Düsseldorf – Der Doyen des Konsularischen Korps in Nordrhein-Westfalen, Dr. Dan Moraru, Generalkonsul der Republik Rumänien, führte das Korps erneut an. Aktuell sind in der Landeshauptstadt 42 konsularische Vertretungen ansässig. Zahlreiche Repräsentantinnen und Repräsentanten hatten ihr Amt erst in den vergangenen Monaten angetreten und waren erstmals zu einem Empfang im Rathaus zu Gast.
„Der Empfang für das Konsularische Korps zählt zu Beginn eines jeden Jahres traditionell zur ersten großen Veranstaltung hier im Jan-Wellem-Saal“, sagte Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller. „Ihr Kommen heute unterstreicht eindrucksvoll die Internationalität unserer Stadt. Die konsularischen Vertretungen tragen entscheidend zu Düsseldorfs guten Verbindungen in alle Welt bei.“
In seiner Rede ging der Oberbürgermeister auf die aktuellen geopolitischen Herausforderungen ein und erinnerte an den früheren Bundeskanzler Konrad Adenauer, dessen 150. Geburtstag kürzlich begangen wurde. Adenauer habe maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Vertrauen in der internationalen Gemeinschaft gewinnen konnte. Dr. Keller zitierte Adenauer mit den Worten: „Es genügt nicht, von Frieden zu sprechen; dem mündlichen Bekenntnis müssen Taten folgen.“ Diese Aussage sei angesichts weltweiter Krisen, Kriege und politischer Verwerfungen von bedrückender Aktualität.
Dr. Keller betonte, dass Städte in einer sich wandelnden Weltordnung eine aktive Rolle übernehmen müssten. „Und ich sage ganz klar: Städte dürfen das Selbstbewusstsein haben, in der Außenpolitik Forderungen an den Bund zu stellen“, sagte der Oberbürgermeister und verwies unter anderem auf Düsseldorfs Angebot, verletzte Kinder aus Gaza und Israel aufzunehmen. „Die Menschen erwarten eine Haltung in der internationalen Politik – und ich meine, auch wir als Städte können und müssen Position beziehen.“
Ein weiterer Schwerpunkt der Rede lag auf den internationalen Partnerschaften Düsseldorfs. 2026 feiert Nordrhein-Westfalen sein 80-jähriges Bestehen – ein Jubiläum von besonderer Bedeutung für die Landeshauptstadt, die mit Gründung des Landes zur Hauptstadt bestimmt wurde. Auch die Städtepartnerschaften standen im Fokus: Das zehnjährige Bestehen der Partnerschaft mit Palermo wird in diesem Jahr mit zahlreichen kulturellen Aktivitäten in Düsseldorf und Palermo gefeiert. Zudem pflegt Düsseldorf enge und von Solidarität geprägte Beziehungen zur ukrainischen Partnerstadt Czernowitz. Seit 2022 sind Sach- und Finanzhilfen in Höhe von weit mehr als einer Million Euro aus Düsseldorf dorthin geflossen.
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Oberbürgermeister auch der israelischen Partnerstadt Haifa. Für Juni ist eine Dienstreise dorthin geplant. „Ich möchte an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich betonen: In Düsseldorf tun wir alles, um jüdisches Leben zu schützen und Antisemitismus entschieden entgegenzutreten“, sagte OB Dr. Keller. Er verwies unter anderem auf den städtischen Antisemitismusbeauftragten sowie die Bewerbung Düsseldorfs um eine Dependance der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.
Neben Europa und dem Nahen Osten sprach der Oberbürgermeister über die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen und der Beziehungen nach Asien. Die USA blieben für Düsseldorf ein wichtiger Partner, unter anderem durch den Messestandort Düsseldorf. Auch China, Indien und Japan sind zentrale Akteure für die internationale Ausrichtung der Stadt. Dr. Keller kündigte an, noch im Januar erstmals selbst mit einer Düsseldorfer Delegation nach Indien zu reisen. Die traditionsreichen Beziehungen zu Japan hob er besonders hervor: „Düsseldorf ist und bleibt der Japan-Standort Nummer eins.“ Ein sichtbares Zeichen dafür sei die erstmalige Teilnahme der japanischen Community mit einem eigenen Wagen am Düsseldorfer Rosenmontagszug.
Abschließend unterstrich der Oberbürgermeister die Bedeutung des friedlichen Zusammenlebens in der Stadt: „Frieden und Zusammenhalt sind keine Selbstverständlichkeit. Sie brauchen Dialog, einen respektvollen Umgang und den Willen, Brücken zu bauen – dafür stehen wir in Düsseldorf.“




