Hanau – Das Gesamtprojekt umfasst den Bau von zwei zusätzlichen S-Bahn-Gleisen auf einer Länge von rund 19 Kilometern zwischen Frankfurt, Maintal und Hanau. Sie ergänzen die bestehende Bahnstrecke nördlich des Mains und schaffen Kapazitäten für den Nah- und Fernverkehr. Die Bauarbeiten in den Abschnitten Frankfurt und Maintal haben 2025 begonnen. Für den dritten Bauabschnitt in Hanau ist jetzt mit dem Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes die letzte planungsrechtliche Hürde genommen.
„Die Nordmainische S-Bahn ist ein Schlüsselprojekt für Hanaus Zukunft, denn sie verbessert die Erreichbarkeit der Stadt aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und stärkt den öffentlichen Nahverkehr als Alternative zum Auto“, sagt Stadträtin Hemsley. „Der Planfeststellungsbeschluss schafft endlich Planungssicherheit. Nach den Jahren der Vorbereitung geht es jetzt darum, den dritten Abschnitt zügig umzusetzen.“
Zum Großprojekt gehören neben den beiden neuen Gleisen umfangreiche weitere Baumaßnahmen, die auch den Hanauer Hauptbahnhof betreffen: Die S-Bahn-Abstellanlage wird erweitert und ein neuer Mittelbahnsteig mit Treppen- und Aufzugzugang errichtet. Die Stationen Hanau West und Hanau-Wilhelmsbad werden ebenfalls modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Gleichzeitig optimiert die Deutsche Bahn den Lärmschutz entlang der Strecke. Im Planungsverfahren hatte die Stadt Hanau dafür plädiert, die vorgesehenen Schallschutzwände stärker an das jeweilige Stadtbild anzupassen und großflächig transparente Elemente einzusetzen, dies wurde jedoch unter anderem aus schalltechnischen Gründen abgelehnt. Eine angepasste Farbgestaltung und Begrünung sollen nun dazu beitragen, die Schallschutzwände angemessen in die Umgebung zu integrieren.
Die Fertigstellung aller drei Abschnitte ist für Anfang der 2030er Jahre geplant, doch schon der bereits begonnene Bau der 14 Kilometer langen S-Bahn-Gleise in den Abschnitten zwischen Frankfurt und Maintal bringt für die Fahrgäste Verbesserungen mit sich. So wird ein Viertel-Stunden-Takt der S-Bahn bis Fechenheim, ein Halbstundentakt bis Maintal und ein Stundentakt bis Hanau angestrebt. Sobald die komplette Strecke in Betrieb genommen ist, wird die Nordmainische S-Bahn Hanau, Maintal und Frankfurt in den Hauptverkehrszeiten im 15-Minuten-Takt verbinden und aufgrund der Trennung von Nah- und Fernverkehr mehr Zuverlässigkeit, größeren Komfort und höhere Pünktlichkeit gewährleisten.
Das Bahnprojekt ist Teil des Infrastruktur-Entwicklungsprogramms Frankfurt RheinMain plus („FRMplus“), das gemeinsam vom Bund, dem Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main, dem Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Deutschen Bahn AG für die Mobilitätswende vorangetrieben wird. Von den zusätzlichen Gleisen profitiert nicht nur der Knoten Frankfurt. Aufgrund der Kombination mit anderen Neu- und Ausbauprojekten wie den Neubaustrecken Frankfurt-Mannheim, Hanau-Fulda und Fulda-Gerstungen sowie dem Fernbahntunnel wird auch der überregionale Verkehr im Korridor zwischen Mannheim, Frankfurt und Erfurt entlastet.




