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SUMMARY:Sonderausstellung zu Johann Philipp Thelott in Hanau
DESCRIPTION:Eine Sonderausstellung in der Beletage von Schloss Philippsruhe beleuchtet Werk und Leben des Kupferstechers Johann Philipp Thelott (1639–1671). Ein Begleitprogramm mit Führungen\, Vorträgen und Workshops lädt ein\, das Kupferstechen und die Hanauer Geschichte näher zu erkunden. Die Wanderausstellung und die Erweiterung zur Hanauer Stadtgeschichte sind bis 1. Februar 2026 dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt beträgt fünf Euro und ermäßigt vier Euro. \nDer Kupferstecher Johann Philipp Thelott entstammte einer niederländischen Familie\, die in den 1560er Jahren nach Frankfurt flüchtete und später in Augsburg ansässig wurde. Nach seiner Ausbildung suchte Thelott sein Glück in Frankfurt\, wo er sich schnell ein internationales Netzwerk aus Buchhändlern\, Verlegern und Druckern aufbaute und zu einer zentralen Figur des Buch- und Verlagswesens wurde. Hierüber baute er auch enge Geschäftsbeziehungen mit der Hanauer Grafenfamilie und hiesigen Druckern auf. \nSein Lebensweg spiegelt die Migrationsgeschichte vieler Neubürgerinnen und Neubürger wider\, die seit der Gründung der Hanauer Neustadt 1597 aus Westeuropa nach Hanau kamen und dort Handel und Gewerbe betrieben. Wie diese verstand Thelott es\, sprachliche\, religiöse und politische Grenzen zu überwinden und Verbindungen aufzubauen\, die ihn auch mit Hanau eng verbanden. \nDie Ausstellung in der Beletage von Schloss Philippsruhe zeigt zahlreiche Porträtstiche\, Frontispize und Kupfertitel aus Thelotts Werk. Besonders hervorzuheben sind zwei Kupferstiche mit direktem Bezug zu Hanau und zu Graf Friedrich Casimir (1623–1685): Ein Kupferstich dokumentiert den Einzug des Grafen 1667 nach Hanau\, ein weiterer illustriert dessen koloniale Pläne in Südamerika von 1669. \nFür die Präsentation in Hanau wurde die Wanderausstellung des Hessischen Instituts für Landesgeschichte um Hanauer Bestände\, wie Portraits der Grafenfamilie\, in Hanau im 17. Jahrhundert gedruckte Werke und kontextualisierende Texte erweitert. Hierzu zählt auch die 1669 bei Stock in Hanau gedruckte Briefsammlung des niederländischen Lehrers und Theologen Jacobus Crucius mit einem Kupfertitel von Thelott. \nAls Highlight präsentiert die Ausstellung das durch Zufall entdeckte Arbeitsbuch Thelotts\, das als Zunftbuch der Bäcker im Stadtarchiv Grünberg erhalten blieb. Dieses einzigartige Dokument gibt seltene Einblicke in Netzwerke und Auftraggeber von Kupferstecher. \nZur Ausstellung ist ein großformatiges Begleitbuch mit Werkverzeichnis erschienen. Es ist während der Ausstellung im Museumsladen von Schloss Philippsruhe\, im Buchhandel oder bei der Historischen Kommission für Hessen (hiko-marburg@web.de) zum Preis von 50 Euro erhältlich. \nTermine Begleitprogramm \nVorträge (Roter Saal von Schloss Philippsruhe)\nEintritt zu allen Vorträgen frei – Keine Anmeldung erforderlich \nMittwoch\, 20.08.2025\, 18 Uhr\nAugsburg\, Frankfurt\, Hanau: Der Kupferstecher Johann Philipp Thelott und seine Verbindungen\nReferent: Prof. Dr. Holger Gräf \nDurch einen Zufall blieb das fragmentarische Arbeitsbuch von Johann Philipp Thelott erhalten und er ließ sich so als Spross einer bedeutenden Augsburger Kaufmanns- und Künstlerfamilie identifizieren. Thelott zog mit Mitte Zwanzig nach Frankfurt\, wo er sich rasch etablieren konnte. Über die in seinem Arbeitsbuch genannten Auftraggeber und seine darüber zu fassenden Werke gewann er rasch Kontur als eine durchaus zentrale Figur im Buch- und Verlagswesen der aufblühenden Stadt der Buchmessen. Praktisch alle damals wichtigen Verlagshäuser in Frankfurt\, darunter auch Merians Erben\, gehörten zu seinen Geschäftspartnern\, aber auch Frankfurter Patrizier und Autoren wie der bedeutende Barockdichter Johann Michael Moscherosch. \nNach einem Abriss zum Werdegang und der künstlerischen Einordnung Thelotts werden in dem Vortrag einige bemerkenswerte Verbindungen nach Hanau näher beleuchtet. Etwa zu dem Frühmerkantilisten Johann Joachim Becher\, dem „Drahtzieher“ hinter dem abenteuerlichen Kolonialprojekt „Hanauisch Indien“\, dem bislang wenig bekannten Zeichner und Maler Christoph Metzger\, der den in Hanau oft gesehenen „Abriß der Statt und Vestung“ stach oder zu dem Porträt der Gräfin Katharina Juliane von Wied\, einer geborenen Gräfin von Hanau-Münzenberg. \nDonnerstag\, 06.11.2025\, 18 Uhr\n„Zur Fortpflantzung der Religion eine Druckerey alhir“:\nDie hohe Kunst der Hanauer Drucker im 17. Jahrhundert\nReferent: Dr. h.c. Hans Sarkowicz \n1593 begann der Buchdruck in Hanau. Die ersten Drucker wie Wilhelm Antonius oder Claude de Marne waren nicht nur geniale Handwerker\, die ihren Beruf mit äußerster Sorgfalt ausübten\, sondern auch engagierte Bürger. Ihre Verlagsprogramme spiegeln religiöse und gesellschaftliche Debatten\, sie sollten belehren\, bilden\, aber auch das tägliche Leben erleichtern. Da Bücher noch sehr teuer waren\, wurden sie aufwändig typographisch gestaltet und teilweise mit künstlerisch gestalteten Illustrationen versehen. Eine Besonderheit war die Offizin Typographia Orientalis\, in der hebräische Drucke erschienen. \nIn seinem Vortrag stellt Hans Sarkowicz bedeutende Beispiele der frühen Hanauer Druckgeschichte vor\, zeigt in oder für Hanau entstandene Illustrationen und erläutert den langen Prozess\, den ein Buch durchlaufen musste\, ehe es auf der Frankfurter Messe verkauft werden konnte. \nDonnerstag\, 15.01.2026\, 18 Uhr\nTräume\, Tragödien\, Tabakkonsum: Hanauer Geschichte(n) zu Thelotts Zeiten\nReferent: Dr. Markus Häfner \nHanau durchlebte im 17. Jahrhundert turbulente Zeiten. Nach der Unterzeichnung der Capitulation entstand vor den Toren der Altstadt mit Neu-Hanau in den folgenden Jahrzehnten eine neue Stadt. Als Schutz erhielt sie eine moderne Stadtmauer mit Bastionen\, die in den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges feindliches Militär fernhielt. Doch Leid\, Hunger und Pest wüteten nicht nur im Umland\, sondern im Kriegsverlauf auch in Hanau. Seinerzeit lebten nur wenige von der Gold- und Silberschmiedekunst\, vielmehr prägten Landwirtschaft\, Tabakanbau und Textilwarenproduktion das wirtschaftliche Leben. Als Friedrich Casimir die Grafschaften Hanau-Münzenberg und Hanau-Lichtenberg 1642 unter seiner Regentschaft vereinte\, waren seine Ländereien und Untertanen vom Krieg gezeichnet. Doch der junge Graf träumte von Kolonien\, Kunst- und Naturaliensammlungen\, einer Wissenschaftsakademie und opulenten Festen. \nMuseumsleiter Dr. Markus Häfner stellt in seinem Vortrag die prägenden Köpfe in Hanau vor und blickt auf ihre Geschichte und die spannenden Geschichten ihres Lebens. \nDruck-Workshops \nmit Joachim Mennicken \nAusgehend von den Druckgrafiken Johann Philipp Thelotts werden praktische Grundlagen des Tiefdrucks vermittelt und mit einer mobilen Druckpresse vor Ort gedruckt. In kreativer Atmosphäre entstehen eigene Drucke – von der ersten Idee bis zum fertigen Blatt. Der Workshop richtet sich an Jugendliche und Erwachsene. \nSamstag\, 15.11.2025\, 14–16 Uhr\nSamstag\, 13.12.2025\, 14–16 Uhr \nPreis: 40\,– € (inkl. Eintritt und Materialien)\, max. 8 Personen\, keine Vorkenntnisse\nmit der Bitte um Anmeldung \nFührungen \nEinstündige Führung durch die Ausstellung \nSonntag\, 13.07.2025\, 15 Uhr\nMittwoch\, 01.10.2025\, 18 Uhr\nSonntag\, 09.11.2025\, 15 Uhr\nSonntag\, 25.01.2026\, 15 Uhr \nPreis: 3 € zzgl. Eintritt – mit der Bitte um Anmeldung \nAnmeldung unter museen@hanau.de\, Telefon 06181 2950 2148 (wochentags) oder Online-Anmeldeformular.
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SUMMARY:Sonderausstellung "Die Wertheimer Mainbrücke im Blick"
DESCRIPTION:Das Grafschaftsmuseum Wertheim präsentiert vom 1. Oktober bis 6. April 2026 die Sonderausstellung „Die Wertheimer Mainbrücke im Blick“. Anlass der Ausstellung ist der für das Jahr 2026 geplante Abriss und der anschließende Ersatzneubau der Mainbrücke zwischen Wertheim und Kreuzwertheim. Schon im Jahr 1362 kam der Wunsch auf\, dass eine steinerne Brücke die durch den Main getrennten Gebiete der Grafschaft Wertheim verbinden sollte. Trotzdem transportierte noch jahrhundertelang eine Fähre Menschen\, Tieren und Waren ans andere Ufer. \nErst mit der Gründung des Deutschen Reiches 1871 schien die Zeit reif für den Bau einer Brücke. Nach Jahren des Verhandelns\, Beratens und Taktierens begannen 1879 die Bauarbeiten zur länderübergreifenden Bahnlinie zwischen der bayerischen Stadt Lohr und dem badischen Wertheim. Deren Streckenführung erforderte die Überquerung des Mains bei Wertheim. In einem Staatsvertrag vereinbarten das Königreich Bayern und das Großherzogtum Baden\, neben der Eisenbahn- auch eine Straßenbrücke zu errichten. \nDie Ausstellung beleuchtet die wechselvolle Geschichte der Brücke\, beginnend mit Planung und Bau\, der Eröffnung im Jahr 1881/82\, der Sprengung 1945 und ihrem Wiederaufbau. \nWer plante die Brücke? Wer führte die Aufsicht über die Hunderte von Bahnarbeitern? Wo und wie lebten die meist ortsfremden Arbeitskräfte\, die teils sogar aus den Bergregionen Tirols und Italiens stammten? Die Ausstellung zeigt historische Fotografien und erzählt die Geschichte der Brücke selbst\, nimmt aber auch Bezug auf die Nebenschauplätze und auf mit der Brücke zusammenhängende Themen wie dem Eisenbahnbau in der Region und der Technik\, die im Brückenbau angewendet wurde. Außerdem haben die Besucher die Möglichkeit\, schon heute einen Blick in die Zukunft der Mainbrücke werfen. \nBegleitend zur Ausstellung finden Führungen und Vorträge statt\, darunter: \n\nSonntag\, 26. Oktober\, 15 Uhr im Modersohnsaal des Grafschaftsmuseums: Vortrag von Kurt Bauer „Geschichte der Tauberbrücke“\nSonntag\, 23. November\, 15 Uhr im Modersohnsaal des Grafschaftsmuseums: Vortrag von Bernd Wolz „Geschichte des Mains“\nFührungstermine für Einzelpersonen werden in der Presse und auf www.grafschaftsmuseum.de bekannt gegeben.
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LOCATION:Grafschaftsmuseum Wertheim\, Rathausgasse 6\, Wertheim\, Baden-Württemberg\, 97877
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