Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus gestartet

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller hat am Mittwoch, 7. Oktober 2026, gemeinsam mit Wolfgang Rolshoven die ersten Allianzmitglieder im Rathaus empfangen.

Düsseldorf – Düsseldorf steht für Internationalität, Vielfalt und Weltoffenheit. Jüdisches Leben prägt seit Jahrhunderten die Geschichte und das kulturelle Leben Düsseldorfs. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieser vielfältigen Stadtgesellschaft. Gleichzeitig ist seit einigen Jahren in der Landeshauptstadt, wie auch bundesweit, ein Anstieg antisemitischer Vorfälle zu beobachten. Um diesen Entwicklungen entschieden entgegenzutreten und das gemeinsame Engagement gegen Antisemitismus zu stärken, hat die Landeshauptstadt nun die Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus (DAA) ins Leben gerufen. Das Bündnis startet mit etwa 26 Mitgliedern und soll kontinuierlich vergrößert werden.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Im Kampf gegen Antisemitismus reichen Worte allein längst nicht mehr aus. Ein entschlossenes Handeln ist gefordert – von uns allen. Daher hat die Landeshauptstadt die ‚Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus‘ initiiert. Mit ihr werden bereits bestehende Instanzen der Stadtgesellschaft zu einem starken Bündnis versammelt. Das Netzwerk wird künftig mit konkreten Maßnahmen und nachhaltigen Projekten gemeinsam gegen Antisemitismus und für die Förderung  jüdischen Lebens eintreten.“ Der Oberbürgermeister weiter: „Der Beitritt zur Allianz ist mehr als ein Bekenntnis für eine offene und freiheitliche Landeshauptstadt, in der kein Platz für Hass und Diskriminierung ist. Es ist ein klares Versprechen, Verantwortung zu übernehmen und dieser durch konkretes Handeln gerecht zu werden.“

Zur Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus

Das Netzwerk unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller verbindet Kooperationspartner der Landeshauptstadt aus unterschiedlichsten Bereichen wie Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Kultur, Bildung, Verbänden und Religionsgemeinschaften. Zu den Erstunterzeichnern zählen unter anderem die Messe Düsseldorf, die Rheinbahn, der Rat der Religionen, das Düsseldorfer Schauspielhaus, die Stadtsparkasse Düsseldorf, der Flughafen Düsseldorf, Henkel, AWO, Caritas, Diakonie und der Stadtsportbund.

Wolfgang Rolshoven: „Selbstverständlich gehört auch die Jüdische Gemeinde Düsseldorf als ein fester und wichtiger Bestandteil zur Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus. Sie ist jedoch bewusst keine klassische Kooperationspartnerin. Die Verantwortung für die Bekämpfung von Antisemitismus liegt bei uns, der nichtjüdischen Stadtgesellschaft. Es kann nicht die Aufgabe der Jüdischen Gemeinde sein, sich selbst gegen diesen Hass zu schützen und die Gesellschaft aufzuklären. Dies ist unsere Aufgabe.“ Der Antisemitismusbeauftragte weiter: „Als Repräsentantin jüdischen Lebens in Düsseldorf sind die Perspektive und  Erfahrungen der Jüdischen Gemeinde für unsere gemeinsame Arbeit aber natürlich von großer Bedeutung. Deshalb ist es uns wichtig, sie einzubeziehen, ihr zuzuhören und sie bei den gemeinsamen Aktionen als beratende Stimme dabei zu haben.“

Ziel der Düsseldorfer Allianz gegen Antisemitismus ist eine demokratische und dialogorientierte Zusammenarbeit, die unabhängig von parteipolitischen Interessen erfolgt. Grundlage des gemeinsamen Leitbilds ist dabei die nicht rechtsverbindliche Arbeitsdefinition von Antisemitismus der Internationen Holocaust Remembrance Alliance (IHRA), die auch vom Deutschen Bundestag sowie von der Bundesregierung getragen wird und welcher sich der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf mit Beschluss vom 12.12.2024 angeschlossen hat. Weitere Informationen hierzu unter https://www.antisemitismusbeauftragter.de/Webs/BAS/DE/bekaempfung-antisemitismus/ihra-definition/ihra-definition-node.html

Die Landeshauptstadt Düsseldorf übernimmt die zentrale Koordinierung des Netzwerks, beispielsweise bei der Abstimmung der gemeinsamen Spendenziele. Alle Kooperationspartner der Allianz tragen mit ihren jeweiligen Stärken und Ressourcen zum gemeinsamen Engagement bei – von Fachwissen und Kommunikationskanälen bis hin zu ihren Kontakten sowie personellen und finanziellen Möglichkeiten. Gemeinsam gestalten und realisieren die Partner regelmäßige Netzwerktreffen sowie Veranstaltungen und Projekte wie Kundgebungen, Schul- und Bildungsangebote und Benefizveranstaltungen.

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