Lippstadt – Ihr Zusammenspiel wirkt dabei nicht einfach wie ein Gespräch zweier Stimmen, was schon hohe Kunst wäre. Vielmehr gleicht es einem Spiegel: jede Geste findet ihr Echo, jede Farbe ihr Gegenstück – präzise, intuitiv. In geradezu telepathischer Abstimmung verschmelzen die beiden Geschwister in Phrasierung, Klang und Ausdruck zu einem Instrument.
Die Wurzeln ihres Gleichklangs reichen weit zurück, musizieren die Schwestern doch seit ihrer Kindheit gemeinsam. So entwickelte sich eine künstlerische Einheit, die in der Szene ihresgleichen sucht. Klassik Heute urteilte, den Pianistinnen fehle es „an nichts – weder an Temperament, zündender rhythmischer Gestaltung noch an Wärme oder klanglicher Sensibilität.“
Für ihr Lippstädter Konzert am Sonntag, 18. Januar 2026, präsentieren die Schwestern ein farbenreiches Programm für zwei Klaviere, das mit einem Klassiker der Duo-Literatur beginnt, der D-Dur Sonate (KV 448) von Wolfgang. A. Mozart. Es folgen George Gershwins Drei Preludes, in denen jazzige Harmonien und rhythmische Energie aufblitzen, sowie die eindringliche und facettenreiche „Suite Yiddish“ des Film- und Chansonkomponisten Norbert Glanzberg.
Mit Franz Schuberts Fantasie f-moll op. 103 (D 940) erklingt ein Gipfelpunkt vierhändigen Klavierschaffens, das durch seine Mischung aus Innigkeit, Dramatik und schwebender Melancholie seit jeher fasziniert. Es ist wie geschaffen für zwei, die sich blind verstehen. Mit Darius Milhauds sprühend-temperamentvoller „Scaramouche“ gewinnt der Abend rhythmische Frische, bevor im „Bolero“ von Maurice Ravel die beiden Klaviere zu einem stetig anwachsenden Klangstrom verschmelzen.




