Düsseldorf – Die Landeshauptstadt bereitet sich auf die Amphibienwanderung vor. Um die bedrohten Tiere zu schützen, stellt die Stadt entlang der wichtigsten Wanderrouten Hinweisschilder und Schutzzäune für Kröten, Frösche und Molche auf, damit diese bei ihrem Weg aus dem Winterquartier zu den Laichgewässern bei der Straßenüberquerung nicht überfahren werden.
Entlang der kniehohen Zäune, die zum Beispiel Am Bauenhaus/ Bauenhäuser Weg im Aaper Wald zu finden sind, lassen städtische Mitarbeitende Fangeimer in den Boden ein und kontrollieren diese täglich. Die so eingefangenen Amphibien bringen sie anschließend auf die gegenüberliegende Straßenseite, damit die Tiere ihre Wanderung dort sicher fortsetzen können. Die Stadt übernimmt diese Aufgabe für den Artenschutz seit mehr als 30 Jahren. Dass dieser Einsatz auch weiterhin notwendig ist, zeigt die Zahl der überfahrenen Tiere im langjährigen Trend. Zwar beeinflussen auch andere Faktoren den allgemeinen Rückgang der Amphibienbestände, trotzdem haben Verkehrsopfer Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesamtpopulation.
Der Rückgang der Amphibienpopulationen ist deutschlandweit feststellbar. Gründe hierfür sind vor allem die Zerstörung der Lebensräume, Umweltverschmutzung, der Klimawandel und die damit verbundene Trockenheit sowie Krankheiten und Parasiten. Die Erdkröte als häufigstes Amphib in Düsseldorf benötigt etwa drei bis fünf Jahre bis zur Geschlechtsreife. Das bedeutet, dass sich negative Bestandsentwicklungen oft erst zeitverzögert auswirken. Auch in Düsseldorf wurden in den vergangenen fünf Jahren teils besorgniserregende Rückgänge – sowohl von Erdkröten, Grasfröschen sowie Berg- und Teichmolchen – beobachtet. Im letzten Jahr wurden aber erstmals wieder mehr Tiere gerettet.
Hinweise für die Bevölkerung
In den Fangeimern befinden sich Stöcke. Daran können versehentlich gefangene Insekten oder Kleinsäuger wieder herauskrabbeln – Kröten, Frösche und Molche können das nicht. Die Stadt bittet die Bevölkerung darum, die Stöcke in den Eimern zu lassen und die Tiere zudem nicht gezielt einzufangen oder anzufassen.
Die Amphibien wandern vor allem abends, nachts und in den frühen Morgenstunden – etwa zwischen 19:00 und 7:00 Uhr und besonders, wenn es regnet. Jeder kann die Tiere bei ihrer Wanderung unterstützen, indem er die Warnschilder an den Straßen beachtet. Maximal 30 Stundenkilometer oder langsamer zu fahren, kann vielen Tieren das Leben retten. Oftmals ist es die Luftdruckwelle vor und unter dem Fahrzeug und nicht der Reifen, der die Tiere tötet.
Wer die Amphibienwanderung unterstützen möchte, kann sich bei der Leiterin der städtischen Landschaftspflegestation, Nina Jäger, unter 0211-2103076 melden.




