Cuxhaven – Die Autorin liest aus ihrem neuen Krimi „Unter dem Strand“, in dem es um den Untergang der Cap Arcona kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs geht. Cay schlägt sich als Journalistin durch. Für einen ihrer Aufträge fährt sie in die Lübecker Bucht: Zum achtzigsten Mal jährt sich der 3. Mai, an dem die Cap Arcona sank. Doch bevor Cay recherchieren kann, findet sie am Schauplatz der Katastrophe die Leiche einer jungen Frau, die sich für das Gedenken an diese Tragödie eingesetzt hat. Cay stürzt sich in den Mordfall, und muss feststellen, dass die ungesühnte Schuld von damals noch immer einen langen Schatten auf die Gegenwart wirft. »Wehret den Anfängen haben wir immer gesagt! – Das ist längst durch. Wir sind schon mittendrin.«
Der Ostsee-Krimi zur Cap-Arcona-Katastrophe ist Auftakt einer neuen Krimi-Reihe von Turid Müller, die mit ihrem Erstling „Im Schatten der Insel“ für den GLAUSER-Preis nominiert wurde. Diesmal im Fokus: ein Schiff, das Weltgeschichte schrieb und eine Tragödie am Kriegsende, deren Auswirkungen noch bis in die Gegenwart reichen. Die Hamburgerin mit Heimathafen in der Lübecker Bucht hat darin die Geschichte ihrer beiden Lieblingsorte verarbeitet. Der Roman thematisiert auch das aktuelle gesellschaftliche und politische Klima. Warum sie dafür das Medium Krimi gewählt hat? „Weil wir einen Krimi vielleicht eher in die Hand nehmen als ein Geschichtsbuch“, sagt die Autorin. Gleichzeitig hat sie für den Roman so viel recherchiert, wie nie zuvor „Mir war sehr schnell klar: Ernsthaftigkeit und Tragweite der Thematik machen es erforderlich, historisch sehr exakt zu sein, fernab von Klischees zu bleiben, und mit den sensiblen und durchaus kontroversen Inhalten achtsam umzugehen“, dazu war es ihr wichtig, nicht nur theoretisches Wissen aus Büchern zu erwerben, sondern sie hat auch mit zahlreichen Institutionen und Fachleuten aus der Region zusammengearbeitet. Das war neu für die Autorin: „Normalerweise ist Schreiben für mich eher etwas, wobei ich mich zurückziehe. Diesmal hat es mich mit der Welt verbunden. Viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten fanden das Thema so wichtig, dass sie sofort dabei waren, und mich auf ihrem Spezialgebiet begleitet haben – vom lokalen Fischer bis zu Angehörigen von Überlebenden. Dafür bin ich unheimlich dankbar.“
Veranstalterin der Lesung in der Stadtbibliothek am Schleusenpriel ist die Stadt Cuxhaven in enger Zusammenarbeit mit der regionalen Arbeitsgruppe des Vereins „Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.“. Für kleine Erfrischungen sorgt gegen Spende der Förderverein „Deine Bibliothek – Cuxhaven, Otterndorf, Bücherbus“.




