Düsseldorf – Damit konnte nun eine nahezu flächendeckende Versorgung mit öffentlichen Toilettenanlagen im Stadtgebiet sichergestellt werden. Im Jahr 2022 war mit dem Ausführungs- und Finanzierungsbeschluss der Startschuss für die Umsetzung des Konzeptes gefallen. Neben der deutlichen Erhöhung des Toilettenangebotes beinhaltete es den weiteren Ausbau der Barrierefreiheit der WCs sowie eine Steigerung der Attraktivität der Toilettenanlagen im Zusammenhang mit den Themen Auffindbarkeit, Sicherheit und Hygiene.
Stadtkämmerin Dorothée Schneider betont: „Düsseldorf versteht sich als eine moderne, weltoffene und lebendige Stadt. Das Leben spielt sich zum großen Teil öffentlich und draußen ab. Niemand möchte im Bedarfsfall lange eine Toilettenanlage suchen müssen. Mit der Umsetzung des Toilettenkonzeptes wurde die Toiletteninfrastruktur erfolgreich optimiert und somit die Aufenthaltsqualität in der Stadt spürbar verbessert.“
Die Leiterin des Amtes für Gebäudemanagement, Doreen Kerler erklärt: „Die Anzahl der öffentlichen Toilettenanlagen konnte von ursprünglich 112 auf 165 erhöht werden. Allein die neuen Modultoilettenanlagen wurden im vergangenen Jahr rund 357.000-mal genutzt. Das zeigt uns, dass die neuen Toilettenanlagen gut angenommen werden. Ein voller Erfolg!“
Das Konzept ist in vier Teilprojekte untergliedert:
Modultoilettenanlagen
Neben der Zahl der öffentlichen Toilettenanlagen insgesamt, die von ursprünglich 112 auf 165 angestiegen war, wurde auch die Zahl der Modultoilettenanlagen von ursprünglich 22 auf 45 erhöht. Mittels Ausschreibungsverfahren konnte ein geeigneter Anbieter ausgewählt werden, der die Modulanlagen nach den festgelegten Kriterien der Landeshauptstadt Düsseldorf hergestellt hat und sie nun betreibt. Die Gestaltung der neuen Anlagen kombiniert Aspekte ökologischer Nachhaltigkeit mit moderner Technologie und modernen Materialien.
Die Farben der Modulanlage entsprechen den Vorgaben der Düsseldorfer Stadtmöblierung, sodass sich die Anlage schlicht und elegant in das Stadtbild einfügt. Das geknickte Dach ist ein markantes Element mit hohem Widererkennungswert. Die Dächer sind als Gründächer ausgebildet und leisten so einen Beitrag zur Verbesserung des Stadtklimas. Die Modultoilettenanlagen werden täglich gereinigt. Sie sind gemäß den anerkannten Regeln der Technik barrierefrei und verfügen über ein komplexes Notrufsystem. In Verbindung mit einer ständig besetzten Servicestelle wird dafür Sorge getragen, dass über die fest verbaute Notrufsäule alle Arten von Not- und Servicerufen abgewickelt werden können. Zusätzlich signalisiert die Modulanlage einen Notruf durch optische und akustische Signale im Umfeld. Ein ausklappbarer Wickeltisch gehört ebenfalls zu ihrer Ausstattung. Die Modultoilettenanlagen sind durchgehend geöffnet. Das Nutzungsentgelt beträgt 0,50 Euro. Es kann per Münzeinwurf oder bargeldlos und kontaktlos bezahlt werden. Die Nutzung ist für Menschen mit Behinderung unter Einsatz des Euroschlüssels kostenfrei.
Um Menschen mit komplexer Behinderung und erhöhtem Pflegebedarf die Teilnahme am gesellschaftlichen Stadtleben zu erleichtern, wurden zusätzlich zwei sogenannte „Toiletten für alle“ an zentraler Stelle im Stadtgebiet aufgestellt. Sie befinden sich am Joseph-Beuys-Ufer und an der Moselstraße. Diese Toilettenanlagen verfügen gegenüber den herkömmlichen Modellen zusätzlich über eine Liege und einen Lifter. Unter Einsatz des Euroschlüssels können die Toilettenanlagen kostenfrei genutzt werden. Die Nutzung der „Toilette für alle“ ist ausschließlich für Menschen mit starken körperlichen Beeinträchtigungen beziehungsweise für Personen mit erhöhtem Pflegebedarf vorgesehen. Dadurch soll die Verfügbarkeit erhöht sowie einer möglichen Zweckentfremdung und Vandalismus entgegengewirkt werden.
Sanierung städtischer Toilettenanlagen
Die Sanierung städtischer Bestandstoilettenanlagen war ebenfalls Teil des Toilettenkonzeptes. Dabei stand sowohl die barrierefreie Nutzbarkeit als auch der nachhaltige Betrieb im Fokus. Alle sanierten Standorte sind nun gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik barrierefrei. Durch den Austausch der Fenster und Türen sowie die Umrüstung auf LED-Beleuchtung inklusive Präsenzmeldern konnten deutliche Einsparpotenziale im Hinblick auf den Energieverbrauch erzielt werden. Zudem wurden berührungslos funktionierende Waschtischarmaturen eingebaut, die den Wasserverbrauch regulieren. Es wurde ein einheitliches Gestaltungskonzept berücksichtigt, welches an die neuen Modultoilettenanlagen angelehnt ist. Die Benutzung der Toilettenanlagen ist kostenfrei. Insgesamt wurden 14 städtische Toilettenanlagen saniert.
Kooperationsprogramm City Toilet
Die Landeshauptstadt Düsseldorf hat das Kooperationsprogramm City Toilet, welches vom Amt für Gebäudemanagement koordiniert und betreut wird, gegründet. Die Teilnahme an dem vorherigen Projekt Nette Toilette wurde beendet und die bisherigen Partner in das neue Kooperationsprogramm übernommen. Das Prinzip hinter dem Kooperationsmodell ist einfach: Von Händlern oder Gastronomen wird während der normalen Öffnungszeiten ihre Toilette kostenlos zur öffentlichen Nutzung bereitgestellt, wofür sie von der Stadt wiederum eine festgelegte, monatliche Aufwandspauschale von 100 Euro bis 150 Euro erhalten. Kenntlich gemacht wird die Teilnahme an der Kooperation durch das sichtbare Anbringen eines Stickers – zum Beispiel an der Ladentür sowie durch die Veröffentlichung auf den städtischen Internetseiten. 73 Kooperationspartner konnte die Stadt inzwischen akquirieren. Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer haben auch weiterhin die Möglichkeit, an dem Programm teilzunehmen. Die Nutzungsvereinbarungen werden dabei so gestaltet, dass bei Bedarf auch eine zeitnahe Beendigung des Vertragsverhältnisses durch kooperierende Unternehmen möglich ist.
Kommunikation
Die durchgängige Benutzung des Markennamens und des -logos „City Toilet“ führt zu einer gesteigerten Wiedererkennbarkeit der städtischen Toilettenanlagen. Das Amt für Gebäudemanagement hat im Rahmen des Toilettenkonzeptes ein neues Toilettenleitsystem entwickelt. Dazu wurden im gesamten Stadtgebiet rund 370 Hinweisschilder aufgestellt. Mit Hilfe der Beschilderung wird der Weg zur nächstgelegenen Toilettenanlage aufgezeigt. Die analoge Wegweisung wird durch einen umfangreichen Internetauftritt digital ergänzt. Unter www.duesseldorf.de/city-toilet können alle Toilettenstandorte online eingesehen werden. Mittels GPS-Funktion moderner Endgeräte können die nächstgelegenen Standorte auf einer interaktiven Karte angezeigt werden. Auf der Homepage sind außerdem Hinweise zur Barrierefreiheit und zu den Öffnungszeiten der Toilettenanlagen zu finden.




