Krefelder Klimaanalyse liefert straßenscharfe Klimadaten

Die städtische Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat eine neue gesamtstädtische Klimaanalyse erarbeitet.

Krefeld – Wo wird es künftig bei Extremwetter wie heiß oder kalt im Stadtgebiet, wo liegen Frischluftschneisen oder Hitzeinseln? Die neue Klimaanalyse liefert wesentliche Erkenntnisse zu den Temperaturen und Belüftungsstrukturen innerhalb des Stadtgebiets und somit zur bioklimatischen Belastung. „Die jetzt vorliegenden Daten sind sehr wichtig im Hinblick auf die Entwicklung unserer Stadt. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich die Kartenanwendungen frei im Netz abrufen und straßenscharf verschiedene Karten betrachten. Wir wissen inzwischen, welche Auswirkungen zum Beispiel starke Hitzetage auf die Gesundheit von Menschen und Kindern haben, wie auch die Ökologie beeinträchtigt wird“, sagt Sabine Lauxen, Dezernentin unter anderem für die Themen Klima und Umwelt.

Sie betont, dass in der Analyse verschiedene Parameter berücksichtigt worden seien, etwa die Unterscheidung von Tag- und Nachtwerten. Durch das Kartenmaterial wird nun eine klimaökologische Bewertung von Flächen ermöglicht, insbesondere im Hinblick auf menschliche Gesundheit und Lebensbedingungen. Die Ergebnisse der Klimaanalyse sind als digitale Kartenanwendungen über das Geoportal der Stadt Krefeld unter https://geoportal-niederrhein.de/krefeld/klima abrufbar. Die gesamte Klimaanalyse ist auf der städtischen Website unter https://www.krefeld.de/klimaanalyse erhältlich und wird dort auch erläutert.

Klimaanalyse wird im Ausschuss und Stadtrat vorgestellt

Vorgestellt wird die Klimaanalyse im städtischen Ausschuss für Umwelt, Klima, Nachhaltigkeit und Landwirtschaft am Dienstag, 24. Februar, 17 Uhr (Rathaus C2) sowie im Ausschuss für Planung, Verkehrsplanung, Stadtentwicklung und Liegenschaften am 22. April 2026. Im Rat soll das Thema in der Folge am 29. April 2026 auf der Tagesordnung stehen. Vorgesehen ist in der Vorlage zur Klimaanalyse, dass die Planungshinweiskarten, die Karten zu Wärmeinseln, Windfeldern und gefühlten Temperaturen in der städtischen Planung Berücksichtigung finden. Auf Basis dieser Analyse können Handlungsempfehlungen zum klimaangepassten Umgang mit Bau- und Planungsvorhaben entwickelt werden.Aus Sicht der Stadtverwaltung ist für die Anwendung der neuen Klimaanalyse kein formales Handlungskonzept erforderlich.

Die neue Klimaanalyse bietet im Vergleich zur bisherigen Analyse von 2003 eine wesentlich differenziertere, aktuellere und wissenschaftlich fundiertere Grundlage zur Bewertung klimatischer Bedingungen in Krefeld, wie Lea Scholten-Bruynen aus der Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit betont. Das Kartenmaterial mache auch Unterschiede auf dem Stadtgebiet deutlich: Dicht besiedelte Gebiete wie der Bereich rund um den Einkaufsstandort an der Mevissenstraße weisen demnach eine hohe Wärmebelastung auf. Im Gegensatz dazu sind die besiedelten Regionen im Norden der Stadt wie in Hüls weniger und die Übergangsbereiche zwischen dem Stadtzentrum von Krefeld und Uerdingen rund um den Stadtwald und den Zoo kaum belastet. Diese Bereiche profitieren von einer besseren Luftzirkulation und größeren Freiflächen, die zu einem angenehmeren Mikroklima beitragen.

Analyse hebt Wechselwirkungen zwischen städtischem Raum und Umland hervor

Die Aussagen zur thermischen Belastung, Frischluftversorgung sowie zur Bedeutung von Kaltluftentstehungsgebieten und -schneisen beruhen auf 56 stationären Sensordaten, die seit 2023 kontinuierlich Daten zur Lufttemperatur- und Feuchtigkeit aufzeichnen sowie den rund 400.000 mobilen Datenpunkten aus dem „Citizen Science“-Projekt von 2024 und Modellrechnungen, die unter anderem das Maß der Bebauung und Gebäudemodelle berücksichtigen. Die Analyse hebt die Wechselwirkungen zwischen städtischem Raum und Umland hervor – insbesondere die Funktion von Ausgleichsräumen und die Bedeutung von Frischluftströmen. Diese Zusammenhänge waren im bisherigen Stand der Klimaanalyse von 2003 aufgrund der geringen Auflösung nicht in dieser Tiefe analysiert worden.

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