Düsseldorf gedenkt der Opfer des Novemberpogroms 1938

Die Ereignisse des Novemberpogroms 1938 jähren sich am Montag, 9. November 2026, zum 88. Mal.

Düsseldorf – In Erinnerung daran und zum Gedenken an die zahlreichen Opfer lädt die Landeshauptstadt Düsseldorf zu verschiedenen Veranstaltungen ein, darunter ein Gedenkgang, ein ökumenischer Gottesdienst sowie eine Kranzniederlegung. Hierzu sind interessierte Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.

Gedenkrundgang und Gottesdienst

Bereits am Sonntag, 8. November 2026, initiiert der Arbeitskreis „Gedenken 9. November“ traditionell den „Gedenkgang“, bei dem junge Menschen für die Erinnerung an den Novemberpogrom von 1938 aktiv werden. Der Gang findet in diesem Jahr im Stadtteil Kaiserswerth statt. Er beginnt um 15 Uhr am Klemensplatz und führt rund um den Kaiserswerther Markt zu den historischen Wohnorten der jüdischen Verfolgten.

Seit Schuljahresbeginn haben sich Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Kaiserswerth, der Gemeinschaftsgrundschule Kaiserswerth, des Theodor-Fliedner-Gymnasiums sowie des Suitbertus-Gymnasiums mit den Fragen beschäftigt, wie jüdische Bewohnerinnen und Bewohner den 9. und 10. November 1938 in ihrem Stadtviertel erlebten, wie sich ihrer Nachbarinnen und Nachbarn verhielten und wer an den Überfällen beteiligt war. Während des Gedenkgangs präsentieren die Schülerinnen und Schüler der teilnehmenden Schulen an jeder Station die Lebensgeschichte der Verfolgten sowie ihre eigenen Eindrücke und Assoziationen und stellen Bezüge zur Gegenwart her. Dazu gestalten sie Schaufenster an den historischen Wohnorten sowie in deren unmittelbarer Nähe. Der Grafik-Designer Paul Plasma liefert mit einer Folierung der Schaufenster den historischen Kontext für die Installationen. Diese können auch nach dem Gedenkgang noch bis Ende November im Stadtviertel besichtigt werden. Anlässlich des Gedenkens reist zudem Judy Baumgarten mit ihrem Mann aus den USA nach Düsseldorf. Sie ist die Urenkelin der Shoa-Überlebenden Henriette Abt-Bornheim und die Urgroßnichte der Shoa-Opfer Rudolf und Siegfried Bornheim. Familie Bornheim hatte bis zur NS-Zeit seit Generationen in Kaiserwerth im Haus Kaiserswerther Markt 8 gelebt. Judy Baumgarten wird am Gedenkgang teilnehmen.

Im Anschluss, um 17 Uhr, findet ein ökumenischer Gedenkgottesdienst unter Beteiligung von Schülerinnen und Schülern des Theodor-Fliedner-Gymnasiums in der Evangelischen Stadtkirche Kaiserswerth, Fliednerstraße 12, statt.

Kranzniederlegung am Standort der ehemaligen Synagoge

Die Jüdische Gemeinde und die Mahn- und Gedenkstätte laden am Montag, 9. November 2026, um 10.15 Uhr, zu einer Kranzniederlegung mit Gebet am Standort der ehemaligen Synagoge (Kasernenstraße/Ecke Siegfried-Klein-Straße) ein. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, André Kuper, Präsident des Landtags von Nordrhein-Westfalen, Mona Neubaur, stellvertretende Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, und weitere Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kirchen, Verbänden und Gewerkschaften legen Kränze nieder. Männliche Teilnehmende werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Im Anschluss findet die zentrale Gedenkstunde im Düsseldorfer Rathaus statt. Bitte beachten Sie: Die Teilnahme hieran ist nur Gästen mit Einladung möglich.

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