Düsseldorf – Mehrere Tausend Beschäftigte aus Schulen, Universitätskliniken, der öffentlichen Verwaltung sowie der Polizei beteiligten sich am landesweiten Streik. Ziel der Gewerkschaften ist es hierbei, vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde den Druck auf die Arbeitgeberseite deutlich zu erhöhen.
Höhepunkt des Warnstreiks war eine Großkundgebung vor dem NRW-Landtag. Als Redner wurden unter anderem der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke sowie der Bundesvorsitzende des DBB Beamtenbundes, Volker Geyer, erwartet. Die Forderungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind klar: Gefordert werden sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Zudem sollen die Zeitzuschläge um 20 Prozentpunkte erhöht werden. Für Auszubildende und Studierende fordern die Gewerkschaften eine unbefristete Übernahme nach erfolgreicher Ausbildung sowie 200 Euro mehr Vergütung.

Im Vorfeld der Veranstaltung kritisierte der stellvertretende Landesbezirksleiter von ver.di NRW, Frank Bethke die aktuelle Situation deutlich: „Seit Jahren sparen die Länder am Personal, während die Aufgaben wachsen – das ist brandgefährlich. Rund 600.000 unbesetzte Stellen zeigen: Wer den öffentlichen Dienst kaputtspart, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ein starker öffentlicher Dienst ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für einen funktionierenden demokratischen Staat.“ Dieser Einschätzung schloss sich auch der 1. Vorsitzende des DBB NRW, Roland Staude, an. Er betonte: „Gute Arbeitsbedingungen sind kein Luxus. Sie sind eine elementare Voraussetzung für funktionierende Sicherheit und Infrastruktur, Schulen, Kliniken sowie Finanz- und Justizverwaltungen.“

Trotz bestehender Notdienstvereinbarungen beteiligte sich auch die Gewerkschaft der Polizei mit zahlreichen Beschäftigten am Warnstreik. Der GdP-Landesvorsitzende Patrick Schlüter erklärte dazu: „Durch den Warnstreik wird Arbeit liegenbleiben. Die Arbeitgeber verkennen den Ernst der Lage. Gute Arbeit verdient eine faire Bezahlung – dafür macht sich die GdP stark.“ Gleichzeitig stellte Schlüter klar, dass auf die Polizei und ihre Beschäftigten weiterhin Verlass sei.
Die Tarifverhandlungen werden am Mittwoch, den 11. Februar 2026, in Potsdam fortgesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob Arbeitgeberseite und Gewerkschaften mit Kompromisslösungen an den Verhandlungstisch zurückkehren.




