Düsseldorf – Der gezeigte Film „Rheingold“ von Niklaus Schilling ist nicht nur ein präzise konstruiertes Melodram des Autorenkinos, sondern zugleich ein außergewöhnliches Zeitdokument bundesdeutscher Bahngeschichte. Der Film läuft am Donnerstag, 5. März, um 20 Uhr und am Samstag, 7. März 2026, um 19 Uhr im Kino Black Box des Filmmuseums.
Gedreht wurde nahezu vollständig im legendären Trans-Europ-Express „Rheingold“, einem Flaggschiff des internationalen Fernverkehrs. Der Film nutzt die klare Linienführung, die Großraum- und Abteilarchitektur sowie die charakteristische Innenausstattung des Intercity als konsequenten Handlungsraum. In der Enge des Zuges verdichten sich während einer Fahrt entlang des Rheins Realität, Erinnerung und Traum. Die Bewegung des Zuges strukturiert dabei Rhythmus und Dramaturgie – Schienen, Flusslandschaft und Vorbeiziehen der Rheinorte werden zu visuellen Leitmotiven.
Neben seinem eisenbahnhistorischen Reiz – mit authentischen Einblicken in Ausstattung und Atmosphäre des TEE-Verkehrs der 1970er-Jahre – entfaltet der Film ein psychologisch dichtes Kammerspiel. Die elektronische Musik von Eberhard Schoener unterstreicht die Dynamik von Geschwindigkeit und Stillstand. 1978 wurde das Werk mit dem Deutschen Filmpreis in Silber ausgezeichnet.
Gezeigt wird die vom DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum digitalisierte Fassung (91 Min., digital DCP, FSK 16). Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro und mit Black-Box-Pass 4 Euro. Der Vorverkauf erfolgt an der Kinokasse und telefonisch unter 0211-8992232.




