Krefeld – Die Figuren aus den Geschichten der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgrens haben sich weltweit in das Gedächtnis von Generationen eingeprägt. Das gilt insbesondere für das stärkste Mädchen der Welt: Pippi Langstrumpf. Vor 80 Jahren wurde ihr erstes Abenteuer veröffentlicht. Es folgte eine Millionen-Auflage, Übersetzungen in diverse Sprachen, Filme, Musicals und Theaterstücke. In der neuesten Inszenierung des Kresch-Theaters, Krefelder Schauspiel für Kinder und Jugendliche, verkörpert nun Schauspielerin Kathrin Selakovic die „Pippi“. Das Stück von Regisseurin Isolde Wabra feiert am Samstag, 17. Januar, seine Premiere – diese ist bereits ausverkauft, wie auch alle bislang angesetzten Vorstellungen. Es wird Zusatztermine geben.
„Wir freuen uns so sehr über diese Publikumsresonanz noch vor der Premiere“, sagt Wabra. Aufgrund der hohen Nachfrage wird es einen ersten Zusatztermin am Sonntag, 1. Februar, um 13 Uhr geben. „Wir nehmen es auf jeden Fall auch in die nächste Spielzeit“, versichert die Kresch-Intendantin. Dieser Erfolg ist umso schöner, weil „Pippi Langstrumpf“ eigentlich gar nicht in dieser Spielzeit auf der Kresch-Bühne gezeigt werden sollte. Wegen der aktuellen, baulichen Einschränkungen in der Fabrik Heeder, unter anderem wegen Brandschutzmängeln im Bereich der Studiobühne 1, kann momentan nur die Studiobühne 2 bespielt werden. So musste das Krefelder Schauspiel für Kinder und Jugendliche alle Stücke auf die vorhandene Spielfläche komplett umbrechen. „Die vorgesehene Aufführung „Der kleine Prinz“ konnten wir aber nicht auf die kleine Bühne übertragen. Dafür haben wir „Pippi Langstrumpf“ ins Programm aufgenommen“, sagt Wabra.
Bilderbuch-Kulisse im Kresch
Die Inszenierung des Kinderbuch-Klassikers wird von einer Bilderbuch-Kulisse eingerahmt (Bühnenbild Beate Krempe). Wie ein Wirbelwind stellt Pippi darin mit ihrem Affen Herrn Nilsson und dem Pferd Kleiner Onkel den geordneten Alltag von Annika (Paula Luy) und Tommy (Lucas Brosch) rund um die Villa Kunterbunt auf den Kopf. Gemeinsam erleben sie Abenteuer und begegnen unter anderem Dieben, aber auch auf dem Jahrmarkt dem stärksten Mann „Donald Vladimir Adolfo“ (Volker Diefes), den Pippi natürlich mit ihren wundersamen Kräften bezwingt. Und in dieser Szene steckt auch eine der Botschaften des Stücks. Denn Pippi missbraucht ihre Kraft nicht gegen Schwächere und zeigt auch keine Angst gegenüber der Obrigkeit oder Erwachsenen wie „Donald Vladimir Adolfo“ – eine Namensanspielung auf Diktatoren und autokratische Machtinhaber. „In vielen Szenen begegnen wir immerwährenden Themen“, so Wabra. Auf der Bühne agiert Pippi frei und wild mit einem starken Gerechtigkeitssinn und einem großen Herzen, so wie es sich viele Kinder und vielleicht auch mancher Erwachsener wünscht.




