Stadt Düsseldorf soll 50 Stadtoasen erhalten

Bis 2030 sollen in der Landeshauptstadt Düsseldorf insgesamt 50 Stadtoasen realisiert werden.

Düsseldorf – Mit einem entsprechenden Beschluss schuf der Düsseldorfer Stadtrat vergangene Woche die Grundlagen für dieses Ziel. Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: „Mit den geplanten 50 Stadtoasen schaffen wir innerhalb von fünf Jahren neue grüne Lebens- und Rückzugsräume in allen zehn Stadtbezirken. Mit ihnen wollen wir die Aufenthaltsqualität verbessern und die Stadt gleichzeitig für den Klimawandel fit machen. Denn Stadtoasen verbessern das Klima im dichtbebauten Bereich, fördern die biologische Vielfalt und erhöhen gleichzeitig die Lebensqualität der Menschen vor Ort. Damit investieren wir gezielt in eine klimaresiliente und lebenswerte Zukunft Düsseldorfs.“

Die ersten elf Stadtoasen starten in die Umsetzung

Die erste Umsetzungsphase beginnt mit elf Stadtoasen, darunter der Rochusmarkt oder die Maria-Montessori-Gesamtschule an der Rosmarinstraße. Die Bauzeit wird bis ins nächste, beziehungsweise ins übernächste Jahr andauern. Parallel zur Planung und Umsetzung der ersten Projekte werden weitere potenzielle Standorte geprüft. Insgesamt sind aus einem ämterübergreifenden Beteiligungsprozess bereits rund 100 Flächenvorschläge hervorgegangen. Die Standortliste wird kontinuierlich fortgeschrieben und kann durch Vorschläge aus Stadtverwaltung, Politik, Bürgerschaft und weiteren Akteursgruppen erweitert werden.

Klimaanpassung und Artenvielfalt im Fokus

Stadtoasen sind ein wichtiger Baustein der Düsseldorfer Klimaanpassungsstrategie. Durch zusätzliche Vegetation und eine erhöhte Biomasseproduktion fördern sie die natürliche Kühlung der Stadt, verbessern die Luftqualität, binden Kohlendioxid und stärken die Fähigkeit des Bodens, Wasser aufzunehmen und zu speichern. Gleichzeitig schaffen die Flächen neue Habitate und Schutzbereiche für die heimische Tierwelt. Durch die gezielte Förderung von Struktur- und Artenvielfalt tragen die Stadtoasen dazu bei, die Biodiversität innerhalb des Stadtgebiets zu stärken.

Umweltdezernent Jochen Kral: „Die Stadtoasen verbinden verschiedene Ziele der nachhaltigen Stadtentwicklung miteinander. Sie schaffen neue Lebensräume für heimische Tiere und Pflanzen, verbessern das Mikroklima und die Aufenthaltsqualität im städtischen Raum. Gleichzeitig entstehen Orte, an denen Natur unmittelbar erlebbar und Teilhabe möglich wird.“

Neue Aufenthaltsqualitäten im öffentlichen Raum

Neben ihrer ökologischen Funktion erfüllen Stadtoasen auch wichtige soziale Aufgaben: Sie schaffen offen gestaltete Orte für Begegnung, Beteiligung und gemeinschaftliches Engagement. Umweltbildung, Naturerfahrung und lokale Lernangebote können dort unmittelbar stattfinden. Gerade in dicht besiedelten Stadtquartieren entstehen damit neue lebenswerte Aufenthalts- und Begegnungsräume.

Je nach Standort und Nutzungsschwerpunkt werden unterschiedliche Formen von Stadtoasen entwickelt. Dazu gehören
–    Stadtoasen an Straßen und Plätzen mit einem besonders hohen Entsiegelungs- und Begrünungspotenzial,
–    Stadtoasen im Stadtgrün mit Fokus auf Biodiversitätsmaßnahmen,
–    Stadtoasen an Schulen und Kitas zur Förderung von Naturerlebnis und Umweltbildung,
–    Stadtoasen am Wasser mit besonderem Potenzial zur Sichtbarmachung von Gewässern wie der Düssel
–    sowie Stadtoasen in neuen Stadtquartieren als Bestandteil künftiger Stadtentwicklungsprojekte.

Die Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten. In der zweiten Phase liegt ein besonderer Schwerpunkt auf hochverdichteten Stadträumen.

Zehn Millionen Euro für 50 Stadtoasen bis 2030

Für Planung und Umsetzung der insgesamt 50 Stadtoasen rechnet die Verwaltung derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund zehn Millionen Euro. Die Umsetzung soll dabei umfangreich durch Fördermittel unterstützt werden. Für die erste Umsetzungsphase mit elf Stadtoasen wird derzeit von Gesamtkosten in Höhe von rund 2,75 Millionen Euro ausgegangen. Im Rahmen des Bundesförderprogramms „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ wurde bereits eine Förderung bewilligt. Von den förderfähigen Kosten werden 736.400 Euro übernommen. Der Eigenanteil der Landeshauptstadt Düsseldorf beläuft sich nach aktuellem Stand auf rund 2,01 Millionen Euro.

Für die weiteren Umsetzungsphasen bis 2030 sollen Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“ eingeworben werden. Das Programm unterstützt die klimaresiliente Umgestaltung von Freiräumen und blau-grüner Infrastruktur mit einer Förderquote von bis zu 80 Prozent und möglichen Zuwendungen zwischen 500.000 Euro und acht Millionen Euro.

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