Münster – Nach Anhörung des Betriebsausschusses Theater Münster hat der Rat der Stadt Münster den 37-Jährigen am Mittwochabend, 25. März, gewählt. Moss tritt die Nachfolge von Frau Dr. Katharina Kost-Tolmein an, deren Vertrag zum Ende der Spielzeit 2026/27 endet. Die Findungskommission unter Vorsitz von Kulturdezernentin Cornelia Wilkens hatte sich zuvor einstimmig für Moss entschieden. Die Anstellung ist zunächst auf fünf Spielzeiten befristet. Moss verantwortet damit künftig den künstlerischen Betrieb des Theaters und bildet gemeinsam mit Verwaltungsdirektor Dominik Baumann die Theaterleitung.
„Mit Neil Barry Moss haben wir einen Generalintendanten gefunden, der künstlerische Qualität mit einer klaren strategischen Ausrichtung verbindet“, sagte Wilkens am Donnerstag, 26. März, auf einer Pressekonferenz. „Er steht für ein Theater, das sich in die Stadtgesellschaft öffnet und ein breites Publikum anspricht. Zudem bringt er eine umfangreiche, internationale Erfahrung mit, die dem Haus neue Impulse geben kann.“
Ästhetische Bildsprache, opulente Inszenierungen
Seit September 2024 ist Moss Intendant des Landestheaters Coburg. Zuvor war er Operndirektor und Mitglied des Direktoriums desselben Hauses, wo er die künstlerische Ausrichtung verantwortete, Sparten und Premieren koordinierte und die Eröffnung des Globe Coburg begleitete. Außerdem ist er für die Planung des 200-jährigen Theater-Jubiläums in der Spielzeit 2026/27 verantwortlich. Frühere Stationen in Italien, Wien, an der Staatsoper Hannover und der Deutschen Oper Berlin prägten sein Wirken und seine Erfahrung.
Als Generalintendant des Theater Münster will Moss „eine einheitliche Linie vorgeben – künstlerisch wie gesamtstrategisch –, die verschiedenen Bereiche vernetzen und gemeinsam mit dem Team ein starkes und nahbares Haus gestalten“. Dabei setzt er auf große, ästhetische Bilder und opulente Inszenierungen, die das Publikum mitnehmen und einbeziehen. „Theater ist für mich etwas Besonderes. Es muss erlebbar sein, uns neue Perspektiven eröffnen, und vor allem ist es für das Publikum ein zweites Zuhause“, so Moss. „Münster bietet dafür ein vielfältiges Publikum und spannende Räume.“
Oper, Musik und Theater
Moss, 1989 in Südafrika geboren, studierte Oper sowie Musik- und Theaterwissenschaft in Kapstadt und absolvierte 2015 ein Studium in Regie und Dramaturgie in Verona. Von 2016 bis 2019 arbeitete er an der Staatsoper Hannover als Regieassistent, Regisseur und Kostümbildner. 2018 erhielt er den zweiten Preis beim Europäischen Opernregie-Preis in Zürich.
Von 2019 bis 2023 war Moss Spielleiter an der Deutschen Oper Berlin. Dort inszenierte er 2020 unter anderem „Das Rheingold auf dem Parkdeck“, als Intendant des Landestheaters Coburg Puccinis „Il Trittico“, Wagners „Der fliegende Holländer“ sowie das Musical „Chicago“. Zudem feiert im Mai dieses Jahres seine Inszenierung von Strauss’ „Salome“ in Coburg Premiere.




