Düsseldorf – Anlässlich dieses Jubiläums zeigt das Stadtmuseum Düsseldorf in Kooperation mit dem Verein Düsseldorf – Palermo e. V. ab Dienstag, 10. Februar 2026, eine Sonderausstellung, die den Jazz beider Städte feiert. Die Ausstellung vereint legendäre Jazz-Bilder bedeutender Künstler wie Konrad Klapheck und Alessandro Bazan. Bilder, Fotografien, Musikinstrumente, Videos und Audios erzählen urbane Jazz-Geschichten.
Eröffnet wurde die Sonderausstellung am Sonntag, 8. Februar 2026, um 11 Uhr von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und dem palermitanischen Oberbürgermeister Roberto Lagalla. Für Lagalla ist es der erste Besuch der Landeshauptstadt. Die Eröffnung der Sonderausstellung ist der Auftakt zum „Palermo-Jahr“ in Düsseldorf. Bürgerfeste, Lesungen, Filmvorstellungen, Ausstellungen und Gewinnspiele rücken Düsseldorfs enge Beziehungen zu Italien und Palermo in den Fokus und feiern ein Jahrzehnt Städtepartnerschaft. Interessierte sind zur Eröffnung herzlich eingeladen.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Düsseldorf und Palermo beweisen seit zehn Jahren, dass Städtepartnerschaften mehr sind als ein formeller Akt: Sie verbinden Menschen, Ideen und Kulturen. Das große Engagement rund um das ‚Palermo-Jahr‘ unterstreicht diese enge Verbundenheit als gelebte Freundschaft in beiden Städten.“
Die Sonderausstellung „Jazz: Düsseldorf/Palermo“ zeigt die Entwicklung der Jazz-Geschichte in Düsseldorf anschaulich auf. Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Reise von den schwierigen Anfängen in den 1920er-Jahren, über die Diffamierung als „entartete“ Musik während der Nazi-Diktatur bis zur Bedeutung in der Gegenwart. Zudem machten amerikanische Stars bei ihren Europatourneen regelmäßig Halt in der Landeshauptstadt. Von Duke Ellington über Louis Armstrong bis zu Ella Fitzgerald und Oscar Peterson reichte die Liste. Mit dem 1955 begründeten Amateur-Jazz-Festival startete eine anhaltende Tradition wiederkehrender Veranstaltungsformate in Düsseldorf, wie Jazz im Hofgarten (1988) oder die Jazz Rally (1993). Seit 1995 hat der Jazz in der mit Unterstützung der Stadtverwaltung begründeten Jazz-Schmiede zudem eine feste Adresse in der Landeshauptstadt.
Die Werke des Düsseldorfer Malers und Grafikers Konrad Klapheck, der eine persönlich enge Beziehung zum Jazz pflegt, stehen unter anderem im Fokus der Ausstellung. Schon früh versuchte Klapheck sich dem Jazz auch künstlerisch zu nähern, doch erst als er Ende der 1990er-Jahre wieder figürlich zu malen begann, fand er einen Zugang zum Thema. Er malte einzelne Musiker mit ihren Instrumenten und ihrer Einsamkeit auf der Bühne, widmete sich aber auch den Ensembles und dem Erlebnis einer gemeinschaftlich geschaffenen Kunst.
Die sizilianischen Wurzeln des Jazz
Auch in Sizilien hat der Jazz eine besondere Bedeutung. Viele der frühen Jazz-Musiker in den USA hatten sizilianische Wurzeln. So war Nick La Rocca (1889–1961), Bandleader der legendären Original Dixieland Jazz Band, Sohn eines Auswanderers aus dem sizilianischen Dorf Salaparuta. Von dort stammten auch die Eltern des berühmten Klarinettisten und Saxophonisten Leon Roppolo (1902–1943) und die Großeltern des noch berühmteren Trompeters und Bandleaders Louis Prima (1910–1978). Bis heute hat die Jazz-Musik im kulturellen Leben der Insel ihren festen Platz. Es gibt Clubs, Festivals und regelmäßige Auftritte der großen Interpreten und Bands. Mit der Brass Group verfügt Palermo über einen der wichtigsten Jazz-Clubs Italiens.
Der 1966 in Palermo geborene Maler Alessandro Bazan beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Jazz und auch für ihn steht der Jazz in enger Beziehung zu einem Lebensgefühl von Freiheit und Befreiung. 2005 hat er erste Ergebnisse unter dem Titel „Jazz Paintings“ in einer Ausstellung in Perugia vorgestellt. Bazans Jazz-Bilder stehen in deutlichem Kontrast zu denen Konrad Klaphecks mit ihren klaren Farbflächen und statischen Figuren. Der Unterschied zeigt sich ganz besonders in der Rolle des Publikums. Während es bei Klapheck ausgeblendet wird, kommt es in den Bildern Bazans zu einem Zusammenspiel zwischen Musikern und Publikum, spiegelt sich die befreiende Kraft der Musik zugleich im offensichtlichen Gefühlschaos, das sie im Publikum hervorruft.
Die Ausstellung läuft bis zum 9. August 2026 im Stadtmuseum. Begleitet wird diese von verschiedenen Veranstaltungen.
Die Angebote in der Übersicht
Jazz-Live-Konzerte machen die Ausstellung donnerstags zur Bühne: am 19. Februar, am 19. März, am 23. April, am 7. Mai, am 11. Juni, am 23. Juli, und am 6. August jeweils um 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Darüber hinaus gibt es einmal im Monat öffentliche Rundgänge zur Ausstellung. Die Termine werden auf der Internetseite des Stadtmuseums unter www.duesseldorf.de/stadtmuseum veröffentlicht.
Das Jubiläum zu zehn Jahren Städtepartnerschaft wird ganzjährig durch verschiedene Veranstaltungen und Projekte von Zivilgesellschaft, Vereinen und der Stadt zelebriert. Alle Infos zu den anstehenden Veranstaltungen sind im Internet unter www.duesseldorf.de/palermo abrufbar.




