Landkreis Leer – Seit gut drei Monaten sind die Räum- und Streufahrzeuge bei Tag und bei Nacht im Einsatz, um 376 Kilometer Kreisstraßen und 250 Kilometer Radwege von Eis und Schnee zu befreien. Der Landkreis Leer zieht eine erste Bilanz.
Wie viele Einsätze gab es schon?
Die Mitarbeiter des Winterdienstes brechen mit ihren Fahrzeugen vom Bauhof des Straßen- und Tiefbauamtes in Leer-Logabirum zu ihren Einsätzen auf. In dieser Wintersaison wurden bis zum 6. Februar bereits 55 Einsätze gefahren, davon entfielen 45 allein auf die ersten Wochen dieses Jahres. Zum Vergleich: Im Winter 2024/25 waren es von November bis März insgesamt 39 Einsätze, in der Saison 2023/24 insgesamt 32.
Wie viel Salz wurde gestreut?
Ein normaler Winter, meinen die einen, ein extremer, die anderen. „Ein Winter, wie wir ihn lange nicht mehr hatten“, sagt Landrat Matthias Groote. Und Uwe Welzel, Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes, kann die Herausforderung in Zahlen ausdrücken: Bis zum 6. Februar hatte der Winterdienst bereits 1.100 Tonnen Salz auf Kreisstraßen und Radwegen ausgebracht – und damit deutlich mehr als in den vergangenen Jahren im ganzen Winter: 2024/25 lag der Gesamtverbrauch bei 912 Tonnen, 2023/24 bei 854 Tonnen, 2022/23 bei 767 Tonnen und 2021/22 bei 715 Tonnen.
Auf die Winter 2014/15 bis 2024/25 gerechnet, liegt der Durchschnittsverbrauch bei 905 Tonnen, in drei von elf Wintern wurde die Marke von 1.000 Tonnen übertroffen, zuletzt 2020/21 mit rund 1.430 Tonnen.
Dieser Winter mit Extremen wie Eisregen, Blitzeis und meterhohen Schneeverwehungen stellt den Winterdienst vor besondere Herausforderungen. Der Salzverbrauch ist entsprechend hoch. Allein am Mittwoch, 4. Februar, musste der Winterdienst wegen des Eisregens mit gefährlicher Glätte zu drei Umläufen ausrücken und 75 Tonnen Salz streuen, um die Straßen freizubekommen.
Bei den Salzlieferzungen ist es in den vergangenen Wochen zu Verzögerungen gekommen; allerdings hat der Landkreis vor Kurzem Nachschub erhalten.
Wie viel Salz kann der Landkreis lagern?
Auf dem Bauhof in Logabirum stehen zur Verfügung: vier Silos je 90 Tonnen und ein Lager für 100 Tonnen, insgesamt 460 Tonnen Streusalz. Nachschub kommt in der Regel aus einem Zwischenlager des Hauptlieferanten, das sich in Lingen befindet. Dieses Lager, aus dem mehrere Kunden beliefert werden, ist wegen der großen Nachfrage inzwischen leer. Das Salz kommt jetzt direkt aus den Bergwerken, die Wege von dort nach Leer sind länger.




