkannte FSC-Siegel steht für eine Waldbewirtschaftung nach hohen ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards.

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