Krefeld – Soeben erst wurde das Buch für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2026 nominiert. „Gulistan“ ist bereits der dritte Roman der Kölner Schriftstellerin. Darin erzählt Karosh Taha von der gleichnamigen Hauptfigur und ihrem Ehemann Çiya, die unter der Diktatur Saddam Husseins im Irak als Kurden verfolgt werden. Als Çiya verschwindet, begibt sich Gulistan ich auf die Suche nach ihm und begegnet ihm schließlich bei einer Versammlung – in der Uniform des Diktators, als dessen Doppelgänger. „Uns beeindruckt, wie Taha ihre Figuren sprachlich zum Leben erweckt und für jedes Buch einen eigenen Sound entwickelt“, sagt der Leiter des Literaturhauses, Thomas Hoeps. „Schon im Vorgängerbuch spielte sie mit Erzählkonventionen“, ergänzt Mitarbeiterin Marlene Jäger, die die Lesung organisiert hat und den Abend moderiert. „In diesem Buch sprengt sie deren Grenzen“.
In diesem Jahr verbindet die seit 2023 bestehende Reihe „Westwerk“ Literatur und Musik. Karosh Taha entwickelt deshalb zu ihrer Lesung ein Programm mit der Kölner Singer-Songwriterin Trace Polly. Für ihre Musik, die sie selbst als transgressiven Dreampop beschreibt, experimentiert Polly auch mal mit den Geräuschen von Nähmaschinen. „Wir freuen uns darauf, die beiden Künstlerinnen im Dialog zu erleben, sowohl auf der Bühne als auch im Gespräch danach“, sagt Marlene Jäger. Karosh Taha ist ein gern gesehener Gast des Niederrheinischen Literaturhauses. 2022 war sie mit ihrem zweiten Roman „Im Bauch der Königin“ zu einer Lesung eingeladen, 2024 leitete sie einen Workshop der Schreibwerkstatt „Satzgefüge“. In diesem Jahr ist sie außerdem Mitglied der Jury für den Niederrheinischen Literaturpreis der Stadt Krefeld.
Als Veranstaltungsort hat das Literaturhaus erstmals den Freiraum Kunst in der Seidengalerie, Ostwall 64-66, ausgewählt. Der reguläre Eintrittspreis beträgt zwölf Euro, Schüler, Studierende und Empfänger von Sozialleistungen zahlen sechs Euro. Eine Reservierung über die Internetseite des Literaturhauses www.nlh-krefeld.de wird empfohlen. Die Veranstaltung wird gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.




