Verkehrssicherheitstage in Düsseldorf gestartet
Düsseldorf – Rund 2.600 Viertklässler von Grundschulen und Förderschüler werden dort zu den Verkehrssicherheitstagen erwartet. Unter dem Motto „Mach mit – sicher, mobil und fit!“ geht es an den beiden Tagen darum, ihnen wichtige Details zum richtigen Verhalten im Straßenverkehr zu vermitteln. Denn Kinder sind unterwegs besonders gefährdet. Umso wichtiger ist es, richtige Verhaltensweisen einzuüben und Wahrnehmung, Motorik und Konzentration zu fördern.
Vertreter aller Kooperationspartner haben am Mittwoch, 6. Mai, ab 11.30 Uhr bei einem Besuch der Verkehrssicherheitstage gezeigt, wie wichtig ihnen das Thema Verkehrserziehung und Schulwegsicherung in Düsseldorf ist. Sarah Harden, kommissarische Vertretung des Amtes für Verkehrsmanagement , Polizeihauptkommissar Ralph Heuts, Andreas Hartnigk, Vorstandsvorsitzender der Verkehrswacht Düsseldorf, Christian Finke, Bereichsleiter Betrieb und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung der Rheinbahn sowie Schulrat André Ernst vom Schulamt für die Landeshauptstadt Düsseldorf informierten vor Ort über Einzelheiten von Projekten zur Verkehrserziehung in der Landeshauptstadt. „Die Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr liegt uns besonders am Herzen. Wir sind von der Wirkung unserer Aktionen – darunter die Verkehrssicherheitstage – absolut überzeugt und werden diese natürlich fortführen“, betonte Sarah Harden. „Unser Ziel ist es, die Sicherheit auf den Schulwegen, aber auch auf den Freizeitwegen der Kinder zu erhöhen, indem wir ihnen das richtige Verhalten im Straßenverkehr vermitteln und sie für Gefahrenquellen sensibilisieren.“
Die Bewegung spielt dabei eine große Rolle. Bei zahlreichen Aktionen, wie zum Beispiel Fahrrad-, Roller-, Inliner- sowie Rollstuhlparcours oder am Sport- und Actionmobil eröffnet sich den Viertklässlern die Gelegenheit, ihre Geschicklichkeit, ihr Reaktionsvermögen und ihr Körpergefühl zu testen. Die Verkehrssicherheitstage der Landeshauptstadt sind bereits eine Institution. Sie finden 2026 zum 38. Mal statt. Organisiert werden sie vom Amt für Verkehrsmanagement der Landeshauptstadt Düsseldorf sowie der Polizei, der Verkehrswacht, der Rheinbahn und von den schulfachlichen Beraterinnen und Beratern für Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung.
Neben den 2.600 Schülerinnen und Schülern nehmen auch rund 240 Lehrer und Begleitpersonen an den Verkehrssicherheitstagen teil. Diesen Ansturm zu bewältigen, stellt eine Herausforderung für die Organisatoren dar. Um sicherzustellen, dass für jeden Einzelnen ausreichend Zeit bleibt, die Aktionen und Infostände zu besuchen, finden die Verkehrssicherheitstage an zwei Tagen statt; an beiden Tagen mit einem Verkehrsquiz und attraktiven Preisen.
Das Programm im Überblick
Lookie
Um die Zielgruppe der unterschiedlichen Aktionen, Veranstaltungen und Projekte zur Verkehrserziehung – nämlich die Kinder – altersgerecht anzusprechen, hat das Amt für Verkehrsmanagement seit 2011 einen „Botschafter“ für das Thema Verkehrserziehung. Das beliebte städtische Verkehrssicherheitsmaskottchen, der Löwe „Lookie“ begrüßt auch in diesem Jahr alle Kinder herzlich am Eingang der Veranstaltung und begleitet manche der Aktionen.
Kindersprechstunde
Das Amt für Verkehrsmanagement hat in Zusammenarbeit mit dem Vermessungs- und Katasteramt und weiteren Ämtern sowie den Schulen Kinderverkehrsstadtpläne für alle Düsseldorfer Grundschulen erstellt. In der Kindersprechstunde wird mit den Kindern der Plan für ihre Schule durchgegangen. Des Weiteren sollen die Kinder ihren Schulweg beschreiben und sie haben die Möglichkeit, Probleme – beispielsweise zugeparkte Gehwege, Schäden im Gehweg, überholungsbedürftige Markierungen, etwa von Fußgängerüberwegen – direkt an die Mitarbeiter des Amtes für Verkehrsmanagement zu melden.
Aktion „Gefahr durch Falschparker“
Bei dieser Aktion des Ordnungsamtes der Stadt wird verdeutlicht, welche Auswirkungen Falschparker auf Kinder und deren Sichtbarkeit haben. Ein Kind darf auf einer Sitzerhöhung im Dienstwagen Platz nehmen und so die Sichtbehinderung aus Sicht eines „Fahrers“ den Mitschülern schildern. Andersherum sehen die Kinder am Zebrastreifen, welche Schwierigkeiten sie beim Überqueren der Straße haben, wenn ein Falschparker die Sicht behindert. Problematiken und das richtige Verhalten in dieser Situation, wie beispielsweise, dass die Kinder sich langsam vortasten müssen, wenn sie auf die Straße treten, wird mit den Kindern besprochen. Außerdem wird abgefragt, ob die Viertklässler auf ihrem Schulweg Probleme durch Falschparker haben. Diese wichtigen Informationen können auch im Nachgang über die Schulen an die Verkehrsüberwachung herangetragen werden. Die Einsatzstrategie, insbesondere im Rahmen der Schulwegsicherung, kann so entsprechend angepasst werden.
Aktion „Toter Winkel“
In einer Toter-Winkel-Schulung werden die Kinder in die Gefahren, die der tote Winkel an Fahrzeugen birgt, eingewiesen und erhalten wertvolle Tipps, wie sie diese Gefahrenzone leicht umgehen können.
1, 2 oder 3?
Bei dem aus dem Fernsehen bekannten Quiz „1, 2 oder 3“ wird das Wissen der Kinder zu verkehrsrelevanten Fragen auf den Prüfstand gestellt. Dazu treten verschiedene Grundschulen mit ihren Teams gegeneinander an.
Seh- und Reaktionstest
Gut sehen und schnell reagieren sind zwei wesentliche Voraussetzungen für sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Mit einem entsprechenden Test der Verkehrswacht kann man seine Fähigkeiten erproben.
Fahrradparcours, Quiz „Sicheres Fahrrad“ und Fahrradsimulator
Fahrradfahren will gelernt sein! Die Verkehrsfachberater der Schulen und die Polizei bauen einen anspruchsvollen Parcours auf, den die Kinder mit dem Fahrrad bewältigen müssen, mit Tücken wie im wahren Leben. Am Ende des Parcours wartet eine Belohnung am Lastenrad des Amtes für Verkehrsmanagement auf die Teilnehmer. Wer erfahren will, wie er in gefährlichen Situationen reagiert, kann den Fahrradsimulator der Verkehrswacht nutzen und sein Wissen über das verkehrssichere Fahrrad in einem Quiz am Stand der Zukunftswerkstatt testen.
Rollstuhlparcours
Welche besonderen Schwierigkeiten müssen Menschen, die sich nicht ungehindert bewegen können, im Verkehr bewältigen? Zum Beispiel, wenn sie auf einen Rollstuhl angewiesen sind? Beim Rollstuhlparcours können die Kinder es selbst erfahren und so künftig die Anforderungen des Verkehrs an Menschen mit Behinderungen besser verstehen.
Blindenparcours
Der Blindenparcours vom Amt für Soziales und Jugend der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde extra für Kinder konzipiert. Den Schülern werden spielerisch die Probleme von Sehbehinderten und die Bedeutung der Blindenleitsysteme vermittelt. Mit verschiedenen Brillen werden den Viertklässlern unterschiedlich starke Sehbehinderungen simuliert. Mithilfe eines Langstocks gelangen die Kinder über die Bodenplatten durch den Parcours an ihr Ziel. Auf ihrem Weg sind mehrere Hindernisse zu überwinden.
Skateboard- und Inlinerparcours
Skateboards und Inliner sind beliebte Funsport- und Fortbewegungsgeräte, aber im Straßenverkehr nicht ungefährlich. Im Parcours können die Kinder ihre Fähigkeiten zeigen und bei Unsicherheiten Tipps und Übungseinheiten erhalten. Die Fachberater für Verkehrserziehung und Sport arbeiten eng zusammen und bieten Rat, Hilfe und Unterstützung an. Unter Anleitung von ausgebildeten Instruktoren üben die Kinder den Umgang mit den Geräten, Brems- und Fallübungen. Auch das richtige Anlegen von Schutzkleidung und Helm gehören dazu.
Bus-Fahrschule der Rheinbahn
Erfahrungsgemäß fahren die Kinder besonders gern mit dem Fahrschul-Bus der Rheinbahn, natürlich im Cockpit und ganz selbständig unter dem wachsamen Auge eines Fahrlehrers. Die Bus-Fahrschule der Rheinbahn lässt die Kinder eine Busfahrt aus Sicht des Fahrers erleben.
Rheinbahn-Busschule
Die Busschule ist eine verkehrspädagogische Initiative der Rheinbahn. Sie unterstützt Schüler auf dem Weg zur sicheren und mobilen Selbständigkeit. Der Bus dient gleichzeitig als Unterrichtsraum und Demonstrations-Objekt, wenn zum Beispiel „Tim Tonne“ bei einer plötzlichen Vollbremsung durch den Bus schleudert und reichlich Beulen davonträgt. Denn „Tim Tonne“ kann sich nicht festhalten. Die Rheinbahn zeigt zudem mit zwei Fahrzeugen Ausschnitte aus dem Angebot der Busschule – dies ist nicht nur lehrreich, sondern auch ein aufregendes Erlebnis für Groß und Klein!
Kinderstraßenbahn
Ganz naturgetreu, aber eben nur für die „Kleinen“ zu benutzen, ist ein Straßenbahn-Modell, das Rheinbahner bereits vor vielen Jahren mit Liebe zum Detail bauten. Sie lädt Kinder auf spielerische Weise dazu ein, Erfahrungen zu sammeln.
Schilderwald
Das Amt für Verkehrsmanagement lädt neben seinem Info-Stand alle Lehrer und Schüler zu einem Ausflug durch den Schilderwald ein. Zahlreiche, für Erwachsene und Kinder besonders wichtige Verkehrszeichen warten darauf, richtig gedeutet zu werden. Aber keine Angst, die Auflösung über die korrekte Bedeutung und der Hinweis auf das richtige Verhalten sind an jedem Schild angebracht und unter einem großen Fragezeichen versteckt.
Verkehrsquiz
Die Verkehrssicherheitsberater der Polizei veranstalten ein Quiz mit fünf Fragen zum Thema Verkehr, die aufmerksame Kinder leicht beantworten können. Attraktive Preise werden durch die Verkehrswacht und das Amt für Verkehrsmanagement gestellt. An beiden Tagen, jeweils um 12.30 Uhr, wird unter den teilnehmenden Schülern ausgelost. Der Hauptpreis ist ein Fahrrad. Aber auch die Lehrer kommen nicht „ungeschoren“ davon. Wie es mit ihrem Wissen zur Verkehrssicherheit aussieht, testet ebenfalls ein Quiz.
Helm-Melonen-Test
Wie wichtig der Helm beim Fahrrad-, Inliner- und Skateboardfahren sowie vielen anderen Aktivitäten ist, zeigt der eindrucksvolle Helm-Melonen-Test. Mit Helm geschieht der Melone bei einem Sturz nichts – ohne Helm ist sie verzehrfertig, ohne dass man ein Messer benutzt hat. Auf diese Art wird den Kindern die Bedeutung des Helms eindrucksvoll demonstriert. Eine weitere Verwendung finden die Melonen im Anschluss bei einem leckeren Wassermelonen-Dessert.
Doppelblinker an Straßenbahn-Überwegen
An vielen Stellen in Düsseldorf gibt es breite und stark befahrene Straßen, in deren Mitte dann noch auf separaten Spuren die Stadtbahn fährt. Um die Aufmerksamkeit auf die – eigentlich großen und auffälligen – Bahnen zu erhöhen, hat das Amt für Verkehrsmanagement alle Übergänge mit Doppelblinkern ausgestattet. Was Kinder an diesen Signalen beachten müssen, wird ihnen an einem nachgebauten Modell durch Mitarbeiter der Rheinbahn erläutert.
Darüber hinaus bieten die Verkehrssicherheitstage unter anderem:
- Polizeifahrzeuge zum Anfassen; Kinder können sich mit Streifenwagen und Krädern fotografieren lassen
- Sportactionbus Stadtsportbund Düsseldorf
- Bewegungswerkstatt
- Juxbike-Parcours auch für Lehrer
- Fahrradwerkstatt der Zukunftswerkstatt Düsseldorf
- Rettungswagen der Feuerwehr Düsseldorf
- Erste Hilfe Malteser Hilfsdienst e.V.




