Westfalen wird zum „Showroom“ für zeitgenössische Lichtkunst

Die Kulturregion Hellweg setzt ein Zeichen für den erfolgreichen Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen und verbindet ihre historische Identität mit einer mutigen, modernen Vision.

Unna – Im Zentrum des regionalen Städtenetzwerks HELLWEG – ein LICHTWEG steht die emotionale Transformation geschichtsträchtiger Orte: Einstige Symbole der Industrie- und Alltagsgeschichte wurden durch hochkarätige Lichtkunst zu modernen Lichtlandmarken umgestaltet. Als weithin sichtbare Leuchttürme überführen diese Installationen das Motiv der industriellen Nostalgie in eine progressive, zukunftsorientierte Ausrichtung. Dieses europaweit einzigartige Kunstprojekt schafft nicht nur identitätsstiftende Ankerpunkte für die Menschen vor Ort, sondern verleiht der gesamten Region eine internationale Strahlkraft, die weit über die Landesgrenzen hinaus strahlt.

Bereits Tradition haben die Nächte der Lichtkunst des Netzwerks HELLWEG – ein LICHTWEG, das bereits zum 9. Mal in der dunklen Jahreszeit ein besonderes Programm rund um die Lichtkunst präsentiert. Neben den 51 vorhandenen Lichtkunstwerken im öffentlichen Raum, die den Hellweg von Ahlen bis Fröndenberg und von Lippstadt bis Unna mit Lichtkunst in Szene setzen, gibt es wiederum ein umfangreiches Angebot in den beteiligten Städten.

Das diesjährige Thema ist, Kunst aus den Depots in Kirchen und historischen Gebäuden zu präsentieren, denn viele Lichtkunstwerke lagern in Museen, bei Künstler:innen und in Sammlungen. Durch die Präsentation in Kirchen oder am historischen Wasserturm in Lippstadt werden sie einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht, und so wird anders als im Museum die Erfahrung durch den Kontext intensiver und unmittelbarer. Denn die Besucher erleben die Kunst in einem Raum, der bereits emotional und kulturell aufgeladen ist, was die Wirkung verstärkt. Das Konzept eröffnet faszinierende Möglichkeiten, Kunst, Spiritualität und Öffentlichkeit in neuen Bedeutungszusammenhängen zu verbinden. Kirchen sind öffentlich zugänglich und ziehen unterschiedliche Besuchergruppen an, die so mit zeitgenössischer Kunst in Berührung kommen.

Die Lichtkunstwerke wurden von den Kurator:innen so inszeniert, dass sie mit dem Raum in Dialog treten und neue Interpretationen zulassen. Sie schaffen neue Bedeutungszusammenhänge, die sowohl die Wahrnehmung des Raumes als auch die Rezeption der Kunstwerke tiefgreifend verändern. In Vorträgen und Diskussionsrunden an den jeweiligen Ausstellungsorten werden die damit im Kontext stehenden Themen vertieft.

Gemeinsam mit den 51 Lichtkunstinstallationen im Außenraum, den Installationen der temporären Ausstellung in den Kirchenräumen und am Wasserturm sowie den Festinstallationen des Zentrums für Internationale Lichtkunst in den ehemaligen Brauereigewölbekellern und der Wechselausstellung „LIGHT DIALOGUES“ konzentriert sich in der Region eine beispiellose Vielfalt zeitgenössischer Lichtkunst.

Präsentiert werden Kunstwerke u. a. von Jan van Munster, François Morellet, Timm Ulrichs, Spencer Finch, Mischa Kuball, Christoph Dahlhausen, Chul Hyan Ahn, Brent Birnbaum, Andreas Horlitz, molitor & kuzmin, Volkhard Kempter, Margareta Hesse, Annette Sauerman, Adam Barker Mill, IEPE, Jan Phillip Scheibe, Chris Nägele. Sie stammen aus der Sammlung Schroth, dem Kunstmuseum Ahlen und aus den Depots der beteiligten Künstler:innen. Die ausgewählten Orte sind besondere Räume der Wahrnehmung und Architektur, und hier weist die Region wahre architektonische Schätze auf, die durch die Lichtkunst eine neue Dimension erhalten.

In Unna präsentiert das Amt für Kultur und Weiterbildung vom 23.10.-31.10. gleich drei Angebote für Jung und Alt: Am 23.10. werden im Rahmen einer Lichtreise von Unna nach Lünen und zurück Lichtkunstwerke unter anderem von Giny Vos, Mario Merz und Kazuo Katase besichtigt; insbesondere führt die Reise auch zur Evangelischen Kirche in Unna Lünern, in der zwei speziell für die „9. Nächte der Lichtkunst“ aufgestellte Lichtkunstwerke aus der Sammlung Schroth zu betrachten sind. Die Reise endet mit einem Besuch der neuen Sonderausstellung LIGHT DIALOGUES im Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna.

Am Samstag, 24.10. bietet die Familienlichtreise, die von Unna nach Soest und zurück führt, auch jüngeren Menschen einen Einblick in die Lichtkunst. Im Zentrum für Internationale Lichtkunst treffen die Teilnehmer*innen auf tanzende Sterne, kunterbunte leuchtende Korallen und einen unterirdischen Wasserfall. In Soest können unter anderem bunte Insekten entdeckt werden und gemeinsam wird ein Lichtgraffiti erstellt. Mit ein wenig Abenteuerlust geht es auf dunkle Wege und durch labyrinthische Kellergewölbe. Auf spielerische Art wird die Lichtkunst hier für alle erfahrbar gemacht.

Am Sonntag, 25.10. erwartet die Besucher*innen dann ein ganz besonderer Abend in der Evangelischen Kirche in Unna-Lünern. Exklusiv zu den „9. Nächten der Lichtkunst“ werden dort die Lichtkunstwerke „Tunnel IV“ von Chul Hyun Ahn und „That‘s what (s)he said“ von Brent Birnbaum gezeigt. Der Abend hält ein vielfältiges Programm mit dem Schwerpunkt „Lichtkunst“ bereit und nimmt die beiden temporär in der Kirche ausgestellten Lichtkunstwerke in den Fokus. Neben Poetry-Slams mit den beiden Wortakrobatinnen Luise Wolff und Sandra Da Vina erwartet das Publikum ein spannender Kunstvortrag des Kunsthistorikers Dr. Bernd Gülker, moderiert wird der Abend von Sabine Ziemke. Abgerundet wird das Lichterlebnis mit passender atmosphärischer Musik durch die Organistin und Bratschistin Jutta Bednarz. Ein Muss für alle Lichtkunstfans!

Die temporären Lichtkunstwerke sind an folgenden Tagen in der Kirche in Unna Lünern unabhängig von Veranstaltungen zu besichtigen: Fr 23.10., Sa 24.10., Do 29.10., Fr 30.10. und Sa 31.10.2026 jeweils 17.00 – 19.00 Uhr.

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