Schwerin: Ersthelfer-System „ASB SCHOCKT“ gestartet

Die Region Westmecklenburg führt gemeinsam mit dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Mecklenburg-Vorpommern ein neues Ersthelfer-System zur schnelleren Hilfe bei Herz-Kreislauf-Stillständen ein.

Schwerin – Smartphone-App „ASB SCHOCKT“ wird künftig in der Landeshauptstadt Schwerin sowie in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg bei der Alarmierung von Ersthelfenden eingesetzt. Durch die Kooperation zwischen der Integrierten Leitstelle Westmecklenburg und dem ASB-Landesverband MV entsteht damit ein flächendeckendes Ersthelfersystem zur Unterstützung der Laienreanimation im gesamten Leitstellenbereich zwischen Elbe und Ostsee. Ziel ist es, die Überlebenschancen sowie die Möglichkeit einer vollständigen Genesung nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand deutlich zu verbessern. Allein in Westmecklenburg gibt es jährlich rund 250 Notfälle, bei denen ein solcher Einsatz lebensrettend sein kann.

„Jede Minute zählt bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand. Mit dem neuen Ersthelfer-System schaffen wir es, qualifizierte Helferinnen und Helfer deutlich schneller an den Einsatzort zu bringen – oft noch vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes. Das kann über Leben und Tod entscheiden“, betont Dr. Ernst Golde, Ärztlicher Leiter der Leitstelle Westmecklenburg.

Über die App können sich interessierte Ersthelferinnen und Ersthelfer registrieren und nach erfolgreicher Prüfung eines niederschwelligen Qualifikationsnachweises (beispielsweise eines Erste-Hilfe-Kurses) für Alarmierungen freigeschaltet werden. Die Verwaltung und Qualifikation der Helfenden übernimmt der ASB-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern.

Die App ist an das bewährte System „KATRETTER“ angebunden. Im Notfall alarmiert die Integrierte Leitstelle gezielt registrierte Helferinnen und Helfer in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes. Diese können die Alarmierung direkt über die App annehmen und werden anschließend zum Einsatzort navigiert. Während des gesamten Einsatzes bleibt die Leitstelle als Ansprechpartner verfügbar.

Ein weiterer Vorteil: In der App sind Standorte öffentlich zugänglicher Automatisierter Externer Defibrillatoren (AED) hinterlegt, sodass diese im Notfall schnell gefunden und eingesetzt werden können. Auch neue AED-Standorte können durch die Nutzerinnen und Nutzer erfasst werden.

Unabhängig davon wird parallel stets der öffentliche Rettungsdienst mit Rettungswagen und Notarzt oder Notärztin alarmiert. Gerade in ländlich geprägten Regionen können jedoch Anfahrtszeiten entstehen, in denen Ersthelfende entscheidend Zeit überbrücken. Denn jede Minute ohne Wiederbelebungsmaßnahmen senkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa zehn Prozent.

In den kommenden Monaten wird die Initiative in der Region intensiv beworben. Ziel ist es, möglichst viele Ersthelferinnen und Ersthelfer zu gewinnen. Besonders angesprochen sind neben der allgemeinen Bevölkerung auch Mitarbeitende aus medizinischen Einrichtungen, Arztpraxen, Kliniken, dem Rettungsdienst sowie aus Feuerwehren und Hilfsorganisationen.

Auch die Erfassung weiterer AED-Standorte ist ein wichtiger Bestandteil des Projekts. Denn bereits mit kleinen Maßnahmen kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen, im Ernstfall Leben zu retten.

xity.de
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