Aktion zum „Tag der Wohnungslosen“ in Iserlohn

Zum "Tag der Wohnungslosen" am 11. September 2026 wird die Reformierte Kirche in Iserlohn zum „offenen Wohnzimmer".

Iserlohn – Die Stadt Iserlohn bietet am Freitag, 11. September, mit der Diakonie Mark-Ruhr, dem Caritasverband (Streetwork), der Anonymen Drogenberatung e. V. Iserlohn, der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und der „Werkstatt im Hinterhof“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Zeit von 14 bis 17 Uhr vor und in der Reformierten Kirche (Wermingser Straße 9) die gemeinsame „Aktion zum Tag der Wohnungslosen“ an.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag, 25. August, stellten die Beteiligten ihre Ziele und Angebote sowie ihr Programm zum Aktionstag vor. Dabei wurde immer wieder deutlich, wie stark das Hilfsnetzwerk für Wohnungslose in Iserlohn ist – vor allem durch die gute Zusammenarbeit der anwesenden Akteurinnen und Akteure.

Beim Aktionstag wird dieses Netzwerk im Herzen der Iserlohner Innenstadt sichtbar: Umfassende Unterstützungsangebote für Menschen, die nicht mehr über eigenen Wohnraum verfügen oder akut vom Verlust ihrer Unterkunft bedroht sind, werden hier vorgestellt. Neben Möglichkeiten im Rahmen des Projekts „Endlich ein ZUHAUSE“ (Kooperation der Stadt Iserlohn mit der Diakonie Mark-Ruhr – mit finanzieller Unterstützung des Landes und der Europäischen Union) werden die Unterstützungsangebote der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr sowie die Beratungen und Hilfsangebote der Anonymen Drogenberatung e. V. Iserlohn, des Caritasverbandes (Streetwork), der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und der Werkstatt im Hinterhof der AWO präsentiert. Iserlohns stellvertretender Bürgermeister Michael Scheffler wird die Veranstaltung mit einem Grußwort eröffnen.

Durch die Ausgabe von „Care-Taschen“ werden wohnungslose Personen, wie im vergangenen Jahr, direkt vor Ort unterstützt. Enthalten sind Eintöpfe, Kaffee-Sticks und Süßes gegen den Hunger, daneben ein Lebensmittelgutschein und Infomaterial für weitergehende Hilfen.

Eine begleitende multimediale Ausstellung mit Bild-, Video- und Tonaufzeichnungen verdeutlicht in der Reformierten Kirche beispielhaft die realen Hintergründe der betroffenen Menschen und zeigt konkrete gesellschaftspolitische Herausforderungen auf.

„Wir können nur dazu ermutigen, vorbeizukommen. Das ist nicht mit einer Art ‚Outing‘ verbunden. Wohnungslosen sieht man ihre Not nicht unbedingt an – das sind Menschen wie du und ich. Gleichzeitig wollen wir Berührungsängste nehmen und Mut machen. Denn das Netzwerk hier in Iserlohn ist wirklich gut aufgestellt“, unterstreicht Tatjana Hegmann-Thomas.

Ein musikalisches Rahmenprogramm mit „Liedermacher Lukas“ und ein kleiner Imbiss sorgen für eine entspannte Atmosphäre, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Gerne können auch Vermieterinnen und Vermieter, die Wohnraum zur Verfügung stellen wollen, vor Ort mit Beteiligten und Institutionen ins Gespräch kommen.

Die Veranstaltung wird finanziell gefördert durch das Wohnungsunternehmen „Vonovia“ und den „Rotary Club Iserlohn“. Im Anschluss an die Pressekonferenz stellte Vonovia-Quartiersmanager Karl Cielontko der starken Veranstaltergemeinschaft einen Betrag in Höhe von 4.000 Euro für Aktionen im Wohnungslosenbereich zur Verfügung. Dieser wird zur Hälfte für die Finanzierung der „Care-Taschen“ verwendet. Die restlichen 2.000 Euro dienen der Finanzierung folgender Veranstaltungen zur Wohnungslosigkeit.

Insgesamt verfügt das Wohnungsunternehmen über 1.400 Wohnungen in der Waldstadt und ist auch für die beteiligten Institutionen, erster Ansprechpartner bei der Vermittlung von Wohnraum. „Je feinmaschiger das Versorgungsnetz gespannt wird, desto weniger Fische fallen durch. Wohnen ist die Basis. Wenn das nicht funktioniert – wie soll dann der Rest klappen?“ machte Cielontko deutlich.

Auch Abteilungsleiter Oliver Funke und Tatjana Hegmann-Thomas stimmten zu: „Derzeit sind etwa 50 ehemals wohnungslose Personen in festen Wohnraum vermittelt, die verdeckte Wohnungslosigkeit – gerade im Bereich der Frauen – ist natürlich nicht zu unterschätzen. Aber hier in Iserlohn ist das Hilfsnetzwerk, verglichen mit anderen Kreisstädten, wirklich sehr gut aufgestellt. Das liegt vor allem an den hier handelnden Personen. In Iserlohn muss niemand auf der Straße schlafen.“

Mit ihrem nationalen Aktionsplan verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden. Das diesjährige Motto der bundesweiten Aktion lautet „Hinschauen. Aktiv werden.“ Gemeinsam gegen Wohnungsnot.

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