„Heimat-Preis des Kreises Borken“ verliehen 

„Heimat sind Wir!“ lautete das Motto des „Heimat-Preises 2025 des Kreises Borken“, mit dem nun sechs Projekte am Donnerstag, 16. April 2026, im LernWerk in Bocholt ausgezeichnet wurden.

„Heimat-Preis des Kreises Borken“ verliehen

Kreis Borken – Den 1. Platz belegte das Weiterbildungskolleg Westmünsterland in Bocholt mit seinem Projekt „GrenzGeschichte(n) – Heimat verbindet“. Der 2. Platz ging an die „Schüttenstense Blagen“ aus Isselburg mit ihrem Projekt „Am Weideneck“. Platz 3 sicherte sich die Stiftung St. Helena Kapelle in Hemden e. V. aus Bocholt für ihr Projekt „Erhalt und Übernahme der St. Helena Kapelle in Hemden“. Die drei Sonderpreise – finanziert von der Sparkasse Westmünsterland – erhielten die Gemeinschaftsgrundschule der Glockenstadt Gescher, der Heimatverein Asbeck e. V. und der Heimat- und Museumsverein Rhede e. V.

Mit dem Heimat-Preis werden Vereine, Gruppen und Initiativen aus dem Kreis Borken geehrt, die sich für lokale, regionale und kreisweite Besonderheiten einsetzen. Dabei geht es darum, Heimat zu bewahren und gleichzeitig Zukunft zu gestalten. Entscheidend ist, dass die Akteure es geschafft haben, dass sich Menschen (neu) ehrenamtlich für ihre Region und Heimat engagieren. „Das Ehrenamt spielt bei uns im Westmünsterland eine zentrale Rolle. Bürgerschaftlich aktive Menschen – gerade auch in Bezug auf Heimatpflege und Miteinander vor Ort – sind unabdingbar für unsere Gesellschaft. Ihr Einsatz verdient ausdrücklich Dank und Anerkennung. Vor diesem Hintergrund freut es mich, dass wir zum bereits 7. Mal den Heimat-Preis verleihen dürfen und damit Projekte und Aktivitäten öffentlich würdigen können“, betonte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster bei der Begrüßung.

Die insgesamt 30 Bewerbungen hätten auf ganz unterschiedliche Art und Weise ihre eigenen Definitionen von ehrenamtlichem Engagement gezeigt, berichtete Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in seiner Funktion als Kulturdezernent und Mitglied der Jury. Er und die weiteren Gremienmitglieder begründeten ihre Entscheidung wie folgt:

Den 1. Preis und damit ein Preisgeld von 5.000 Euro sowie die Qualifikation für den Landeswettbewerb des Heimatpreises erhielt das „Weiterbildungskolleg Westmünsterland für sein Projekt „GrenzGeschichte(n) – Heimat verbindet“. Studierende in Bocholt haben sich grenzüberschreitend mit verschiedenen Perspektiven aus der Zeit der deutschen Besatzung und des Widerstands im Zweiten Weltkrieg beschäftigt. Sie entwickelten pädagogisches Material für deutschsprachige Besucherinnen und Besucher des Nationaal Onderduikmuseum in Aalten (Niederlande). Besonders hat die Jury dabei die Entwicklung des Projekts durch die Studierenden selbst beeindruckt, die so den Blick junger Menschen in den Mittelpunkt gestellt haben. Durch die Verbindung der verschiedenen Perspektiven aus Deutschland und den Niederlanden leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der deutsch-niederländischen Partnerschaft. Das Projekt steht deshalb beispielhaft für kreatives Engagement, interkulturelle Kooperation und die aktive Mitgestaltung einer gemeinsamen europäischen Zukunft.

2. Preisträger des Heimat-Preises des Kreises Borken – dotiert mit 3.000 Euro – sind die „Schüttenstense Blagen“, eine Gruppe junger Menschen aus Herzebocholt (Ortsteil von Isselburg). Das ist ein generationsüberschreitendes Konzept für das ganze Dorf entwickelt. Sie sind mit den Sitzbänken zu einem festen Bestandteil der Nachbarschaft geworden, das auch nachhaltig vom Projektteam weitergeführt wird. Besonders überzeugt hat die Jury dabei, dass die jungen Menschen sich selbstständig Gedanken über das Gemeinschaftsleben in ihrem Dorf gemacht haben – ein starkes Zeichen für Verantwortungsbewusstsein und Kreativität. Das Engagement steht beispielhaft für die Kraft junger Ideen im ländlichen Raum, Heimatverbundenheit und nachhaltigen Zusammenhalt.

Der 3. Preis – dotiert mit 2.000 Euro – wurde der „Stiftung St. Helena Kapelle in Hemden e.V.“  für den „Erhalt und Übernahme der St. Helena Kapelle in Hemden“ zugesprochen. Der Verein fördert die christliche Gemeinschaft und Kultur sowie das generationenübergreifende Miteinander und bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde. Ziel ist es, einen kirchlichen Raum in Eigenregie zu erhalten und mit neuem Leben zu füllen. Das gemeinschaftliche Handeln, um Tradition und Zukunft miteinander verbinden hat die Jury dabei besonders überzeugt. Die Idee bietet großes Potenzial, sich zu einem Zukunftsmodell zu entwickeln, das auch über den konkreten Ort hinaus Vorbildcharakter haben kann. Sie steht beispielhaft dafür, wie mit Eigeninitiative und Zusammenhalt neue Perspektiven für kirchliche und gemeinschaftliche Räume entstehen können.

Des Weiteren vergab die Jury drei Sonderpreise mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro. Die Initiative „GSV Hand in Hand“ der Gemeinschaftsgrundschule der Glockenstadt Gescher betrachtete das Thema Glocken aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Neben der Herstellung der Glocken wurde die Bedeutung, die unterschiedlichen Funktionen und die Geschichte am Beispiel der Glocken aus Gescher erforscht. Der Heimatverein Asbeck e.V. wurde für seine virtuelle Zeitreise in das Asbeck des 18. Jahrhunderts gewürdigt. Mittels VR-Brillen schlüpfen die Besuchenden in die Rolle der Stiftsdame Therese von Zandt, die 1783 im adeligen Damenstift Asbeck ankommt. Das ‚Museum zum Mitmachen von Mitmachern‘ vom Heimat- und Museumsverein Rhede e.V. hat ehrenamtlich das Medizin- und Apothekenmuseum Rhede mit wissenschaftlicher und fachlicher Begleitung umgebaut und zukunftsorientiert modernisiert. Entstanden ist die Villa Medica, ein Mitmachmuseum, in dem Besucherinnen und Besucher die Medizingeschichte der ländlichen Region um 1900 erleben können – und das zweisprachig auf Deutsch und Niederländisch.

Alle weiteren Institutionen und Vereine, die sich für den „Heimat-Preis 2025“ beworben hatten, erhielten als Anerkennung ihrer Arbeit eine Urkunde vom Kreisdirektor.

Grundlage des „Heimat-Preises“ ist das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Landesprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“. So stellte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen dem Kreis Borken eine Fördersumme in Höhe von 10.000 Euro für die drei Gewinner zur Verfügung. Die Sonderpreise finanzierte wieder die Sparkasse Westmünsterland.

Zur Jury gehörten: Wilhelm Stilkenbäumer als zum Zeitpunkt der Jurysitzung Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Sport des Kreistages, Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster, Kreisheimatpflegerin Christel Höink, jeweils ein Mitglied jeder Kreistagsfraktion (Michael Boland, Angelika Dannenbaum, Theodor Nieland und Ulrike Nitsch) sowie Elisabeth Büning, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Schule, Kultur, Sport der Kreisverwaltung.

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