Essen – Mit Abschluss der umfassenden Bau- und Restaurierungsarbeiten erstrahlt das über 200 Jahre alte Ensemble aus Hammergebäude, Meisterhaus und Arbeiterhäusern nun in neuem Glanz und kann seiner neuen Nutzung zugeführt werden.
Die Rettung dieses bedeutenden Zeugnisses der Frühindustrialisierung gelang durch die Zusammenarbeit zahlreicher Institutionen und vor allem durch großes bürgerschaftliches Engagement. Koordiniert wurde das Projekt seit 2013 durch das Konsortium Deilbachtal – einem Zusammenschluss der Bürgerschaft Kupferdreh e. V., den Freunden und Förderern des Deilbachtals e. V., dem Historischen Verein für Stadt und Stift Essen e. V. sowie dem Ruhr Museum. Nur gemeinsam konnten die erforderlichen finanziellen Mittel eingeworben sowie zahlreiche – vielfach ehrenamtliche – Partnerinnen und Partner gewonnen werden. Die Sanierung des Hammergebäudes wurde von der NRW-Stiftung finanziert. Die Fördermittel für die Arbeiterhäuser und das Meisterhaus stellten unter anderem die bzw. der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Denkmalförderung NRW, die Sparkasse Essen, die Kulturstiftung Essen, der Landschaftsverband Rheinland, die Stadt Essen sowie die Bezirksvertretung VIII bereit.
„Allen, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben, gilt unser besonderer Dank“, erklärte Klaus Kaiser, Geschäftsführer des Konsortiums Deilbachtal.
Künftig werden das Hammergebäude sowie Teile des Meisterhauses und der Arbeiterhäuser durch das Ruhr Museum genutzt. Geplant sind unter anderem Schmiedevorführungen und pädagogische Angebote – insbesondere für Kinder. Die Stadt Essen wird in den Arbeiterhäusern zudem Trauungen anbieten. Damit bleibt – ganz im Sinne des Konsortiums – das Deilbachhammer-Ensemble auch zukünftig für die Öffentlichkeit zugänglich.
Historischer Hintergrund – die Natur- und Kulturlandschaft Deilbachtal
Das Deilbachtal ist eine der spannendsten Industriekulturlandschaften Europas und eine der ältesten Museums- und Denkmal-Ensembles Deutschlands. Als bedeutende Kulturlandschaft erinnert es an die Frühindustrialisierung im Ruhrgebiet und dokumentiert die Ursprünge der Eisenindustrie im Ruhrgebiet. Das dynamische Wechselspiel von Natur und Mensch wird eindrucksvoll sichtbar. In seltener Geschlossenheit und an den originalen Standorten stellt es mit seinen Boden-, Geschichts- und Technikdenkmälern alle Stadien der Entwicklung von einer bäuerlichen hin zu einer modernen industriellen Landschaft vor. Als frühindustrielle Denkmallandschaft steht es anschaulich für die Anfänge der Eisen- und Metallindustrie im Ruhrgebiet und bildet das Pendant zum UNESCO-Welterbe Zollverein, das für den Höhepunkt der Industrialisierung steht.
Das Kernensemble am Eisenhammer mit Hammergebäude und Hammeranlage gilt industrie- wie auch eisenbahngeschichtlich als herausragend: Anfang des 18. Jahrhunderts diente der seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesene Eisenhammer vermutlich als Bahnbetriebswerk für die von Pferden gezogene Deilthaler Eisenbahn – der ersten Eisenbahn-Aktiengesellschaft auf deutschem Boden.




