Programm zum Tag des offenen Denkmals in Hanau

Der Tag des offenen Denkmals ist die bundesweit größte Kulturveranstaltung. Am Sonntag, 13. September 2026, laden in ganz Deutschland mehr als 6.000 Denkmale zur Besichtigung ein.

Hanau – Viele davon sind nur an diesem Tag öffentlich zugänglich, der Eintritt meist kostenlos. Auch in Hanau gibt es vieles zu entdecken, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Wissenswertes zu erfahren. Dieses Jahr steht der Tag unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. „Denkmale sind ganz besondere Orte, denn sie schaffen eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart. Sie sind Teil der Geschichte unserer Stadt und machen sie unmittelbar erlebbar“, so Oberbürgermeister Claus Kaminsky. „Gerade in einer Zeit, in der Veränderungen immer schneller voranschreiten, sind solche Orte wichtige Anlaufstellen für die Stadtidentität, Erinnerungskultur und Gemeinschaft. Der Tag des offenen Denkmals lädt ein, diese Orte zu entdecken. Wer seine Geschichte kennt und bewahrt, schafft zugleich eine Grundlage für die Zukunft.“

Acht Denkmale lassen sich am 13. September in Hanau besuchen: Das Schloss Philippsruhe zählt zu den bedeutendsten Kultur- und Baudenkmalen in Hessen. Passend zum diesjährigen Motto des Tags des offenen Denkmals „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ wird deutlich gemacht, wie eng Schloss, Stadt und Region miteinander verbunden waren: Das Schloss war nicht nur Wohn- und Repräsentationsort, sondern Teil eines weitreichenden Netzwerks aus Kunst, Handwerk, höfischer Kultur und gesellschaftlichen Austauschs. Künstlerinnen und Künstler, Möbelbauer, Stuckateure und Hoflieferanten arbeiteten hier zusammen und schufen Räume, die bis heute von diesen historischen Verbindungen erzählen. Um 14 Uhr wird eine Führung durch das Schloss angeboten. Die Führung und der Eintritt sind für alle, die an der Schlossführung teilnehmen, kostenfrei. Die Anmeldung ist per Mail an museen@hanau.de möglich. Treffpunkt ist die Museumskasse Schloss Philippsruhe.

Das Neustädter Rathaus prägt das Erscheinungsbild des Hanauer Marktplatzes. Um 15.30 Uhr lässt eine Führung durch das Haus mit Fachbereichsleiter Kultur Martin Hoppe in die Geschichte des Gebäudes blicken. Die rund 45-minütige kostenlose Führung bietet auch einen Blick in die Sitzungsräume der Hanauer Stadtregierung.

Im Deutschen Goldschmiedehaus gibt Kunsthistoriker Michael H. Sprenger Einblicke in die Geschichte des Hauses. Die kostenlose, rund 60-minütige Führung beginnt um 14 Uhr und ist rollstuhlgerecht.

Von 13 bis 18 Uhr lässt sich auf eigene Faust ein rund 3,6 Kilometer langer Rundwanderweg erkunden, der vom Parkplatz „Am Neuwirtshaus“ durch den Wald führt und dabei entlang des Limes und Römerkastells an verschiedenen betreuten Stationen aufzeigt, wie die Menschen früher im Wald lebten.

In der Gustav-Hoch-Straße 35 gibt es für Architektur-Fans ein 1912 erbautes Wohnhaus zu erkunden, das in der Ausführung seiner Straßenfassade Gestaltungen aufnimmt, die sicher auf Anregung der Reformbewegungen um 1900 zurückzuführen sind. Zahlreiche weitere Besonderheiten lassen das Baukunst-Herz höherschlagen. Besichtigt werden kann das Haus ohne Anmeldung von 10 bis 18 Uhr.

Der Hanauer Hauptfriedhof steckt voller interessanter Geschichten. So befinden sich entlang der Mauer zur Birkenhainer Straße historisch bedeutsame Grabdenkmale des 19. und 20. Jahrhunderts. Ab 11 Uhr führt der Vorsitzende des Hanauer Geschichtsvereins 1844 e.V. Michael Sprenger auf den im Entstehen begriffenen „Pfad der historischen Denkmale” entlang der inneren Friedhofsmauer. Treffpunkt ist vor der Trauerhalle, eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Drei Führungen bietet das historische Bahnbetriebswerk Hanau am Tag des offenen Denkmals an. Jeweils um 11, 13 und 15 Uhr lässt sich vieles über die Geschichte des Bahnbetriebswerks und der Eisenbahn in Hanau lernen. Zudem können die Lokomotiven aus der Nähe begutachtet werden. Die Führungen sind kostenlos, der Museumseisenbahn Hanau e. V. freut sich über Spenden.

Das Obertor Mittelbuchen in der Alten Rathausstraße 31 stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente zunächst als Wehrturm. Zwischen 15 und 17 Uhr werden Führungen des Mittelbuchener Geschichtsvereins angeboten, auch der Säuturm nebenan kann bestiegen und der schöne Blick über die Region genossen werden.

Wer am 13. September keine Zeit für einen Besuch der zahlreichen offenen Denkmale hat, kann am Sonntag, 20. September, die Seitzsche Kapelle auf dem Hauptfriedhof besuchen, die nachträglich zum Tag des offenen Denkmals ihre Türen im Rahmen der Veranstaltung „Kultur auf den Hanauer Friedhöfen“ öffnet. Die denkmalgeschützte Grabkapelle aus dem frühen 20. Jahrhundert vereint neuromanische Architektur mit einem Kolumbarium. Quadermauerwerk, Farbglasfenster, Holzdecke und Bronzetür prägen das sanierte Bauwerk. 2019 wurde sie umfassend vom städtischen Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) saniert. Den Besuch umrahmt dann das Quartett Bohème der Neuen Philharmonie Frankfurt um 11 Uhr mit einem kostenlosen Klang-Erlebnis, bei dem Kammermusik auf Gipsy-Swing, Jazz und Klezmer trifft.

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