Düsseldorf – Der Düsseldorfer Karneval feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat das Hetjens Deutsches Keramikmuseum in Kooperation mit dem Comitee Düsseldorfer Carneval e. V. eine Festtafel gedeckt und lädt Bürgerinnen und Bürger zum närrischen Augenschmaus in das Düsseldorfer Rathaus ein.
Hinter schützenden Glaswänden zeigt sich, dass die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer schon immer gewusst haben, den Karneval zu feiern. Ausgelassen, aber auch stilvoll, festgehalten in Exponaten aus dem auch als weißes Gold bezeichneten wertvollen Material. Das Porzellan gehört zur Sammlung des Hetjens, die Gläser und das Silber sind Leihgaben aus Privatsammlungen.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller, Lothar Hörning, Präsident des Comitees Düsseldorfer Carneval, Dr. Daniela Antonin, Leiterin des Hetjens-Museums, und ihr Stellvertreter Dr. Wilko Beckmann präsentierten den Tisch am Donnerstag, 6. Februar 2025, im Foyer des Düsseldorfer Rathauses, Marktplatz 2. Dort ist er noch bis zum 24. Februar von 8 bis 18 Uhr zu bewundern.
Die Anregung zu Gestaltung der eleganten Balletttänzerinnen und -tänzer geht zurück auf den Klavierzyklus Carnaval (op. 9) von Robert Schumann aus dem Jahr 1837. Die Handlung des Stücks spielt auf einem Maskenball. Schumann lässt auf diesem Ball verschiedene Figuren der Commedia dell’arte wie Pierrot und Harlekin auftreten. Seine spätere Ehefrau Clara Schumann, geborene Wieck wird durch die Gestalt der Chiarina (Tänzerin mit weißer Haube) verkörpert, Robert Schumann selbst erscheint in der Person des Eusebius (Tänzer mit blauem Frack).
Der Bildhauer Paul Scheurich hat eine Inszenierung von Schumanns Carnaval 1912 im Berliner Theater des Westens gesehen. Er war so begeistert, dass er daraufhin das Ensemble in Porzellan modellierte. Die Tänzerinnen und Tänzer waren seine ersten und zugleich erfolgreichsten Kunstwerke für die Porzellanmanufaktur Meissen. Schon August der Starke, Kurfürst von Sachsen und Gründer der Porzellanmanufaktur, war ein ausgesprochener Karnevalsliebhaber und hat den Umzug durch die Residenzstadt Dresden oftmals persönlich angeführt.
Auch die Teller kommen aus Meissen und wurden 1926 vom Künstler Max Esser entworfen. Der Dekor Strahlenmuster wurde nur wenige Jahre produziert und erinnert an ein leuchtendes Feuerwerk. Der Ankauf für das Museum wurde kürzlich durch die Dr. Günter Lontzen-Stiftung ermöglicht.
Die große Vase Atrium, ein Entwurf von Trude Petri, mit dem goldenen Schriftzug Hetjens-Museum ist eine Sonderanfertigung der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM Berlin) und wurde dem Museum 2022 anlässlich eines Kooperationsprojekts geschenkt.