Ausbildungsmarkt Düsseldorf 2026: Mehr Bewerber aber weniger Stellen

Am Freitag, 30. Oktober 2026, stellten die Agentur für Arbeit, die Handwerkskammer, die IHK, sowie die Freien Berufe NRW in Düsseldorf die Ausbildungsbilanz 2026 vor.

Düsseldorf – Die Netzwerkpartner präsentierten die aktuellen Zahlen zum Ausbildungsmarkt im Rahmen einer Pressekonferenz in der Klinik am Kaiserteich – ein Arbeitgeber der kontinuierlich im medizinischen Bereich ausbildet. Im Fokus standen der Wandel und die Trends des Ausbildungsmarktes im vergangenen Jahr, der von einer rückläufigen Ausbildungsbereitschaft in Düsseldorfer Unternehmen geprägt ist.

Etwa 3.560 junge Menschen bekundeten bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Düsseldorf ihr Interesse an der Ausbildungsvermittlung. Eine mit rund 3.230 Ausbildungsstellen sinkende Anzahl an zur Vermittlung freigegebenen Ausbildungsplätzen steht dem Ausbildungswillen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegenüber und sorgt für eine negative Bewerber-Stellen-Relation in der Landeshauptstadt.

Eine Situation, die ausbildende Unternehmen durchaus für sich nutzen können, findet Birgitta Kubsch-von Harten, Vorsitzende der Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Düsseldorf: „Wir haben in Düsseldorf wahrlich keinen Mangel an Ausbildungsinteressierten, die Wert auf berufliche Entwicklungsmöglichkeiten legen. Das ist eine sehr schöne Grundlage für Unternehmen vor Ort, motivierte Azubis zu finden und sich für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu wappnen. Denn es liegen echte Chancen in der Ausbildung eigener Fachkräfte, die oft eine Affinität für wichtige Zukunftsthemen mitbringen und Veränderungen gestalten möchten.“

Kubsch-von Harten sieht großes Potential im Standort Düsseldorf: „Düsseldorf ist eine junge Stadt. Viele junge Menschen zieht es in die Landeshauptstadt und sie möchten hier ihre Zukunft gestalten. Dies kann Ausbildungsbetrieben dabei helfen, sich dem wirtschaftlichen und strukturellen Wandel zu stellen. Denn es zeigt sich immer wieder: Die betriebliche Ausbildung kann schon heute den unternehmerischen Erfolg von Morgen sichern. Wichtig ist dabei, sich als offener Arbeitgeber zu präsentieren und auch via Praktikum, Einstiegsqualifikation und Co. einen Zugang zu bieten.“

Der Geschäftsführer beim Verband Freier Berufe im Lande Nordrhein-Westfalen e.V., Oliver A. Kanthak, hebt insbesondere die Zukunftschancen in den Ausbildungsberufen der Freien Beruf hervor: „Hier werden junge Menschen zu qualifizierten Fachkräften ausgebildet, die einen unverzichtbaren Beitrag zum reibungslosen Funktionieren unserer Apotheken, Ingenieur- und Steuerbüros, Kanzleien und Praxen leisten. Meist arbeiten kleine Teams Hand in Hand – stets zum Wohle der Klienten, Mandanten und Patienten.“

Dr. Christian Henke, Geschäftsführer für Bildungsrecht und Bildungspolitik bei der Handwerkskammer Düsseldorf, rechnet im Jahr 2026 erneut mit einem leichten Plus bei neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen in Handwerksberufen: „Dieser Zuwachs ist angesichts der Konjunkturflaute, der zahlreichen Krisen und der vielerorts gedrückten Stimmung ein starkes Signal. Auch der fehlende Abiturjahrgang macht sich bei uns spürbar bemerkbar. Es zeigt sich: Das Handwerk ist und bleibt für junge Menschen attraktiv – und bietet jungen Menschen vielfältige Chancen und verlässliche Perspektiven.“

Bei Berufen in Industrie und Handel stellt sich die Situation ein wenig anders dar. So verzeichnet die Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf einen Rückgang der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 10,4 Prozent. „Das ist ein deutliches Warnsignal. Weniger Ausbildung heute verschärft den Fachkräftemangel von morgen“, warnt Dr. Jürgen Holtkamp, Bereichsleiter Ausbildungsberatung, -stellenvermittlung und -projekte der IHK Düsseldorf. „Deshalb setzen wir an beiden Stellen des Ausbildungsmarktes an: Wir unterstützen Betriebe mit Beratung und gezielter Vermutlich bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze. Gleichzeitig helfen wir jungen Menschen mit Berufsorientierung, direkten Unternehmenskontakten und individuellen Einstiegsangeboten auf dem Weg in die Ausbildung.“

Abgeschlossene Ausbildungsverträge

4.242 Ausbildungsverträge wurden im Jahr 2025 abgeschlossen. Das sind 108 Ausbildungsverträge weniger als im Jahr zuvor (-2,5 Prozent)

Die Düsseldorfer Unternehmen meldeten der Agentur für Arbeit im Zeitraum Oktober 2025 bis September 2026 insgesamt 3.229 betriebliche Ausbildungsstellen. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Minus von 153 (4,5 Prozent).

3.561 junge Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ließen sich für die Ausbildungsvermittlung als Bewerber registrieren. Das ist ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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