Münster – Das städtische Amt für Immobilienmanagement errichtet an der östlichen Seite der Sporthalle einen viergeschossigen Anbau. Er bietet der Schule künftig den benötigten Raum für die Umstellung auf das Abitur nach neun Jahren (G9). Die Stadt investiert nach aktueller Planung 12 Millionen Euro für den Neubau. Zum Start des Schuljahres 2027/2028 soll das Gymnasium die neuen Räume nutzen können.
Dem Bau ging eine umfangreiche Planung voran, da neben dem begrenzten Raum auf dem Schulhof, dem denkmalgeschützten Bestandsgebäude und erhaltenswerten Bäumen auch Denkmäler im Boden vorhanden sind. So sollen sich neben den geschützten Teilen der früheren Stadtbefestigung auch Gräber des ältesten bekannten Jüdischen Friedhofes in Münster unterhalb des nördlichen Schulhofes und der Turnhalle befinden.
„Die Planung war äußerst komplex. Insbesondere durch den sehr guten Austausch mit der Jüdischen Gemeinde konnten wir aber eine Lösung finden, mit der wir die Gräber im Erdreich schützen können“, erläutert Arno Minas, Immobiliendezernent der Stadt Münster. „Dabei war uns wichtig, dass wir sowohl während der Baumaßnahme besondere Rücksicht nehmen als auch nach Abschluss einen Ort der Erinnerung schaffen.“
Neun zusätzliche Unterrichts- und Fachräume
Der auf Basis der Entwürfe von Peter Bastian Architekten geplante Erweiterungsbau schließt an den Trakt 4 des Bestandsgebäudes sowie an die Turnhalle an. Das Erdgeschoss des Neubaus wird aufgeständert, sodass ein Durchgang unter dem Gebäude entsteht und die beiden Schulhöfe miteinander verbunden bleiben.
Die Schule erhält mit dem Neubau neun zusätzliche Unterrichts- und Fachräume, ein Selbstlernzentrum sowie drei Differenzierungsräume, einer davon im Bestandsgebäude. Die Fassade des Erweiterungsbaus wird in Anlehnung an den denkmalgeschützten Altbau mit Keramikplatten und -lamellen verkleidet. Zudem werden in der Sporthalle die Umkleiden und Sanitäranlagen erneuert.
Auf den Dachflächen des Neubaus sowie der Sporthalle werden Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 60 Kilowatt-Peak errichtet, die pro Jahr rund 54.000 Kilowattstunden Strom liefern und 25,6 Tonnen CO2 einsparen. Das Dach des Erweiterungsgebäudes soll zusätzlich begrünt werden.
Schule wird seit 2017 energetisch saniert
Neben der Erweiterung laufen bereits seit 2017 umfangreiche Arbeiten am Paulinum. „Wir haben in den vergangenen Jahren sämtliche Gebäudetrakte des Gymnasiums nach und nach energetisch saniert“, erklärt Projektleiterin Helena Heyen vom Amt für Immobilienmanagement. „Im Herbst letzten Jahres haben wir mit dem letzten Gebäude – dem Trakt 4 – begonnen. Im Sommer sollen auch diese Arbeiten abgeschlossen sein. Mit der Fertigstellung des Erweiterungsgebäudes im kommenden Jahr wird die Schule nach langer Zeit dann wieder baustellenfrei sein.“




