Bernhard Fuchs zeigt neue Serie in Krefeld

Die Kunstmuseen Krefeld widmen mit Bernhard Fuchs einem Schüler der Düsseldorfer Fotoschule ab 19. April eine Ausstellung im Museum Haus Esters in Krefeld.

Krefeld – Mit „Heustöcke“ hat der österreichische Künstler eine neue Werkserie (2018-2024) abgeschlossen, die in der Bauhaus-Villa nahezu vollständig mit 40 Motiven zu sehen sein wird. „Es ist die erste museale Präsentation dieser Serie“, betont Kuratorin Dr. Sylvia Martin, stellvertretende Leiterin der Kunstmuseen Krefeld. Fuchs studierte von 1993 bis 1997 an der Kunstakademie Düsseldorf, ab 1994 bei Bernd Becher. Anschließend absolvierte er ein zweijähriges Aufbaustudium mit Meisterschülerabschluss an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Der heute in Düsseldorf lebende Künstler wurde 1971 in Haslach an der Mühl geboren, im sogenannten Mühlviertel im nördlichen Teil von Oberösterreich. Dorthin kehrt er für seine Fotoserien immer wieder zurück. Seine aktuelle Reihe zeigt die Lagerung von Heu auf dem Boden unterschiedlicher Scheunen. Durch den Einfluss diverser Aspekte, wie dem Klimawandel, verändere sich die traditionelle Landwirtschaft im Mühlenviertel immer mehr. In diesem Zusammenhang verschwinden auch immer mehr die „Heustöcke“, in denen das Gras der Almwiesen als Winternahrung für das Vieh gelagert wird. „Es geht ihm darum, solche Orte festzuhalten“, sagt Martin. Die Ausstellung „Heustöcke“ (bis 6. September) ist eine Kooperation mit dem Lentos Kunstmuseum Linz in Österreich, wo die neue Reihe 2027 präsentiert wird.

Dialog in den Bauhaus-Villen

Zeitgleich werden im benachbarten Museum Haus Lange Arbeiten der Künstlerin Acaye Kerunen aus dem afrikanischen Uganda gezeigt. Die Kunstmuseen Krefeld richten deren erste museale Einzelausstellung und erste Präsentation in Deutschland aus. Kerunen und Fuchs kommen zwar aus verschiedenen Kulturräumen und gehen künstlerisch unterschiedliche Wege, gemeinsam ist ihnen jedoch eine enge Verbundenheit mit ihrer Heimat, aus der sie ihre Inspiration schöpfen und ihre künstlerischen Anliegen entwickeln. Die Perspektiven auf das Bewahren, das Wertschätzen und das Fortführen bilden in den beiden Werken einen gemeinsamen Rahmen. Auf dieser Basis sollen in den Krefelder Bauhaus-Villen die Ausstellungen in einen Dialog treten.

Die besondere Kraft des Werkes von Acaye Kerunen, Jahrgang 1981, resultiere aus der Verbindung von traditionellen natürlichen Materialien und einer auf Kooperationen ausgerichteten Kunstpraxis, so die Kuratorin. „Kerunen entwickelt aus textilem Gewebe, das von Frauen aus ihrer Heimat in gemeinschaftlicher Arbeit geschaffen wird, Skulpturen und Installationen“, sagt Martin. Die Objekte berichten über handwerkliche Techniken, soziale Rituale und Strukturen. Tanz, Gesang und Sprache sind Teil der Gemeinschaften und werden von Kerunen durch performative Aktionen mit den Objekten verbunden. In Haus Lange an der Wilhelmshofallee präsentiert die Künstlerin im Frühjahr eine Inszenierung ihrer Arbeiten in Verbindung mit eigens entwickelten Performances.

Das Programm der Kunstmuseen Krefeld mit weiteren Ausstellungen 2026 steht unter www.kunstmuseenkrefeld.de. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben kostenfreien Eintritt in die Krefelder Museen. Die Kunstmuseen Krefeld sind eine Kultureinrichtung der Stadt Krefeld.

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