Essen – Seit Sonntag, 8. März 2026, ist die zweiteilige, fast vier Meter hohe Skulptur in den Sammlungsräumen zu sehen. Hahn und Podest zählt zu den bekanntesten Arbeiten der international renommierten Bildhauerin. Sie wurde am Samstagabend, 7. März, in Anwesenheit von Ministerin Ina Brandes und dem Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen offiziell eingeweiht.
„Mit der Erwerbung von Hahn und Podest macht das Museum Folkwang die Bedeutung Essens als Standort internationaler Gegenwartskunst noch einmal deutlich“, so der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen. „Das Werk von Katharina Fritsch verbindet globale Kunstgeschichte mit einer lokalen Erzählung aus unserer Stadt und bereichert die Sammlung um ein herausragendes Beispiel der Skulptur des 21. Jahrhunderts. Dass diese monumentale Arbeit nun dauerhaft in Essen zu sehen ist, macht mich sehr stolz.“
Peter Gorschlüter, Direktor Museum Folkwang betont: „Mit Hahn und Podest ist es uns gelungen, ein Hauptwerk der Künstlerin und eine Ikone der Kunst des noch jungen 21. Jahrhunderts für die Folkwang-Sammlung zu erwerben. Damit setzen wir unsere Programmatik fort, international bedeutende Positionen der zeitgenössischen Kunst mit Schlüsselwerken in die Sammlung aufzunehmen. Das Werk von Katharina Fritsch hat mit seiner Genese, seiner einzigartigen Stellung in der zeitgenössischen Bildhauerei und mit seiner außergewöhnlichen Strahlkraft das Potential, ein neues Wahrzeichen im und für das Folkwang zu werden.
Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen unterstreicht: „Katharina Fritsch gehört weltweit zu den bedeutendsten Künstlerinnen unserer Zeit. Mit ihren markanten Skulpturen eröffnet sie neue Perspektiven auf scheinbar vertraute Dinge des Alltags. Es ist eine große Freude, dass wir mit Hahn und Podest eine herausragende Arbeit von ihr im Museum Folkwang dauerhaft erleben können. Das haben wir als Land Nordrhein-Westfalen sehr gerne unterstützt. Mein Dank gilt auch allen weiteren Förderern und Unterstützern, die diesen Ankauf möglich gemacht haben.“
Die Erwerbung von von Hahn und Podest wurde ermöglicht durch eine Vielzahl öffentlicher und privater Förderer, unter anderem durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Eugen-und-Agnes-von-Waldthausen-Platzhoff-Museums-Stiftung, die Krupp Jubiläumsstiftung und die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die National-Bank und den Folkwang-Museumsverein e.V..
Über die Skulptur
Der leuchtend blaue Hahn entstand 2013 zunächst als Auftragsarbeit für das Fourth Plinth-Programm auf dem Trafalgar Square in London. In der 2019 für den Innenraum entwickelten Fassung erhebt sich das Tier auf einem hohen, hellgrünen Podest. Zusammen erreichen Hahn und Sockel eine Höhe von nahezu vier Metern: Der 215 Zentimeter große Hahn aus handgeschliffenem Polyesterguss thront über dem Publikum und entfaltet eine ebenso stolze wie fragile Präsenz. Zum Charakter ihres Hahns bemerkt die Künstlerin Katharina Fritsch humorvoll: „Er muss sensibel und ein kleinwenig schwach aussehen. Er hat diese Federn, die wie ein Springbrunnen explodieren, und das hat etwas Freudiges und Stolzes; keine einfache Form, sehr kompliziert … und fast ein wenig barock.“ Die monumentale Vergrößerung von Tieren spielt im Werk der Künstlerin eine zentrale Rolle. Hahn und Podest steht hier in einer Linie mit Schlüsselwerken wie Elefant (1987) oder Rattenkönig (1992) und zählt zu den wichtigsten Arbeiten der Künstlerin in jüngerer Zeit.
Über die Künstlerin
Die in Essen gebürtige Künstlerin Katharina Fritsch (*1956) gehört zu den bedeutendsten Positionen der zeitgenössischen Skulptur. Die Künstlerin etablierte sich früh als Teil einer neuen Tendenz in der europäischen Bildhauerei. Ihre figurativen Plastiken lösen die Grenzen zwischen dem Gewöhnlichen und dem Absonderlichen oder Unheimlichen auf, rühren an kulturell tief verwurzelten Träumen und Alpträumen, erinnern an religiöse Mythen, Fabeln und Märchen und erwecken Kindheitserinnerungen.




