Schwerin – Die zweistöckige Mobilitätsstation bietet über 300 Stellplätze für Fahrräder, darunter spezielle Bereiche für Langzeitparker, E-Bikes und Lastenräder. Sie umfasst einen Fahrradverleih sowie ein öffentlich zugängliches, barrierefreies WC. Eine befahrbare Rampe mit 11-prozentiger Neigung ermöglicht einen leichten Zugang zum Obergeschoss. Die Hybridbauweise des Gebäudes kombiniert eine Massivkonstruktion im Erdgeschoss mit einem leichten Holztragwerk im Obergeschoss. Alle Materialien bleiben bewusst sichtbar, roh und unverputzt, sodass Nutzerinnen und Nutzer ihre natürlichen Qualitäten wahrnehmen können.
Die Fassade aus recyceltem Ziegelmauerwerk und vertikalen Holzlamellen schützt die Holzelemente wetterfest, bleibt luftdurchlässig und macht die inneren Funktionszonen klar erkennbar. Eine Photovoltaik-Anlage und extensive Begrünung auf dem Flachdach fördern Energieeffizienz und Biodiversität. Durch die L-förmige Gebäudeform wird ein einladender Vorplatz geschaffen.
Für Verkehrsdezernent Bernd Nottebaum stellt die Mobilitätsstation ein Schlüsselelement für eine leistungsfähige Radverkehrsinfrastruktur in Schwerin dar: „Fahrradparkhäuser senken nicht nur eine wichtige Hürde für den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad, sie benötigen deutlich weniger Raum als Parkplätze für Autos. Die Mobilitätsstation verbessert Sicherheit, Komfort und Verlässlichkeit des Radfahrens in Schwerin und trägt maßgeblich dazu bei, den Radverkehr als festen Bestandteil nachhaltiger Mobilität zu etablieren.“
Die Investition in Höhe von 3,2 Millionen Euro wird mit 90 Prozent von Land und Bund gefördert, 3 Prozent des städtischen Eigenanteils übernimmt zudem die Metropolregion Hamburg. Betreiber wird der Nahverkehr Schwerin (NVS) sein, der damit auch sein eigenes Verleihgeschäft erweitern möchte.
Als Standort in der Nähe des Hauptbahnhofs hat die Stadt ein eigenes Grundstück Am Packhof zur Verfügung gestellt. Mit dem Grunthalplatz befindet sich zudem ein wichtiger Knoten- und Umstiegspunkt für zahlreiche Buslinien und die Straßenbahn in unmittelbarer Nachbarschaft.
Das Projekt wird vom Zentralen Gebäudemanagement der Landeshauptstadt federführend umgesetzt. „Mit dem Fahrradparkhaus am Bahnhof investieren wir gezielt in eine zeitgemäße Infrastruktur für den Radverkehr. Gerade an diesem zentralen Mobilitätsknoten wollen wir ausreichend, sichere und gut erreichbare Abstellmöglichkeiten schaffen. Unser Anspruch ist eine langlebige, durchdachte Lösung, die den wachsenden Bedarf an Fahrradstellplätzen aufgreift und den Umstieg aufs Rad und auf den öffentlichen Verkehr erleichtert“, so der Werkleiter des Zentralen Gebäudemanagements Kristian Meier-Hedrich.
Die Fertigstellung des Bauwerks ist Ende 2026, die Inbetriebnahme im ersten Quartal 2027 geplant.




