Cooperativa Maura Morales in Krefeld

Die Premiere der Performance „Liminality“ ist am heutigen Freitag, 17. Juli 2026, im Hof der Fabrik Heeder zu erleben.

Krefeld – Den kurz anhaltenden Zustand der Gezeitenströmung beim Wechsel zwischen Ebbe und Flut bezeichnet man als Stauwasser – binnen weniger Minuten weder steigt noch fällt das Wasser. Zwischen den beiden Dynamiken steht das Element in diesem temporären Raum still, ruhig, hält inne, verharrt. Das Stauwasser versinnbildlich den Begriff der „Liminalität“, einen Schwellenzustand, ein Dazwischen sein, ein emotionaler Zwischenraum, ein Moment zwischen zwei Lebensphasen. Die Cooperativa Maura Morales aus Düsseldorf beschreibt tänzerisch diesen Zwischenraum-Zustand in ihrer Performance „Liminality“, die sie bei „Move in Town“ in Krefeld zeigen werden.

Das Stück untersucht den Moment zwischen „nicht mehr“ und „noch nicht“: zwischen Aufbruch und Ankunft, Nähe und Isolation, Kontrolle und Transformation. Die Choreographie entfaltet sich aus fragmentierten Bewegungsmustern, abrupten Unterbrechungen und sich wiederholenden Übergängen. Körper geraten in Schwebezustände, verlieren Orientierung und finden neue Formen von Verbindung. Dabei entstehen Bilder von Unsicherheit, kollektiver Suche und flüchtiger Gemeinschaft.

Performance im Schönwasserpark

Den Freunden des zeitgenössischen Tanzes in Krefeld ist die Cooperativa Maura Morales von diversen Auftritten in der Fabrik Heeder bekannt. Und auch bei „Move in Town“ traten sie schon auf: im Schönwasser-Park mit einer mitreißenden Performance unter und in den Platanen am Botanischen Garten. In der Open-Air-Reihe zeigten sie seinerzeit ihre Performance „Anmut und Würde“ (2018) vor insgesamt rund 400 Zuschauern an zwei Abenden. Die weiten und weichen Flächen des Parks haben sie nun gegen den harten Steinboden im Hof der Fabrik Heeder eingetauscht. „Der Ort ist der Protagonist“, bringt es Michio Woigardt, musikalischer Leiter und Komponist der Cooperativa, auf den Punkt. Choreographen und Tänzer setzten sich intensiv mit dem Ort für die Inszenierung auseinander. Alles unter dem Leitthema „Liminality“. Das Entree zu den beiden Bühnen der Fabrik Heeder bildet einen Ort des Wartens vor den Aufführungen, also auch eine Art Zwischenraum, ein Dazwischen sein, ein Moment zwischen zwei Aktionen. „Künstler und Publikum gehören in diesem Moment zusammen. Das Publikum ist auch ein Teil des Stücks“, sagt Gesamtleiterin Maura Morales über die Performance. Und dabei sei allen Beteiligten völlig unklar, wie die Zuschauer letztlich reagieren werden. Denn bei „Move in Town“ gibt es keine festen Sitzplätze. Die Tänzerinnen und Tänzer nutzen den vorhandenen Raum – inklusive Zuschauer, die sich dem Spiel anpassen müssen.

Eintritt ist kostenfrei

Die Premiere findet am Freitag, 17. Juli, um 20 Uhr statt – die zweite Aufführung am Samstag, 26. August, um 18 Uhr. Der Einlass ist um 19.30 Uhr beziehungsweise um 17 Uhr. Der Eintritt ist kostenfrei. Wegen der begrenzten Platzzahl wird eine Reservierung unter www.krefeld.de/kartenreservierung empfohlen. Das Kulturbüro der Stadt Krefeld hat in Ergänzung zu seinem Festival „Move – Krefelder Tage für modernen Tanz“ die Reihe „Move in Town“ geschaffen. Diese wird kuratiert von Dorothee Monderkamp, stellvertretende Leiterin des Kulturbüros. Die Produktionen wurden an wechselnden und besonderen Orten in Krefeld aufgeführt – oft unter freiem Himmel wie im Schönwasserpark und am Rhein bei Hohenbudberg. Das Format „Move in Town“ wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen der „Mittelzentren-Förderung Tanz und Performance“ für das Kulturzentrum Fabrik Heeder gefördert. Der Spielort an der Virchowstraße ist mit dem ÖPNV erreichbar. Busse und Bahnen halten am Hauptbahnhof Krefeld. Von dort beträgt der Fußweg etwa fünf Minuten. Es gibt keine Bühne und keine Bestuhlung.

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