Zusätzliche Wässerung der Stadtbäume in Düsseldorf

In Düsseldorf startet in den kommenden Tagen die zusätzliche Wässerung der städtischen Bäume.

Düsseldorf – Ab den Osterferien gießen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie beauftragte Unternehmen rund 16.000 Bäume. Schon jetzt zeigt sich sowohl im Oberboden als auch im Gesamtboden in der Stadt eine leichte Dürre. So war es in den vergangenen Jahren insgesamt, mit wenigen Ausnahmen, zu trocken. Das Jahr 2025 fiel mit einem Niederschlagsdefizit von rund 130 Millimetern ebenfalls zu trocken aus. Seit November regnet es in Düsseldorf deutlich zu wenig: Rund 80 Millimeter Regen weniger als im vieljährigen Schnitt gab es hier bislang. Sollte sich diese Niederschlagsentwicklung fortsetzen, würde dies die Dürre im Boden weiter verschärfen.

Zudem beginnen die Bäume wegen der sehr milden Temperaturen jetzt mit ihrem Blattaustrieb und Wachstum. Um sie dabei zu unterstützen, ist eine Wassergabe notwendig. Düsseldorferinnen und Düsseldorfer können dabei helfen – mit Gießsäcken und Regenwassercontainern.

Bei der Wässerung legt die Stadt den Schwerpunkt auf junge Bäume – das sind Bäume im ersten bis achten Standjahr. So soll das Anwachsen unterstützt werden. Ältere Bäume kommen in der Regel ohne zusätzliche Wässerung zurecht. Einen weiteren Fokus setzt die Stadt auf die Wässerung von Bäumen an besonders schwierigen Standorten. Das sind etwa Bäume auf Tunneldecken, Tiefgaragen oder anderen versiegelten Flächen, auf denen sie sich nicht tief verwurzeln können. Die Notwendigkeit der Wässerung wird den Messergebnissen aus der Bodensensorik entsprechend angepasst. Ebenso bewässert die Verwaltung besonders trockene Bäume zusätzlich. Die Stadt versorgt die Bäume dabei mit je 150 Liter Wasser über den Gießring oder verwendet Bewässerungssäcke.

Stadt gibt Gießsäcke aus

Zusätzlich zu den Maßnahmen der Verwaltung setzt die Stadt auf bürgerschaftliches Engagement. Interessierten Düsseldorferinnen und Düsseldorfern stellt die Stadt Bewässerungssäcke zum Mithelfen zur Verfügung. Die Säcke können bis zu 60 Liter Wasser aufnehmen, werden um die Bäume gelegt und mit einem Reißverschluss geschlossen. Das eingefüllte Wasser sickert über einen Zeitraum von fünf bis neun Stunden langsam in den Boden. Die Wurzeln erhalten so kontinuierlich Feuchtigkeit und können mehr Wasser aufnehmen.

Wer eine zusätzliche Wässerung übernehmen möchte, kann sich mit Angabe des Standorts bei der Stadt melden. Das geht telefonisch unter 0211-8993922 oder per E-Mail an silke.walden@duesseldorf.de. Die Verwaltung prüft dann, ob sich der Baumstandort für die zusätzliche Wässerung eignet und bringt den Bewässerungssack an, sodass die Bürgerinnen und Bürger ihn einmal pro Woche befüllen können. Die Bewässerungssäcke eignen sich grundsätzlich nur für Jungbäume mit einem Stammumfang von bis zu 60 Zentimetern. Jungbäume mit grünem Gießrand aus Kunststoff bekommen keinen zusätzlichen Wassersack. In den vergangenen Jahren hat die Aktion großen Zuspruch aus der Bevölkerung bekommen.

Düsseldorferinnen und Düsseldorfer können Gießkannenhelden werden

Darüber hinaus können die Düsseldorferinnen und Düsseldorfer im Programm „Dein Fass – Gießkannenheldinnen für Düsseldorf“ aktiv werden. In Zusammenarbeit mit dem Verein Pro Düsseldorf vergibt die Stadt 1.000 Liter große Regenwassercontainer an Menschen, die sich bereit erklären, das Fass auf ihrem privaten Grund aufzustellen, um damit öffentliches Grün zu gießen. Die Teilnehmenden bekommen ihr Fass kostenfrei geliefert und kümmern sich selbst darum, es am eigenen Fallrohr aufzustellen und anzuschließen. Im Gegenzug erklären sie sich bereit, damit eine öffentliche Grünfläche zu gießen. Bei praktischen Fragen hilft Pro Düsseldorf e. V. weiter. Wer ein Fass haben möchte, findet unter www.duesseldorf.de/giesskannenheldinnen genauere Informationen, die Rahmenbedingungen sowie ein Bewerbungsformular zum Download.

Hintergrund: Daten aus der Baumsensorik

Um Rückschlüsse über die vorhandene Feuchtigkeit im Boden zu ziehen, setzt die Stadt unter anderem auf moderne Sensorik. Die Stadt hat insgesamt 460 Sensoren an 115 Testbäumen an unterschiedlichen Standorten in Düsseldorf angebracht. Sie messen die Wasserspannung im Wurzelbereich – jeweils in 30, 60 und 90 Zentimeter Tiefe sowie direkt am Wurzelballen. Die Messdaten werden per Funk übermittelt. Daraus lässt sich ableiten, wie feucht der Boden ist und ob zusätzliche Wässerungen notwendig sind. Ziel ist es, die Bäume mithilfe dieser Zukunftstechnik bedarfsgerecht zu versorgen und gleichzeitig die Ressource Wasser so effizient wie möglich einzusetzen.

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