Essen – In dem 2018 wiederentdeckten Roman „Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz geht es um den wohlsituierten jüdischen Kaufmann Otto Silbermann, der in Folge der Novemberpogrome 1938 quer durch Deutschland reist und versucht, einen Ausweg zu finden, unterzutauchen oder das Land zu verlassen. Gerade war er noch ein angesehener Bürger dieses Landes und steht nun plötzlich ohne jede Rechte dar. In der Inszenierung und Bühnenfassung von Hakan Savaş Mican ist „Der Reisende“ am Freitag, 20. März um 19:30 Uhr letztmalig im Grillo-Theater zu sehen.
Boschwitz schreibt 1939, mit 23 Jahren, seinen Roman, der die Atmosphäre dieser Zeit auf unmittelbare Weise nachempfinden lässt. Regisseur Mican interessiert insbesondere die eindrückliche Schilderung, wie ein Mensch zum Fremden und zum Feind gemacht wird. Er lässt eigene, teils autobiografische Betrachtungen auf die literarischen Vorlagen treffen, und ermöglicht so einen Dialog zwischen historischen Situationen und aktuellen Lebenswirklichkeiten.
In der Rolle des Otto Silbermann ist der Grillo-Schauspieler Mathias Znidarec zu erleben. Weiterhin wirken mit die Ensemblemitglieder Lene Dax, Alexey Ekimov und Philipp Noack sowie die Musiker*innen Ceren Bozkurt und Kai Weiner.




