Düsseldorf gedenkt Opfern des Novemberpogroms

Die Landeshauptstadt Düsseldorf gedenkt auch in diesem Jahr mit verschiedenen Veranstaltungen den Opfern der Novemberpogrome.

Düsseldorf – In der Nacht von Samstag, 9. November, auf Sonntag, 10. November, jähren sich die schrecklichen Ereignisse von 1938: Mehr als 450 Überfälle auf Wohnungen und Geschäftsräume, mindestens 70 teilweise schwer verletzte Menschen sowie 13 Ermordete werden allein in Düsseldorf verzeichnet. Das Gedenken findet in diesem Jahr sowohl am Sonntag, 9. November 2025, im Rahmen einer Kranzniederlegung und einer Gedenkveranstaltung im Rathaus, als auch am Montag, 10. November 2025, mit einem Gedenkrundgang in Eller sowie mit einem ökumenischen Gottesdienst statt.

Zentrale Gedenkveranstaltung im Rathaus

Die Jüdische Gemeinde und die Mahn- und Gedenkstätte laden am Sonntag, 9. November, 14 Uhr, zu einer Kranzniederlegung mit Gebet am Standort der ehemaligen Synagoge (Kasernenstraße/Ecke Siegfried-Klein-Straße) ein. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, der Vizepräsident des Landtags NRW, Christof Rasche, Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien und Chef der Staatskanzlei, Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdische Gemeinde Düsseldorf, und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften werden Kränze niederlegen. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Im Anschluss findet am Sonntag, 9. November, um 15 Uhr die zentrale Gedenkveranstaltung im Plenarsaal des Düsseldorfer Rathauses statt. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Minister Nathanael Liminski und Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdische Gemeinde Düsseldorf, werden Worte des Gedenkens sprechen. Rabbiner Schimon Levin wird das Trauergebet „El male Rachamim“ singen. Musikalisch wird die Veranstaltung durch den Chor der Yitzhak-Rabin-Schule begleitet.

Die Teilnahme an der Veranstaltung im Plenarsaal ist nur Gästen mit Einladung möglich.

Gedenkrundgang und Gottesdienst

Die Mahn- und Gedenkstätte initiiert auch in diesem Jahr wieder den „Gedenkgang“, bei dem junge Menschen für die Erinnerung an das Novemberpogrom von 1938 aktiv werden. Am Montag, 10. November 2025, findet das Gedenken ab 17.30 Uhr in den Stadtteilen Eller und Lierenfeld statt. Start ist an der Gumbertstraße 173 (Infopoint IndividuEller). Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Bernburger Straße, des Lore-Lorentz-Berufskollegs, der Volker-Rosin-Grundschule, der Schule am Eller Forst sowie der Dieter-Forte-Gesamtschule berichten vom Leben der jüdischen Bewohnerinnen und Bewohner. Sie blicken dabei auf die Ereignisse während des Pogroms am 9. und 10. November 1938. Zudem werden für das Gedenken vor Ort deutliche Zeichen gesetzt: An fünf historischen Wohn- und Geschäftsorten entlang der Gumbertstraße und der Reisholzer Straße gestalten die Schülerinnen und Schüler Schaufenster in Erinnerung an die jüdischen Nachbarinnen und Nachbarn im Stadtteil. Diese Installationen werden auch noch nach dem Gedenkrundgang, bis zum 23. November, zu sehen sein.

Im Anschluss sind alle eingeladen, am traditionellen ökumenischen Gottesdienst teilzunehmen. Dieser findet um 19 Uhr in der Kirche St. Michael, Posener Straße 1, statt.

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