Düsseldorfer EG unterliegt gegen die Adler in Overtime

Die Düsseldorfer EG hat das Freitagsspiel gegen die Adler Mannheim äußerst knapp mit 4:5 verloren.

Düsseldorf – Von einem klaren Abstiegskandidaten war in der Partie nicht viel zu sehen. Über das gesamte Spiel machte die DEG ein hervorragendes Spiel und belohnte sich zumindest mit einem Punkt in einem der besten und verrücktesten Spiele der Saison.

Der Kader: Der Aufstellungsvergleich zur Mittwochspartie gegen Ingolstadt fiel auf zwei Positionen auf. Der wieder einsatzbereite Alec McCrea rotierte für Moritz Wirth in den Kader. Außerdem durfte wieder Luis Üffing auf das Eis – Jacob Pivonka war nicht mit von der Partie. Henrik Haukeland hütete das Tor – Nikita Quapp hielt sich bereit.

Das Spiel: Die DEG begann aggressiv im Forechecking und war körperlich aktiv. Von der Verunsicherung der letzten Spiele war nichts mehr zu sehen. Auch das erste Unterzahlspiel (4.) wurde souverän überstanden, was wiederum die gesamte Halle mitnahm und auf die Mannschaft überschlug. Minute für Minute kam mehr Intensität in die Partie. Trotz all der spielerischen Euphorie aufseiten der Rheinländer ließ Mannheim nicht ab. Immer wieder kamen die Adler gefährlich vor das Tor von Henrik Haukeland. Im Gegenzug Rot-Gelb, die verstanden Unruhe und Verwirrung im Drittel der Gäste zu stiften. In der neunten Spielminute musste Laurin Braun wegen einer unglücklichen Spielverzögerung auf der Strafbank platznehmen. Mannheim spielte ein hervorragendes Powerplay und verpasste die Führung nur knapp. Düsseldorf zeigte sich bis zur ersten Sirene davon unbeeindruckt.

So engagiert das erste Drittel der DEG war, so effizient kam sie aus der ersten Pause. Gleich zu Beginn: Alex Blank sah Philip Gogulla am langen Pfosten, der nur noch den Schläger hereinhalten musste – 1:0 bei 21:06! Die Adler mussten sich damit erst einmal zurechtfinden, während der Gastgeber wie selbstverständlich das Spieltempo bestimmte. Und es wurde noch körperlicher: Bennett Roßmy und Austin Ortega lieferten sich ein Handgemenge vor dem Mannheimer Kasten – es gab Strafen auf beiden Seiten (24.). Ein wenig später durfte auch Bernard Ebner in die Kühlbox (29.). Das half den Gästen wieder besser ins Spiel zu kommen. Es wurde wild: Jordan Swarz behielt im Torraum die Oberhand und brachte den Puck zum 1:1 bei 30:37 über die Linie. Das gab den Quadratestädtern Aufwind und mündete in einen schwer einzusehenden Schuss von Leon Gawanke bei 31:16 – 1:2. Die DEG ließ sich auch dadurch nicht aus der Ruhe bringen und spielte die Gäste powerplayartig her. Sinan Akdag traf dort zum 2:2 bei 35:16. Postwendend schien Alex Blank frei durch zu sein, doch Matthias Plachta hakte ein – Strafe (37). Im Düsseldorfer Powerplay kam Tom Kühnhackl im DEG-Drittel an die Scheibe, konnte sie zwar kaum kontrollieren, aber seinen eigenen Rebount verwerten – 2:3 bei 36:42. Doch auch der Shorthander brachte den Mannheimern nichts – Rot-Gelb traf! Alex Blank schlenzte den Puck vor das Gäste-Gehäuse, dort bekam sie niemand unter Kontrolle, bis sich Goalie Alexis Serge Nicolas Gravel das Spielgerät selbst über die Linie drückte – 3:3 bei 37:05. Ein verrücktes Sechs-Tore-Drittel, was will ein Eishockeyfan mehr?

Auch im Schlussdrittel wollte das Spiel nicht an Tempo verlieren. Die Adler hatten das Glück nun auf ihrer Seite: Leon Gawanke traf von der blauen Linie bei 46:03 zum 4:3 für die Gäste. Das tat der Spielintensität zwar keinen Abbruch, führte aber zum kurzen Schütteln der DEG. Austin Ortega war nah an der Zwei-Tore-Führung, Henrik Haukeland rettete überragend und hielt seine Mannschaft im Spiel (48.). Nach dem Powerbreak machte die DEG mit neuem Schwung weiter. Mannheim kam kaum noch nach vorne, Düsseldorf erhöhte das Risiko. Gleich zwei Mal wurden die Gäste beinahe zum Nutznießer dessen und verpassten den fünften Treffer. Entgegen dem zu wünschenden Spielverlauf eines jeden Eishockeyfans musste Justin Richards wegen Beinstellens auf die Strafbank – Powerplay für Mannheim in zwei der letzten drei Spielminuten. Doch der Eishockeygott warf sich seinen Rot-Gelb Schal noch einmal um: Drake Rymsha erlief sich die befreite Scheibe und legte auf den mitgelaufenen Philip Gogulla, der den DOME ins Glück schoss – bei 18:28 das 4:4! Es gibt Tage, die kann man nicht erklären …

Die Overtime fand lange Zeit kein Ende. Doch kurz vor Ende sicherte Luke Esposito per Rückhandschuss den Mannheimern den Zusatzpunkt und ließ die DEG mit „nur“ einem gewonnenen Punkt zurück. Ein bärenstarkes Spiel, das uns trotz Niederlage einen Punkt im Abstiegskampf sichert.

xity.de