Bundesweiter Jugendstreiktag im öffentlichen Dienst

Am Donnerstag, 29. Januar 2026, rief die ver.di-Jugend zu einem bundesweiten Jugendstreiktag von Auszubildenden und Studierenden im öffentlichen Dienst auf.

Düsseldorf – Bei den bundesweiten Streiks werden rund 1.200 Nachwuchskräfte aus ganz Deutschland erwartet. An den Standorten Berlin, Hamburg, Hannover Düsseldorf, Leipzig, Kiel, Rostock sowie in Bayern in München, Augsburg, Regensburg, Erlangen und Würzburg erhöhen die jungen Streikenden vor der nächsten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeber. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte auch in der zweiten Verhandlungsrunde Mitte Januar kein verbindliches Angebot vorgelegt hat.

„Es kann nicht sein, dass Auszubildende am Ende des Monats Nudeln mit Ketchup essen müssen, weil sie sich nichts anderes mehr leisten können. Die Lebensmittelpreise sind seit 2020 um 35 Prozent gestiegen.“

ver.di fordert in der laufenden Tarifrunde für Nachwuchskräfte monatlich 200 Euro mehr, die unbefristete Übernahme von Auszubildenden und dual Studierenden in Vollzeit im erlernten Beruf sowie einen bundesweiten Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud).

Die Auszubildenden und Studierenden des öffentlichen Dienstes fordern 200 Euro mehr Ausbildungsvergütung (Foto: xity)

„Die rund 300.000 studentischen Beschäftigten arbeiten unter prekären Bedingungen. Niedrige Löhne, Kettenbefristungen und unbezahlte Überstunden gehören für sie zum Alltag“, so Werneke weiter. „Diese größte Tariflücke im öffentlichen Dienst muss endlich geschlossen werden, denn nur sichere Stellen und eine angemessene Bezahlung ermöglichen kontinuierliche und gute wissenschaftliche Arbeit.“

Werneke rät den Arbeitgebern, die Forderungen der jungen ver.di-Mitglieder im öffentlichen Dienst ernst zu nehmen. „Um auch in Zukunft einen funktionsfähigen öffentlichen Dienst zu gewährleisten, sollten Arbeitgeber alles daransetzen, ihren Nachwuchs zu halten. Und das geht nur mit attraktiven Arbeitsbedingungen – auch in der Ausbildung.“

Auch in Nordrhein-Westfalen ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) junge Beschäftigte landesweit zu Streiks und Protestaktionen auf. Höhepunkt in NRW ist eine Demonstration zum Finanzministerium mit anschließender Kundgebung in Düsseldorf.

In Düsseldorf waren etwa 100 junge Menschen auf die Straße gekommen, um ihre Forderungen durchzusetzen. (Foto: xity)„Die Arbeitgeber verweigern auch nach der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot – das trifft besonders die jungen Beschäftigten“, sagt Frank Bethke, stellvertretender Landesbezirksleiter von ver.di in NRW. „Viele Auszubildende und dual Studierende geraten durch die hohen Lebenshaltungskosten massiv unter Druck. Deshalb werden sie vor dem Finanzministerium ihre Forderungen direkt an NRW-Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk richten.“

Bethke verweist darauf, dass vor allem steigende Mieten und Lebensmittelpreise die Situation verschärfen: „Die Preise gehen vielleicht langsamer nach oben, aber sie bleiben auf einem Niveau, das für viele kaum noch zu stemmen ist. Es darf nicht sein, dass junge Menschen am Monatsende kaum noch wissen, wovon sie leben sollen.“

Beim Streiktag in Düsseldorf waren etwa 100 junge Menschen aus ganz Nordrhein-Westfalen erschienen, um für mehr Ausbildungsvergütung und eine sichere Übernahme auf die Straße zu gehen.

xity.de
Nach oben scrollen