Sammlungsintervention im Goethe-Museum Düsseldorf

Das Goethe-Museum Düsseldorf, Jacobistraße 2, eröffnet mit der Sammlungsintervention von Christoph Westermeier das Ausstellungsjahr 2026.

Düsseldorf – Der Künstler bringt eigens für diesen Raum entwickelte Arbeiten unter dem Titel „Abbild, Bild und Bilder – bzw. wie man diese aufnehmen sollte“ in einen dialogischen Austausch mit den historischen Exponaten der Sammlung Kippenberg. Deren Themen reichen von Goethe-Bildnissen und Motiven der Italienischen Reise – insbesondere Sizilien – bis hin zur Frage nach dem Verhältnis von Kunst und Archiv. Die Eröffnung findet am Mittwoch, 14. Januar, um 19 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

Das Düsseldorfer Goethe-Museum wurde 1956 gegründet und wird getragen von der Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung, es beruht auf der weltweit größten Privat-Sammlung zu Goethe und seiner Zeit; diese hatte Anton Kippenberg, damals Leiter des Insel-Verlags, zusammengetragen. Die Kippenberg-Sammlung umfasst Handschriften, Bücher, Kunst und Kunsthandwerk sowie eine Forschungsbibliothek.

Eine besondere Rolle spielen die originalen Vitrinen des Leipziger Sammlerpaares: In diesen Schaumöbeln arrangiert der Künstler fotografische Arbeiten, die unterschiedliche Zeitschichten miteinander verweben. So entsteht eine neue Perspektive auf die Kippenberg-Sammlung: eine produktive Überlagerung von Orten – Weimar, Leipzig, Düsseldorf, Sizilien – und Zeiten, die von der Überzeitlichkeit des Denkmals bis zum Altern von Gesichtern und Archivalien reicht.

Die Intervention ist in einem Raum verortet, dessen Fenster sich zum ehemaligen Anwesen der Philosophenfamilie Jacobi öffnen – einer Familie, die auch auf Gemälden in diesem Raum präsent ist und in deren Haus seit 1867 mit dem Künstlerverein Malkasten ein zentraler Möglichkeitsort der Bildenden Kunst besteht.

Das Jahr 2026 steht im Goethe-Museum insgesamt im Zeichen der Neuperspektivierung. Am 1. Juni jährt sich der Geburtstag von Katharina Kippenberg zum 150. Mal. Aus diesem Anlass zeigt das Museum voraussichtlich ab dem 4. Juni eine Jubiläumsausstellung, die – verbunden mit einem kulturellen und wissenschaftlichen Begleitprogramm – eine neue Lesart der Kippenberg-Sammlung vorschlägt. Die künstlerische Intervention von Christoph Westermeier markiert den Auftakt zu einem Jahr veränderter Blickwinkel und neu formulierter Fragestellungen.

Zum Künstler

Christoph Westermeier (geboren 1984, Köln) studierte von 2004 bis 2010 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff, Christopher Williams und Rita McBride sowie von 2011 bis 2013 bei de Ateliers in Amsterdam. Er wurde unter  unter anderem mit dem Förderpreis des Landes NRW ausgezeichnet; Stipendien führten ihn nach Istanbul, Moskau und Brüssel. Westermeier arbeitet mit Fotografie und Rauminstallationen, die er zu neuen Narrationen verbindet. Die Arbeit mit Archivmaterial und Fragen der Provenienz spielen dabei eine zentrale Rolle. Ausstellungen führten ihn unter anderem ins Museum für Gegenwartskunst Siegen, den Kunstverein Münster, die Coalmine Winterthur, das Stedelijk Museum Bureau Amsterdam, die Kunsthalle Düsseldorf, die Julia Stoschek Collection, das Max Ernst Museum Brühl und das Museum Morsbroich. Seit 2024 ist er 1. Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten Düsseldorf. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

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