Studentische Arbeiten zum Werftquartier in Bremerhaven

Drei studentische Arbeiten der Hochschule Bochum zeigen neue Perspektiven für eine anspruchsvolle und nachhaltige Wohnbebauung im Werftquartier.

Bremerhaven – Die Entwürfe sind im Werftquartierhaus (Am Schaufenster 5) ausgestellt und können während der regulären Öffnungszeiten besichtigt werden. Die Arbeiten entstanden im Fachbereich Architektur unter der Leitung von Prof. Dipl.-Ing. Volker Huckemann, Lehrgebiet für Bauphysik und energieeffizientes Bauen. In Zusammenarbeit mit der Städtischen Wohnungsgesellschaft Bremerhaven (STÄWOG) und der BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven entwickelten die Studierenden Konzepte für die Külkenhalbinsel. Die Aufgabenstellung verband hohe städtebauliche und architektonische Qualität mit ökologischen, kreativen und wirtschaftlichen Anforderungen.

Im Mittelpunkt standen klimaneutrale Wohngebäude, nachhaltige Konstruktionen und zeitgemäße Wohnformen. Neben einem Energieversorgungskonzept waren unter anderem eine Ökobilanzierung der Gebäudeherstellung, eine überschlägige Berechnung des Energiebedarfs nach dem Gebäudeenergiegesetz sowie der Nachweis der Kriterien des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude“ Bestandteil der Aufgabe. Die Ausstellung macht sichtbar, wie unterschiedlich diese Anforderungen planerisch beantwortet werden können.

Die Arbeit von Nora Thurow wurde als beste Thesis des Sommersemesters ausgezeichnet. Ihr Entwurf gestaltet die Wasserkante mit einer großzügigen Promenade und schafft zugleich geschützte Bereiche für privatere Nutzungen. Sorgfältig ausgearbeitete Grundrisse ermöglichen eine vielfältige Mischung unterschiedlicher Wohnformen und anspruchsvolle Wohnsituationen mit Blick auf das Wasser. Der Entwurf überzeugte nach Einschätzung der Hochschule sowohl städtebaulich und architektonisch als auch durch seine nachhaltige und zeitgemäße Bauweise. Die Arbeit ist darüber hinaus für den diesjährigen Masters-Preis des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten in Aachen nominiert.

Catharina Metzlaw stellt in ihrem Konzept die Durchwegung des Werftquartiers in den Vordergrund. Die markante Spitze der Külkenhalbinsel wird für ein breites Publikum geöffnet. Ein großer Nahversorger im Erdgeschoss soll Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers an diesen besonderen Ort führen und die öffentliche Nutzung stärken. Auch die Wohnungsgrundrisse folgen einem sozialen und flexiblen Ansatz: Die Wohnungen können mit den Bedürfnissen ihrer Bewohnerinnen und Bewohner wachsen oder kleiner werden, indem einzelne Räume an benachbarte Wohnungen abgegeben werden. Zugleich orientiert sich der Entwurf an den Anforderungen nachhaltigen Bauens.

Dmitrij Tutaev greift mit seinem Entwurf die frühere industrielle Nutzung des Werftquartiers auf. Die Wohnbebauung ist als hallenartige Struktur um ein lang gestrecktes Atrium angelegt. Proportion und Erscheinungsbild erinnern an die frühere Montagehalle auf dem Gelände. Mit dem Vorschlag für eine neue Graffitifläche bezieht der Entwurf zudem weitere Bevölkerungsgruppen ein und schafft einen eigenständigen kulturellen Akzent.

„Insgesamt sollen die drei Arbeiten das Spektrum unterschiedlicher Ansätze in der Bearbeitung aufzeigen“, erklärt Prof. Volker Huckemann. Die Ausstellung lädt alle Interessierten dazu ein, die studentischen Ideen für die weitere Entwicklung des Werftquartiers kennenzulernen.

Die Ausstellung ist im Werftquartierhaus, Am Schaufenster 5, montags von 12.00 bis 16.30 Uhr und mittwochs von 12.30 bis 16.30 Uhr zu sehen.

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