Bunte Tüten für den ersten Schultag in Krefeld

Kurz vor den Sommerferien hat sich das Kommunale Integrationszentrum (KI) der Stadt Krefeld in eine kleine Bastelwerkstatt verwandelt.

Krefeld – Zahlreiche Helferinnen haben hier Schultüten im Akkord angefertigt. Erst verzierten sie das Pappgehäuse mit niedlichen Aufklebern. Dann befüllten sie die Tüten mit Schreib- und Schulmaterialien sowie einem Buch über den Schulbeginn. Zum Abschluss wurde dann noch der bunte Stoffverschluss mit einer Schleife zugebunden. War eine Tüte fertig, landete sie – sorgsam an die nächste gereiht –auf einem bereitstehenden Rollkarren.

Drei Stunden lang waren die Helferinnen damit beschäftigt. Am Ende hatten sie 60 farbenfrohe Schultüten verziert. Die Aktion ist eine Art vorbeugende Maßnahme gegen unliebsame Überraschungen am ersten Schultag. Denn die Tüten werden an Krefelder i-Dötzchen mit internationaler Familiengeschichte verteilt, die erst seit Kurzem in Deutschland sind und nach den Sommerferien eingeschult werden.

Brauch in anderen Ländern unbekannt

„Außerhalb Deutschlands ist der Schultüten-Brauch zum ersten Schultag in den allermeisten Ländern gänzlich unbekannt. Damit aber kein Kind nach den Sommerferien traurig dasteht, sorgen wir vor“, erklärt Lehrerin Milena Breckheimer, die hälftig an einer Grundschule und im Kommunalen Integrationszentrum arbeitet. Die Schultüten-Aktion der städtischen Abteilung Integration ist seit mehreren Jahren zur wohlgeschätzten Tradition geworden. Nach einer Abfrage des KI „bestellten“ diesmal neun Grundschulen die Tüten, ein paar wurden außerdem zur Sicherheit auf Halde produziert.

Seit Beginn ist die Schultüten-Bastelei an die sogenannten Elternbegleiterinnen der drei Landesprogramme „Rucksack Schule“, „Rucksack Kita“ und „Griffbereit“ gekoppelt, die sich für eine durchgängige sprachliche Bildung einsetzen. Bei den „Rucksack“-Projekten leiten die Elternbegleiterinnen einmal wöchentlich eine zweistündige Einheit für zugewanderte Elternteile. Sie erhalten in diesem Rahmen Beratungsangebote und Begleitmaterialien zur Förderung ihrer Kinder sowohl im Deutschen als auch in der Herkunftssprache. Dadurch können die Eltern noch aktiver am Bildungserfolg ihrer Kinder mitwirken. Parallel zu den Einheiten mit den Erwachsenen arbeiten die Kinder mit Verknüpfungen zu den Themen des Schulunterrichts.

Das Familienbildungsprogramm „Griffbereit“ richtet sich an Eltern mit Kindern zwischen einem Jahr und drei Jahren. Sie treffen sich einmal in der Woche zu den jeweils zweistündigen Einheiten mit den Elternbegleiterinnen und forcieren dabei die mehrsprachige Entwicklung auf spielerische Weise.

Dass die Schultüten-Aktion schon vor den Ferien erledigt wurde, hat terminliche Gründe. In den Sommerferien ist eine solche Aktion deutlich schwieriger zu koordinieren. Bis zum Schulbeginn Anfang September lagern die bunten Schultüten nun im Kommunalen Integrationszentrum. In rund sechs Wochen werden sie einigen neuen i-Dötzchen den ersten Schultag versüßen.

xity.de
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