Cuxhaven – Mehr Sicherheit für Radfahrende, bessere Bedingungen für Fußgängerinnen und Fußgänger und ein geordneter Straßenraum: Die Auswertung des Pilotprojekts zeigt, dass die Maßnahmen die angestrebten Ziele erreicht haben und von den beteiligten Fachstellen positiv bewertet werden.
Bereits im Radverkehrskonzept der Stadt Cuxhaven aus dem Jahr 2022 wurden die Friedrich-Carl-Straße und der Grüne Weg als Teil der Veloroute „Lotsenviertel – Bahnhof“ ausgewiesen. Als Hauptroute im innerstädtischen Radverkehrsnetz kommt dieser Verbindung eine besondere Bedeutung zu. Ergänzend zeigten die Fußverkehrs-Checks im Jahr 2024 Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Barrierefreiheit und der Zugänglichkeit der Gehwege auf.
Mit der dauerhaften Einrichtung der Fahrradstraßen verfolgt die Stadt mehrere Ziele: Der Radverkehr soll gestärkt, die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöht und der öffentliche Straßenraum als attraktives und lebenswertes Wohnumfeld weiterentwickelt werden.
Der Verkehrsversuch begann Mitte Juli 2025. Die Fahrradstraßen wurden zunächst durch Beschilderung sowie temporäre Markierungen nach dem sogenannten „Cuxhavener Standard“ ausgewiesen. Gleichzeitig wurden die Vorfahrtsregelungen angepasst, sodass die Fahrradstraße gegenüber einmündenden Straßen Vorrang erhielt.
Die Entscheidung zur dauerhaften Einrichtung basiert auf einer umfassenden Evaluation des Verkehrsversuchs. Neben Verkehrszählungen wurden auch Anwohnerinnen und Anwohner sowie weitere Akteure in den Auswertungsprozess einbezogen.
Die Ergebnisse fallen durchweg positiv aus. Während des Verkehrsversuchs nahm der Radverkehr auf der Strecke um rund 11 bis 20 Prozent zu. Gleichzeitig ging der Kfz-Durchgangsverkehr auf der Achse zurück. Nach Auskunft der Polizei gab es im gesamten Testzeitraum keine Unfälle oder besonderen Auffälligkeiten. Auch Feuerwehr, Rettungsdienste und die Abfallwirtschaft bewerteten die Maßnahme positiv. Sie berichteten von einer verbesserten Befahrbarkeit sowie einer besseren Einsehbarkeit der Straßenräume. Durch die Ordnung des Parkens wird sichergestellt, dass die gesetzlich vorgeschriebene Fahrgassenbreite für Rettungsfahrzeuge jederzeit freigehalten werden. Gleichzeitig bleibt ausreichend Platz für den Begegnungsverkehr zwischen Radfahrenden. Darüber hinaus stehen die Gehwege den Fußgängerinnen und Fußgängern wieder uneingeschränkt zur Verfügung, wodurch insbesondere die Barrierefreiheit verbessert wird.
Die dauerhafte Gestaltung erfolgt nach dem „Cuxhavener Standard“ für Fahrradstraßen. Dieser umfasst großflächige Fahrrad-Piktogramme und rote Markierungen an den Ein- und Ausfahrten der Fahrradstraßen, unterbrochene Breitstrichmarkierungen als durchgängiges Gestaltungselement sowie rot eingefärbte Kreuzungsbereiche zur besseren Wahrnehmung.
Ergänzend werden an Einmündungen sogenannte „Haifischzähne“ markiert, um die Vorfahrtsregelung eindeutig kenntlich zu machen. Sperrflächen in den Kreuzungsbereichen sorgen zudem für freie Sichtbeziehungen und erleichtern insbesondere Fußgängerinnen und Fußgängern das sichere und barrierefreie Queren der Straßen.
Mit der dauerhaften Einrichtung der Fahrradstraßen setzt die Stadt Cuxhaven einen weiteren Baustein ihres Radverkehrskonzepts um. Ziel ist es, den Straßenraum zukunftsfähig zu gestalten und die unterschiedlichen Anforderungen aller Verkehrsteilnehmenden in Einklang zu bringen. Die Maßnahmen tragen dazu bei, den Radverkehr zu fördern, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität im Lotsenviertel nachhaltig zu verbessern.




