Hanau – Ziel des Treffens war es, mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren einen gemeinsamen Start für die Zusammenarbeit zu markieren und gleichzeitig die künftige Ausrichtung des Katastrophenschutzes in der Brüder-Grimm-Stadt zu skizzieren. Dabei präsentierten sich sowohl der zuständige Verwaltungsstab der Stadt Hanau als auch die eingebundenen Katastrophenschutzeinheiten. Dazu gehören der Arbeiter-Samariter-Bund, das Deutsche Rote Kreuz, die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie die Johanniter-Unfall-Hilfe und die Feuerwehr Hanau mit ihren Kompetenzen. „Ich freue mich über den regen Austausch, der heute stattgefunden hat, denn ein leistungsfähiger Katastrophenschutz funktioniert nur gemeinsam“, betonte Sean Heesch, stellvertretender Leiter des Amtes für Brand- und Bevölkerungsschutz der Stadt Hanau, „ob hauptamtliche Einsatzkräfte oder ehrenamtlich Engagierte: das enge, vertrauensvolle Zusammenspiel aller Beteiligten ist die Grundlage dafür, im Ernstfall ebenso zügig wie entschlossen für die Sicherheit unserer Bevölkerung zu sorgen.“
Die Neugründung der Unteren Katastrophenschutzbehörde baut auf den Strukturen des städtischen Krisenmanagements auf, das sich bereits bei Großbränden sowie in außergewöhnlichen Lagen wie dem Anschlag vom 19. Februar 2020 und der Covid-Pandemie bewährt hat. Auch die Aufnahme und Versorgung von Geflüchteten, die zunehmende Zahl von Extremwetterereignissen infolge des Klimawandels sowie zahlreiche Kampfmittelfunde stellten in den vergangenen Jahren immer wieder hohe Anforderungen an Verwaltung und Einsatzkräfte. Diese wurden stets professionell, umsichtig und bürgernah bewältigt und kommuniziert.
„Hanaus Bürgerinnen und Bürger können darauf vertrauen, dass auch in außergewöhnlichen Situationen ihre Sicherheit jederzeit oberste Priorität hat. Das Krisenmanagement der Stadt Hanau steht für besonnenes und entschlossenes Handeln, ohne unnötige Ängste zu schüren oder in Alarmismus zu verfallen. Stattdessen, und das hat der Tag heute wieder gezeigt, legen wir großen Wert auf eine professionelle Zusammenarbeit, die fortlaufende Optimierung unserer Strukturen und vor allem eine gute Vorbereitung“, sagt Stadträtin Isabelle Hemsley, die außerdem alle ehrenamtlichen Kräfte der Hilfsorganisationen herzlich in der neuen Hanauer Zuständigkeit willkommen hieß.
Im Rahmen der Vorbereitung auf die Kreisfreiheit hat die Stadt Hanau, basierend auf den bereits gewonnenen Erfahrungen sowie Sonderschutzplänen des Landes Hessen, frühzeitig erste Maßnahmen ergriffen, um auch in Zukunft auf außergewöhnliche Ereignisse und Krisensituationen vorbereitet zu sein. Als Grundlage dafür dienen unter anderem die Regelungen des Hessischen Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz (HBKG) sowie die Hessische Gemeindeordnung (HGO) und das Katastrophenschutz-Konzept des Landes Hessen. Diese Planungen bilden ein tragfähiges Fundament für die Weiterentwicklung des Krisen- und Katastrophenschutzes. Zudem erfordern aktuelle geopolitische, gesellschaftliche und technologische Entwicklungen wie die Folgen des Angriffskrieges gegen die Ukraine, wachsende Cyberbedrohungen und mögliche großflächige Stromausfälle neue organisatorische und rechtliche Rahmenstrukturen.
Der Magistrat der Stadt Hanau hat deshalb mit der Einführung und weitergehenden Implementierung einer überarbeiteten Dienstanweisung für den Krisen- und Verwaltungsstab den Aufbau adaptiver und rechtssicherer Strukturen in die Wege geleitet. Mit klar definierten Zuständigkeiten und Abläufen gewährleistet die Stadt, dass sie verlässlich auf besondere Lagen und Krisensituationen reagieren kann. Parallel werden die Personalbedarfsplanung für außergewöhnliche Lagen sowie die Sicherstellung kritischer Verwaltungsprozesse kontinuierlich weiterentwickelt. Als weitere Maßnahme wurde der notwendige Personal- und Technikausbau sowohl in den städtischen Dienststellen als auch bei der Feuerwehr angestoßen. Langfristig ist eine vollständige Aufstellung gemäß dem Katastrophenschutzkonzept des Landes Hessen vorgesehen.




