Lüdenscheid – Im Orchester bleibt er meist im Hintergrund, selten im Rampenlicht – der Kontrabass. Keine großen Soli, kaum Aufmerksamkeit. Und doch ist er für einen Musiker weit mehr als nur ein Instrument: Vertrauter, Gegner und ständiger Begleiter zugleich. Genau hier setzt „Der Kontrabass“ von Patrick Süskind an. Der 1981 erschienene Monolog gehört bis heute zu den meistgespielten Stücken der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur – und wirkt dabei erstaunlich zeitlos.
Im Zentrum steht ein namenloser Kontrabassist, der sein Leben zwischen Orchestergraben und Einsamkeit reflektiert. In einem ebenso humorvollen wie schonungslos ehrlichen Monolog nimmt er das Publikum mit in seine Gedankenwelt: Es geht um verpasste Chancen, unerfüllte Sehnsüchte und die leise Verzweiflung eines Künstlers, der nie ganz im Vordergrund steht.
Sein größter Konflikt? Die Beziehung zu seinem Instrument. Der Kontrabass wird zur Projektionsfläche für alles, was ihn bewegt – zur Geliebten, zum Hindernis, zum Sinnbild eines Lebens, das nie ganz den eigenen Vorstellungen entspricht.
Mit feinem Witz, pointierter Beobachtung und einem Gespür für zwischenmenschliche Zwischentöne verbindet das Stück soziale Analyse mit Milieukomik und einer guten Portion Slapstick. Gleichzeitig spannt es einen emotionalen Bogen, der die Zerbrechlichkeit künstlerischer Existenz spürbar macht.
„Der Kontrabass“ ist mehr als ein Monolog über Musik – es ist ein intensiver Blick auf das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung, Nähe und Selbstbestimmung.
Für das Theaterstück „Der Kontrabass“ am Sonntag, 10. Mai 2026 um 18:00 Uhr gibt es noch Karten ab 13,00 Euro zzgl. Gebühren. Diese können an der Theaterkasse (Telefon 0 23 51/17 12 99), im Webshop des Kulturhauses und – abhängig von der Verfügbarkeit – an der Abendkasse vor der Veranstaltung erworben werden. An der Abendkasse gilt ein erhöhter Eintrittspreis. Zusätzlich können Karten im Klein Oho im Sterncenter Lüdenscheid bezogen werden.




